1970er Jahre: Die Blütezeit des „New Hollywood“

70er Jahre

New Hollywood

New Hollywood steht für eine thematische und auch stilistische Erneuerung. Nach dem Zusammenbruch des alten Studiosystems übernahmen in den 70er Jahren junge, an Filmhochschulen ausgebildete Regisseure das Ruder. Ihre Filme waren geprägt von Pessimismus, gesellschaftlicher Kritik und einer hohen künstlerischen Integrität. Ein Hauptthema der Filme dieser Zeit: Männer auf der Suche nach sich selbst und einem anderen Amerika. Doch – Spoiler – die Erwartungen der Protagonisten erfüllen sich in der Regel nicht.

Nouvelle Vague

Die Stilrichtung des französischen Kinos „Nouvelle Vague“ aus den 50er/60er Jahren schwappte in den 70er Jahren rüber nach Hollywood. Diese neue Art des Filmemachens machten verschiedene Aspekte aus: beispielsweise Drehen mit Handkameras außerhalb des Studios, Casten von eher unbekannten Schauspielern und Verwenden eines sogenannten „Jump-Cut“.

Wie es mit den Studios in den 1970er Jahren weiter ging:

Warner Bros.: Großprojekte und Autorenfilme

Warner Bros. Pictures, Inc. konnte die 1970er Jahre mit einer Mischung aus erfolgreichen Großprojekten sowie Autorenfilmen dominieren. Zu letztgenannten gehörte z. B. „A Clockwork Orange“ von Stanley Kubrick oder „Dirty Harry“ mit Clint Eastwood. Sie trauten sich auch an neue bzw. extremere Genres wie Superheldenfilme, z. B. „Superman“ sowie Horrorfilme, z. B. „Der Exorzist“. Zu einem erfolgreichen Blockbuster wurde „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffman und Robert Redfort. In den 1970er Jahren wurde der Name der Firma außerdem in Warner Communications geändert.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=9AroQdon3ZY

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Paramount: Eventkino

Paramount Pictures. Inc. perfektionierten in den 1970er Jahren das Eventkino mit Filmen wie „Der Pate“, „Chinatown“ sowie den Musikfilmen „Grease“ und „Saturday Night Fever“.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=T37QkBc4IGY

Quelle: YouTube Kanal von Paramount Movies

Universal: Erster richtiger Blockbuster „Der weiße Hai“

Universal-International arbeite in den 1970er Jahren vor allem mit Steven Spielberg zusammen und hatten dank ihm den ersten richtigen Blockbuster im Programm: „Der weiße Hai“. Weitere erfolgreiche Filme waren z. B. Filme wie der „Die durch die Hölle gehen“, welcher den Vietnamkrieg verarbeitete, und „American Graffiti“ von George Lucas.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=U1fu_sA7XhE

Quelle: YouTube Kanal von Movieclips Classic Trailers

Columbia: Eine Achterbahnfahrt

Columbia Pictures stand zu Beginn der 1970er Jahre kurz vor dem Ruin, da sie sich mit ihren teuren Produktionen verkalkuliert und einiges an Schulden gemacht hatten. Ihre Rettung war der Mut sich auf düsterere, politischere sowie provokantere Filme einzulassen mit denen sie dann wieder erfolgreicher wurden, wie z. B. mit Filmen wie „Kramer vs. Kramer“, „Taxi Driver“ von Martin Scorsese und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ von Steven Spielberg.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=UUxD4-dEzn0

Quelle: YouTube Kanal von Sony Pictures Home Entertainment

20th Century: Reisen ins Weltall

Auch 20th Century Fox hatten zu Beginn der 1970er Jahre große finanzielle Schwierigkeiten aus denen sie dann der Film „Krieg der Sterne“ von George Lucas rettete, welcher zugleich das erfolgreichste Franchise der Welt startete. Weitere erfolgreiche Filme waren Filme wie z. B. „Alien“ von Ridley Scott.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=5IHyNCODrzI

 

Quelle: YouTube Kanal von Alien Anthology

United Artists: Kreative Regisseure und 3 Mal Bester Film

United Artists war in den 1970er Jahren erfolgreich, weil sie den Regisseuren wie Woody Allen bei „Der Stadtneurotiker“ oder Francis Ford Coppola bei „Apocalypse Now“ völlige Freiheit bei der Produktion ihrer Filme ließen. Drei Jahre in Folge gewannen sie den Oscar für den Besten Film.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=sa77Yb-Hv0g

Quelle: YouTube Kanal von ARTHAUS

Disney: Familienkömödien und Freizeitparks

Walt Disney Productions, Ltd. steckte in den 1970er Jahren nach dem Tod von Walt Disney in einer Identitäts- sowie Erfolgskrise. Sie produzierten in dieser Zeit vor allem Familienkomödien wie am Fließband. Ihren Fokus legten sie auf ihre Themenparks, wie die Walt Disney World, die 1971 eröffnet wurde.

Bryna Productions: Michael Douglas übernimmt

Bei Bryna Productions, Inc. übergab Kirk Douglas den Staffelstab langsam an seinen Sohn Michael Douglas, welcher dann auch den Film „Einer flog übers Kuckucksnest“ produzierte. Dieser konnte bei den Oscars dann die Big Five abräumen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=OXrcDonY-B8

Quelle: YouTube Kanal von Movieclips Classic Trailers

MGM: Ausverkauf

Kirk Kerkorian, der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Ende der 1960er Jahre aufgekauft hatte, gab Anfang des Jahrzehnts auch eigenen Vertrieb auf. Ihre Filme wurden dann von United Artists vertrieben.

Horizon Pictures: Am Mainstream vorbei

Horizon Pictures setzte in den 1970er Jahren vor allem auf Prestigekino, entfernte sich damit aber immer mehr von dem was die große Masse gerne sehen wollte.

New Line Cinema: Underdog und Pionier des Nischen-Marketings

New Line Cinema war in den 1970er Jahre eher noch ein Underdog sowie ein Pionier des Nischen-Marketings: sie vertrieben Independent- und Underground-Filme. Sie brachten Filme heraus, die nicht unbedingt das Mainstream-Publikum ansprachen, wie z. B. der Horrorfilm „The Texas Chain Saw Massacre“.

American Zoetrope: Rettung durch „Der Pate“

American Zoetrope stand zu Beginn der 1970er Jahre durch einen gescheiterten Deal mit Warner Bros. Pictures, Inc. kurz vor dem Ruin, doch der Erfolg vom Film „Der Pate“ von Francis Ford Coppola rette sie. Weitere Filme mit denen sie Erfolg hatten waren Filme wie „Der Dialog“ und „Apocalypse Now“.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=kTlhEX0kmL8

Quelle: Youtube Kanal von Paramount Pictures

Lucasfilm

George Lucas stieg bei American Zoetrope aus und gründete 1971 seine eigene Produktionsfirma Lucasfilm Ltd. mit dem Ziel Filme selbst zu produzieren und erst die fertigen Filme den großen Studios zum Verleih anzubieten, die Rechte des geistigen Eigentums blieben stets bei ihm. Der erste Film, den sie produzierten, war „American Graffiti“, der George Lucas so viel Geld einbrachte, dass er dann „Krieg der Sterne“ produzieren konnte. Er verhandelte mit 20th Century Fox, dass er die Fortsetzungs- sowie die Merchandising-Rechte selbst behielt, was Lucasfilm Ltd. zum reichsten unabhängigen Studio machte. Der Film war außerdem auch bahnbrechend was Specialeffects aber auch die Soundeffekte anging. So mussten für viele nicht real existierende Dinge, wie beispielsweise Raumschiffe und Laserschwerte sowie Wesen, wie beispielsweise R2-D2 und Wookie, Soundeffekte gefunden werden, für letzteren wurden beispielsweise die Geräusche eines Bären verwendet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=vZ734NWnAHA

Quelle: YouTube Kanal von Star Wars

BBS Productions: Auflösung

BBS Productions konnte Mitte der 1970er Jahre nicht mehr mit den großen Studios und ihren Blockbustern mithalten und löste sich auf. Dennoch hatten sie die Zeit des New Hollywood sowie die Karriere von Jack Nicholson bedeutend mitgeprägt.

Miramax

1979 gründete sich Miramax in New York und konzentrierte sich zu Beginn auf Konzertfilme und kleine britische Produktionen. Ihre Strategie in der Zukunft war Independent-Filme wie Blockbuster zu vermarkten. Dabei schreckten sie auch nicht zurück Filme durch gezielte Kontroversen ins Gespräch zu bringen.

Actors Studio: Starlieferanten

Actors Studio „lieferte“ quasi sämtliche große Darsteller der erfolgreichen Filme dieser Zeit, wie z. B. Al Pacino, Robert De Niro, Dustin Hoffman, Jane Fonda und Marlon Brando.

Blaxploitation

Es entstand das Filmgenre des „Blaxploitation“. Filme wurden in diesem Genre aus Sicht von Afroamerikanern gedreht. Als Beispiel sei hier der Film „Sweet Sweetback’s Baadasssss Song (Sweet Sweetbacks Lied)“ aus dem Jahre 1971 genannt.

 Pathé in den 1970er Jahren

Pathé setzte in den 1970er Jahren vor allem auf europäische Koproduktionen.

Eon in den 1970er Jahren

Eon Productions Ltd. produzierte in den 1970er Jahren Bond-Filme mit Roger Moore.

Die UFA in den 1970er Jahren

UFA konzentrierte sich in den 1970er Jahren auf das produzieren von Musik sowie TV-Formate.

Die DEFA in den 1970er Jahren

Die DEFA produzierte in den 1970er Jahren einige erfolgreiche Filme wie z. B. „Die Legende von Paul und Paula“, „Jakob der Lügner“ und dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Bavraia in den 1970er Jahren

Bavaria Film schaffte in den 1970ee Jahren den Spagat zwischen dem Neuen Deutschen Film, wie z. B. Filme von Rainer Werner Fassbinder, sowie großen internationalen Koproduktionen.

Constantin in den 1970er Jahren

Constantin Film litt in den 1970er Jahren an der Konkurrenz des Fernsehens und musste 1977 Insolvenz anmelden. Der Produzent Bernd Eichinger kaufte die Namens- sowie Verleihrechte auf und gründete die Firma quasi neu. Sie vertrieben dann z. B. die Filme mit Terence Hill und Bud Spencer.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=NjZMPbMKmsA

Quelle: YouTube Kanal von 4K Filme Deutsch

Stereo- und Surroundsound

Neu war außerdem, dass man Filme nun vermehrt mit Stereosound ausstattete, also zwei Tonkanälen anstatt nur einem, beispielsweise in den Filmen „The Godfather (Der Pate)“ und „A Star is born“. Außerdem verwendete man nun auch immer mehr verschiedene Tonspuren, um die Stimmen, Geräusche und Musik individuell anpassen zu können, beispielsweise in den Filmen „Nashville“ und „Jaws (Der weiße Hai)„.

Ende der 70er Jahre begann man dann auch schon Filme nicht mehr nur in Stereo zu zeigen, sondern mit einem Surroundsound d. h. 4 und mehr Tonkanäle, ausstattete, beispielsweise der Film „Apocalypse Now“.

Filmmusik

Ab den 70er Jahren setzte man wieder bewusst große Orchester für die Filmmusiken ein, wie z. B. in den Filmen „Jaws (Der weiße Hai)“ und „Star Wars Episode IV„ von John Williams.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BePfzCOMRZQ&list=RDBePfzCOMRZQ&start_radio=1

Quelle: YouTube Kanal von John Willams – Thema

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Quelle: You Tube Kanal von Deutsche Grammophon -DG

Quellen:

  • Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)
  • Dokumentation „Making Waves: The Art of Cinematic Sound“, USA 2019, (produziert für arte)
  • Norbert Grob und Bernd Kiefer: Stilepochen des Films. New Hollywood, Stuttgart, 2017, S. 12 und 14.

Filme aus den 70er Jahren: