
Die „Big Five“ verlieren an Einfluss
Zu dieser Zeit erschütterte ein Urteil des Supreme Court Hollywood und damit vor allem die Big Five. Nach diesem durften Produktion, Verleih und Kino nicht gleichzeitig von einem Studio betrieben werden. Das führte dazu, dass die Studios ihre Kinoketten verkaufen mussten. Die Studios mussten damit ihre komplette Unabhängigkeit aufgeben.
MGM: Musicals und Stars
Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) produzierten in den 1940er Jahren Musicals, bestehend aus lebendigen Farben und integrierter Handlungen, in denen Gesang und Tanz die Story vorantrieben, mit z. B. Judy Garland und Gene Kelly. Außerdem hatte sie Stars wie Greta, Garbo, Clark Gable, Spencer Tracy, Elizabeth Taylor und nach ihrem Wechsel von RKO Katharine Hepburn unter Vertrag. Nach dem Urteil des Supreme Court konnten sie sich dann jedoch das teure System der festangestellten Stars nicht mehr leisten.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QmD0XIfwlHA
Quelle: YouTube Kanal von LogicSmash
Paramount: Eskapismus für die Massen
Paramount Pictures, Inc. konnte während der Kriegszeit große Gewinne einfahren, da die Menschen ins Kino strömten, um sich zu informieren oder bewusst vom Krieg ablenken zu lassen, z. B. durch Filme mit Bing Crosby.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=y7vfksyI-UY
Quelle: YouTube Kanal von LogicSmash
20th Century-Fox: Ernste Filme und Western
20th Century-Fox traute sich im Gegensatz zu den anderen Studios in den 1940er Jahren auch an riskante und deprimierende Themen. So entstand z. B. der Filme „Früchte des Zorns“ von John Ford und mit Henry Fonda. Sie scheuten sich auch nicht den Rassismus in den USA sowie die Zustände in psychiatrischen Anstalten zu thematisieren. Mit John Ford setzten sie außerdem auch Western um.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fOuAZLA_jWQ
Quelle: YouTube Kanal von 2oth Century Studios
Warner Bros.: Kritische Filme und Film Noir
Warner Bros. Pictures, Inc. war das erste Studio was sich offen gegen Nazi-Deutschland positionierte. So produzierten sie aus dieser Haltung heraus auch den Film „Casablanca“ von Michael Curtiz. Ein Film der von Geflüchteten gemacht wurde und eben dieses Thema behandelt. Humphrey Bogart wurde zum Inbegriff der Verkörperung Film Noir, z. B. in Filmen wie „Die Spur des Falken“. Dieses Filmgenre wurde von deutschen Emigranten und vom Expressionismus der 20er beeinflusst und spiegelte die Paranoia und den Pessimismus dieser Zeit wider. Auch Bette Davis blieb ein Haushängeschild des Studios. Außerdem etablierten sie sehr erfolgreich ihre Cartoon Figur Bugs Bunny.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=S9ID5DHsX8g
Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Rewind
RKO: Film Noir und B-Movie-Horrorfilme
RKO Radio Pictures produzierte gleich zu Beginn der 1940er Jahre „Citizen Kane“ von Orson Wells und außerdem in diesem Jahrzehnt auch Filme von Alfred Hitchcock. Da die Produktionen dieser Filme recht teuer waren und nicht unbedingt den finanziellen Erfolg brachten wie gedacht, drehten sie auch sogenannte B-Movie-Horrorfilme, die billiger zu produzieren waren. Besonders bekannt waren sie in den 1940er Jahren zudem auch für ihre Noir Filme. Außerdem übernahmen sie weiterhin den Verleih für die Disneyfilme. Gegen Ende des Jahrhunderts kaufte Howard Hughes das Studio, der das Studio leider sehr herunterwirtschaftete, da er hunderte Mitarbeiter feuerte und Filme im Archiv verstauben ließ.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=8dxh3lwdOFw
Quelle: YouTube Kanal von Movieclips Classic Trailers
Die „Littele Three“
Auch die Little Three gab es weiterhin:
Columbia: Ernstzunehmende Konkurrenz
Columbia Pictures konnte mittlerweile mit den großen Studios mithalten. Anders als die großen Studios hatten sie selbst keine Stars unter Vertrag, sondern liehen sich welche von den anderen Studios. Sie waren das einzige Studio, was es schaffte auch während der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs durchgängig schwarze Zahlen zu schreiben.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=YeljzKm1fC8&list=PLJe3DDjoi_Xg-o0t4mT_5uYsQxmqyMHtj&index=36
Quelle: YouTube Kanal von LogicSmash
Universal: Horror-Komödien und Abenteuerfilme
Universal Pictures konnte das Publikum in den 1940er Jahren nicht mehr so richtig mit ihren Horrorfilmen überzeugen, da der reale Schrecken durch den 2. Weltkrieg viel größer war. Die Rettung war die Erfindung von Horror-Komödien sowie die Produktion von leichten Abenteuerfilmen. 1946 fusionierten sie mit International Pictures zu Universal-International mit dem Ziel zu den großen Studios aufzuschließen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=MxADpFp87qo&list=PLaAs9Y9k3IZug3uICiayHee3e9ypjR019&index=21
Quelle: YouTube Kanal von Paul Stompbox
United Artists: Kurz vor dem Bankrott
United Artists brachte in den 1940er Jahren u. a. „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin und Filme von Alfred Hitchcock heraus. Ende des Jahrzehnts standen sie dennoch vor dem Bankrott, da sie finanziell nicht mit den großen Studios mithalten konnten.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=i1C6qZVeFtA
Quelle: YouTube Kanal von Turner Classic Movies
Indie-Außenseiter sowie König der Animation
Walt Disney Productions, Ltd. produzierte damals drei Filme, die heute zu den Klassikern zählen, damals das Studio aber fast in den Ruin trieben: „Pinocchio“, „Fantasia“ und „Bambi“. Der Zweite Weltkrieg rette das Studio ironischerweise vor dem Bankrott, da sie begannen Lehr- und Propagandafilme für das Militär zu produzieren.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=YgNx5J0SROE
Quelle: YouTube Kanal von Disney UK
Unabhängige Produktionsfirma der Nachkriegszeit
1947 gründete sich Horizon Pictures die selbst Filme produzierte, diese aber von Columbia oder United Artist vertreiben ließ. Sie waren die ersten die begannen Filme außerhalb von Studiokulissen an tatsächlichen Drehorten zu filmen.
Die Talentschmiede
Im selben Jahr gründete sich auch Actors Studio in New York. Dieses war auch der Geburtsort des sogenannten „Method Acting“. Dabei geht es darum, dass Schauspieler ihre eigenen privaten Erinnerungen und Emotionen bei der Umsetzung einer Rolle nutzen. Dort entstanden Schauspielgrößen wie z. B. Marlon Brando.
Pathé in den 1940er Jahren
Die Filmproduktion von Pathé wurde während der Besatzungszeit durch die Wehrmacht streng durch die Deutschen beaufsichtigt. In dieser Zeit entstand auch der Film „Kinder des Olymp“. Nach dem Krieg kooperierte Pathé mit ausländischen Produktionsfirmen und baute seine Kinoketten weiter aus.
Die UFA in den 1940er Jahren
In den 1940er Jahren war die UFA zu Beginn noch Werkzeug der nationalsozialistischen Propaganda. Nach der Kapitulation 1945 übernahmen zunächst die Alliierten die Studios. Die Infrastruktur in Potsdam-Babelsberg fiel in die Sowjetische Besatzungszone. Aus dem Rest der Infrastruktur dort entstand 1946 die DEFA (Deutsche Film AG).
Die DEFA in den 1940er Jahren
Die DEFA (Deutsche Film AG) widmete sich in ihren Filmen thematisch der Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit, z. B. in dem Film „Die Mörder sind unter uns“. Das Genre des Trümmerfilms war entstanden. Doch ab Ende der 1940er Jahre, nach der Gründung der DDR, musste sie sich dann der Parteilinie der SED unterordnen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=2xMAQJhl-Og
Quelle: YouTube Kanal von DEFA-Stiftung
Bavaria in den 1940er Jahren
Die Bavaria Film konzentrierte sich in den 1940er Jahren auf Heimatfilme und Komödien. Nach dem Kriegende befanden sich in der amerikanischen Besatzungszone und die US-Militärregierung übernahm das Gelände. Sie nutzen die Studios zunächst für die Synchronisation ihrer eigenen Filme sowie die Produktion von Nachrichtensendungen. Erst mit der Zeit durften deutsche Filmemacher dort wieder drehen.
Filmmusik in den 40er Jahren
Jazz und Unterhaltungsmusik beeinflussten zunehmend die Filmmusiken dieser Zeit und es wurden zunehmend bewusst Filmmelodien mit Wiedererkennungswert komponiert.
Quellen:
- Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)
- Dokumentation „Making Waves: The Art of Cinematic Sound“, USA 2019, (produziert für arte)
