New Hollywood 2.0 oder die Ära der Autoren-Blockbuster

  • Wenn du bestimmen könntest, was für Filme würdest du aktuell gerne im Kino sehen? Bist du ein Fan großer Blockbuster oder eher kleinerer Independent-Produktionen? Magst du vielleicht beides? Oder geht es dir wie mir: ob große oder kleine Produktion, das ist dir gar nicht so wichtig, so lange dich die erzählte Geschichte fesselt und du den Charakteren gerne bei ihrer persönlichen Entwicklung folgst?

Du und ich bestimmen jedoch nicht, welche Filme uns im Kino oder wahlweise auch auf einem Streaming-Dienst, gezeigt werden oder, sagen wir es so, höchstens indirekt. Wir sind aber als mehr oder weniger abstrakte Individuen sowie zusammen als ein heterogenes Publikum, welchem versucht werden homogene Bedürfnisse zuzuschreiben, die Zielgruppe – für uns bzw. unsere Geldbeutel, werden Filme produziert.

Wer produziert diese Filme für uns und entscheidet demnach, was wir uns angucken dürfen? Es sind die Menschen die Filme produzieren, heute oft Teil riesiger Studios oder Filmproduktionsfirmen, aber genauso auch unabhängige Filmemacher.

Aus dem Repertoire was uns von diesen zur Verfügung gestellt werden, dürfen wir wählen oder uns auch bewusst dagegen entscheiden einen Film gucken zu wollen. Dabei ist das Repertoire, welches wir bewusst wahrnehmen, gesteuert durch Marketing und Werbung sowie unser eigenes Interesse oder eben nicht-Interesse am Medium Film sowie bestimmten Themen, immer kleiner als das tatsächliche Angebot.

Aus welcher Art von Filmen besteht denn aktuell nun dieses Angebot? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir zunächst klären, in was für einer Phase der Filmgeschichte befinden wir uns aktuell denn überhaupt?

Das goldene Zeitalter Hollywoods

Bevor wir das Heute analysieren, machen wir eine kleine Zeitreise durch die Vergangenheit, zunächst in die 1930er Jahre. Warum? Weil hier die Zeit des Goldenen Zeitalter Hollywoods begann.

Während sich in Deutschland das Dritte Reich erhob und der Beginn des Zweiten Weltkriegs folgte, produzierten in Hollywood vor allem die großen Studios Kinofilme für das amerikanische Publikum, vor allem heißt: 75% aller Spielfilme waren Produktionen der großen Studios. Zu diesen zählten die so genannten „Big Five“: Universal Studios („Im Westen nichts Neues“), Paramount Studios („Dr. Hejkyll and Mr. Hyde“), Metro-Goldwyn-Mayer/MGM („Vom Winde verweht“), Warner Brothers Entertainment („The Public Enemy“) und die Walt Disney Company („Schneewitchen und die sieben Zwerge“). 1935 gründeten sich dann noch die 20th Century Studios („Heidi“).

Das Interesse der Amerikaner für Kinofilme war zu dieser Zeit groß: 60% sahen sich wenigstens einmal in der Woche einen Film im Kino an. Vermutlich wirkte immer noch der Reiz des Neuen, denn Spielfilme als Tonfilme, wurden ja erst seit 1927 überhaupt in Kinos gezeigt. Auch Farbfilme in Technicolor wurden in den 1930er Jahren vermehrt produziert und brachten eine weitere interessante Neuerung für die breite Masse mit sich.

Wir springen in unserer Zeitreise zwei Jahrzehnte weiter in die 1950er Jahre, da sich hier das Ende des Goldenen Zeitalter Hollywoods anbahnte.

Das Ende des „Golden Age“

Die 1950er Jahre waren die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs sowohl in den USA als auch in der BRD. Mit dem Fernseher, den man sich endlich gut leisten konnte, konnte man sich Filme auch nach Hause holen. In den USA stieg die Zahl der Haushalte mit einem Fernseher von Beginn des Jahrzehnts mit 9% auf 87% zum Übergang in die 1960er Jahre.

Interessant: Die DDR und auch die BRD hingen mit dem Fernseher in etwa ein ganzes Jahrzehnt hinterher. Dafür konnte man sich in der BRD in den 1950er Jahren dann Filme im Kino ansehen, die in den USA ja bereits in den 1930er Jahren liefen, wie z. B. „Vom Winde verweht“ und „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. In diesem Jahrzehnt schwappte das Filmangebot quasi über den großen Teich auch zu uns. Nicht unerwähnt bleiben soll aber, dass man zuvor hier auch Filme sehen konnte, z. B. von der UFA produziert („Metropolis“), die schon ab den 1920er Jahren deutsche Filme produzierten.

Aber zurück zu Hollywood: Hollywood musste mit ihren Produktionen nun gegen das Fernsehangebot antreten und versuchen das Publikum wieder aus dem Fernsehsessel ins Kino zu bekommen. Hollywood reagierte auf diese Konkurrenz u. a. mit neuen Breitbild-Technologien und der standardisierten Verwendung von Technicolor bei großen Produktionen.

Eine weitere Neuerung, die zu Veränderungen führte: Regisseure, wie z. B. Alfred Hitchcock („Vertigo“), John Ford („Der Schwarze Falke“) oder Billy Wilder („Manche mögen’s heiß“), wurden selbst zu einer Marke. Damals entstand das Phänomen, was man heute noch kennt, dass ein Grund ins Kino zu gehen sein kann, dass man gerne den neuen Film von Regisseur/in XY sehen möchte, einfach nur weil es die neueste Arbeit dieses speziellen Filmemachers ist. Regisseure konnten zunehmend selbst entscheiden, welche Filme sie gerne drehen wollten. Ihre Filme wurden insgesamt gewagter: formal, aber auch inhaltlich. Sie trauten sich, im Gegensatz zu den großen Hollywoodstudios, politischere und pessimistischere Filme zu drehen.

Wir machen wieder einen Sprung in unserer Zeitreise, wieder zwei Jahrzehnte weiter in die 1970er Jahre. Das Jahrzehnt mit einer der wichtigsten Veränderungen in der Filmgeschichte: dem Abgesang des alten Hollywoods und die Etablierung des „New Hollywoods“.

Der Übergang vom klassischen zum „New Hollywood“

Aus der Not Hollywoods im Kampf gegen das Fernsehen heraus, entstand das Phänomen des Blockbusters – ein massentauglicher erfolgreicher Kinofilm, dessen Produktion sich die Filmemacher auch einiges kosten ließen. Als erster richtiger Blockbuster gilt „Der weiße Hai“. Es ist der erste Film, der im Vorhinein bewusst eine Marketingkampagne zur Vermarktung einsetzte, um Zuschauer ins Kino zu locken. Wortwörtlich verkörpert wohl „Krieg der Sterne“ den Begriff „Blockbuster“ aber besonders gut, da für diesen Film die Menschen tatsächlich auch um den Block Schlange standen, um ihn im Kino zu sehen.

Die Geburt des „New Hollywood“, streng genommen schon Ende der 1960er Jahre, führte in der weiteren Entwicklung zu einer thematischen und stilistischen Erneuerung. Was Regisseure bereits in den 1950er Jahren begannen, setzten nun die neueren, jüngeren Regisseure noch konsequenter um: Pessimismus anstatt Optimismus, gesellschaftliche Kritik und, vielleicht besonders wichtig, immer mit künstlerischer Integrität. Um ein paar Beispiele zu nennen: Brian De Palm („Carrie“), Francis Ford Coppola („Der Pate“), William Friedkin („Der Exorcist“), Dennis Hopper („Easy Rider“) und Martin Scorsese („Taxi Driver“).

Was sich in dieser Zeit herausbildete war also eine Parallelität von Blockbustern und den so gennannten Autoren-Filmen.

Wir springen in unserer Zeitreise wieder zwei Jahrzehnte weiter, in die 1990er Jahre. Warum? Gerade die Entwicklung der Technik machte in dieser Zeit einen riesigen Sprung, was sich auch sehr auf die technischen Möglichkeiten bei der Filmproduktion auswirkte. Daneben wurde das Independent-Kino groß.

Technische Revolution und das goldene Zeitalter des Independent-Kinos

Auf der technischen Seite fand der Übergang vom analogen zum digitalen Zeitalter statt. Durch die Digitalisierung entwickelten sich Computer- und Digitaleffekte in einem rasanten Tempo weiter. Die Filmproduktion erlebte eine technische Revolution: der Einsatz digitaler Kameras („Star Wars: Episode I“), die Entwicklung von CGI („Jurassic Park“) sowie Motion Capture („Titanic“), um Dinge digital zu animieren, letzteres vor allem für die Bewegungserfassung, Bearbeiten des Filmmaterials am Computer, sowohl Effekte als auch Schnitt und die Entwicklung des Surround-Sounds. Ein Höhepunkt, der die technischen Entwicklungen in der Filmproduktion, besonders gut repräsentiert ist der Film „Matrix“. Von den technischen Entwicklungen profitierten natürlich vor allem, jedoch nicht nur, die Blockbuster.

Neben diesen technischen Veränderungen, ist noch eine weitere Entwicklung aus dieser Zeit wichtig, nämlich der Aufstieg der, wie wir sie heute nennen, Independent-Filme. Das Besondere: Regisseure konnten auch mit kleinem Budget und eher unkonventionellen Drehbüchern große Erfolge feiern. Um auch hier ein paar Beispiele zu nennen: „Pulp Fiction“ (Quentin Tarantino), „The Blair Witch Project“ (erster Found Footage Film), „Good Will Hunting“ (Matt Damon und Ben Affleck), „Fargo“ (Coen-Brüder) und „Boogie Nights“ (P.T. Anderson).

Zuletzt springen wir in unserer Zeitreise noch in das nächste Jahrtausend, da sich hier Franchises etablierten.

Die Franchise Ära

Die 2000er und 2010er Jahre waren, gerade im Kino, von den großen Franchises geprägt. In den 2000er Jahren konnten Fantasy-Buchverfilmungen, wie „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ und in den 2010er Jahren Comic-Verfilmungen im Marvel Cinematic Universe („Marvel’s The Avengers“, „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“) große Erfolge feiern.

In den 2010er Jahren gründete sich mit A24 aber auch eine Produktionsfirma für Independent-Filme, z. B. „Midsommar“ von Ari Aster, „The Lighthouse“ von Robert Eggers, „Lady Bird“ von Greta Gerwig“, „Moonlight“ von Barry Jenkins und „The Whale“ von Darren Aronofsky, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Und damit sind wir im heute, den 2020er Jahren zurück. Und in welcher Phase der Filmgeschichte befinden wir uns nun?

New Hollywood 2.0 oder die Ära der Autoren-Blockbuster

Ich würde sagen das wir uns in der Phase des „New Hollywood 2.0 oder die Ära der Autoren-Blockbuster“ befinden. Und warum sage ich das?

New Hollywood 2.0

Es fühlt sich irgendwie an wie eine Renaissance des New Hollywood bzw. gibt es viele Parallelen. Ende der 1960er Jahre befand sich das klassische Hollywood in einer Krise. Heute befinden sich die großen Studios, zumindest teilweise, auch wieder in einer Krise: Franchises, besonders Superhelden-Franchises scheinen sich irgendwie totgenudelt zu haben. Es kommt zu ständigen Wiederholungen in den Geschichten, sei es inhaltlich, im Aufbau und in der Umsetzung.

Große Studios produzieren nach bestimmten Formeln bzw. nach den Ergebnissen die Algorithmen für angeblich wahrscheinliche Bedürfnisse des Publikums in der Zukunft ausspucken und trauen sich kaum noch Neues, aus Angst zu große, vor allem finanzielle, Risiken einzugehen. Ironischerweise scheinen sie ihr Publikum genau deswegen zu verlieren, weil sie ihrem Zuschauer nichts mehr zutrauen: das sich einlassen auf Neues, das selbst Mitdenken und Reflektieren.

Die eigentlich mündigen und klugen Zuschauer langweilen sich zunehmend, zumindest in weiten Bereichen des sogenannten Blockbuster Kinos: Marvel-Filme sind nicht mehr so erfolgreich, James Gunns Neustart des DC Universums steht das Publikum immer noch skeptisch gegenüber und die Jurassic World Filme brachten mit der Zeit nicht mehr wirklich Neues oder Überraschendendes. Auch die Avatar-Reihe fängt an sich etwas zu wiederholen, hat jedoch den Vorteil, dass die Filme zumindest technisch nach wie vor ansprechend und interessant sind: ein Spiegel der technischen Entwicklung quasi. Der Zuschauer nimmt nicht mehr unbedingt jeden Blockbuster mit, sondern wählt sehr gezielt aus wofür er noch ins Kino geht oder ob er lieber auf den Home-Release wartet bzw. Filme einfach ganz auslässt.

Mittlerweile wird KI nicht nur genutzt, um zukünftige Filmproduktionen zu planen, sondern auch immer mehr in die direkte Produktion der Filme einbezogen, besonders bei der Umsetzung von digitalen Effekten, aber auch für das Licht, den Sound oder die Inhalte. Doch KI kann menschliche Emotionen höchstens nachahmen, nicht aber selbst fühlen und deswegen auch nicht verstehen. Diese Entwicklung passt nicht zu dem Hunger nach Authentizität, der sich wieder auszubreiten scheint: authentische Geschichten, mit authentischen Charakteren mit authentischen Gefühlen.

Genau deswegen sind A24-Filme und generell Independent-Filme aktuell wieder so erfolgreich, weil sie diese Bedürfnisse nach mehr Authentizität, originellen Geschichten und neuen Seheindrücken eher stillen können: „Everything Everywhere All at Once“, großer Oscar-Abräumer, „The Zone of Interest“, „Talk to Me“ und „The Substance“ sind z. B. erfolgreiche Independent-Filme.

Die Ära der Autoren-Blockbuster

Und warum die Ära der Autoren-Blockbuster? Ich sprach im vorigen Punkt ja davon, dass sich die Zuschauer in weiten Bereichen des Blockbuster Kinos anfangen zu langweilen. Es stimmt nämlich nicht, dass das Blockbuster Kino generell für die Zuschauer langweilig geworden ist. Diese Parallelität von Blockbustern und den so gennannten Autoren-Filmen aus den 1970er Jahren scheint sich heute nämlich immer mehr zu vermischen. Autoren-Blockbuster zeichnen sich durch eine Individualität aus, die sich in den unverwechselbaren erzählerischen und visuellen Handschriften der jeweiligen Filmemacher widerspiegelt. Erfrischende Abwechslung zu algorithmisch produziertem Einheitsbrei.

Autoren-Blockbuster kommen dem Bedürfnis nach Authentizität nach, indem die Filmemacher bewusst auf Physik, Haptik und Unvollkommenheit setzten. Bei den Dreharbeiten wird nämlich zunächst, das was geht, versucht in echten Umgebungen bzw. Sets und mit handgemachten Effekten umzusetzen und nur der Rest wird durch möglichst unsichtbare digitale visuelle Effekte ergänzt. Gleichzeitig schaffen es die Filmemacher den Zuschauer mit einer Fokussierung auf inhaltliche Tiefe und moralischen Fragestellungen, diversen Charakteren für viel Identifikationspotential, überzeugendem World-Building, authentischen Stunts und verbessertem Sound abzuholen und zu überwältigen.

Was sind jetzt Beispiele für solche Autoren-Blockbuster?

„Oppenheimer“ von Christopher Nolan
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=uYPbbksJxIg

Quelle: YouTube Kanal von Universal Pictures

Christopher Nolan hat ein Händchen für authentische Blockbuster. In diesem Fall machte er das Biopic eines theoretischen Physikers zu einem Blockbuster.

In „Oppenheimer“ sind viele Effekte handgemacht, so ist die Explosion des Trinity-Tests, zwar natürlich keine nukleare, aber dennoch eine echte Explosion. Die Kleinstadt Los Alamos besteht zwar aus Kulissen, diese sind jedoch authentisch, detailgetreu in New Mexiko nachgebaut. Die inhaltliche Tiefe kommt dadurch zustande, dass der Zuschauer die ganze Zeit Oppenheimer folgt und sich auch unweigerlich mit den moralischen Fragen auseinandersetzt, mit den sich auch Oppenheimer auseinandersetzt.

Die „Dune“- Filmreihe von Denis Villeneuve
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=n9xhJrPXop4

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Denis Villeneuve ist ein Meister des World Buildings. Aus einer komplexen Science-Fiction-Romanreihe macht er ein ganzes Universum, festgehalten in einer Filmreihe mit großen Bildern.

Die „Dune“-Filme werden sehr viel an realen Schauplätzen, z. B. Wüsten in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten oder an zerklüfteten Küsten in Norwegen gedreht. Man kann die Trockenheit, die Hitze und den Sand sowie die große Weite quasi durch die Leinwand spüren. Interessant auch: Die Farben sind bewusst recht geerdet und gesättigt. Die Filmreihe bietet viele diverse Charaktere mit unterschiedlichen Bedürfnissen, die von den Darstellern überzeugend verkörpert werden. Besonders spannend sind die persönlichen Entwicklungen verschiedener Charaktere, besonders natürlich die von Paul Atreides, aber auch die von Chani. Auch in dieser Filmreihe schwingen inhaltlich moralische Fragestellungen mit. Erzählt wird bewusst weniger in Dialogen, sondern rein mit den Bildern, die der Zuschauer sieht.

Das aktuelle Filmrepertoire

Das Filmrepertoire aus dem wir Filme auswählen können ist aktuell, und eigentlich muss man sagen „zum Glück“ wieder recht vielfältig.

Was gibt es neben den angesprochenen Autoren-Blockbustern und Independent-Filmen aktuell noch so zu sehen?

Arthouse

Arthouse-Filme sind quasi die klassischen Autoren-Filme, wie z. B. „The Banshees of Inisherin“, „The Zone of Interest“ oder „Poor Things“.

Genre-Revivals

Heutzutage sind Filme immer öfter ein Genremix, doch auch klassische Genres feiern so genannte Genre-Revivals, z. B. der klassische Kriminalfilm (die „Knives Out“-Reihe), Bodyhorror („The Substance“), Folkhorror („Midsommar“) oder Historienfilme („The Brutalist“).

Animationsfilme

Animationsfilme begeistern mit ihrem Mix aus Nutzung der modernen technischen Möglichkeiten sowie handgezeichneter Ästhetik und Street Art, z. B. „Spider-Man: Across the Spider-Verse“, „Der wilde Roboter“, „Der Junge und der Reiher“, „The Super Mario Bros. Movie“ oder „Flow“.

Sequels bzw. Legacy Sequels (Jahrzehnte später)

Nach wie vor werden Filme oder Filmreihen fortgesetzt, neben Marvelfilmen, sind das z. B. Filme wie „28 Years Later“, „Avatar: The Way of Water“ oder „Gladiator II“, um nur ein paar zu nennen.

Filme aus Streaming-Diensten

Zugegeben von Streaming-Diensten produzierte Filme sind oft eher B-Ware und werden gerne belächelt, oft auch zu Recht, dennoch gibt es auch positivere Beispiele, wie „Killers of the Flower Moon“ (Apple TV+), „Im Westen nichts Neues“ (Netflix), „Sound of Metal“ (Amazon Prime Video) oder „Elio“ (Disney+).

Der besondere Vorteil von Streaming-Diensten, aber auch Mediatheken, ist aber, dass man dort die Möglichkeit hat sämtliche Filmklassiker zu finden und zu gucken.

Und nun?

Wenn wir davon ausgehen, dass du entweder ins Kino gehen oder du wenigstens drei Streaming-Dienste abonniert hast, aus deren Filmrepertoire du zu Hause auswählen kannst, dann hast du täglich die Auswahl zwischen 10.000 bis 14.000 Filmtiteln aus denen du auswählen kannst. Und das obwohl Streamingdienste dir gerade mal 1% ihres Gesamtrepertoires überhaupt anzeigen.

Diese Tatsache führt bei vielen oft zur so genannten „Decision Paralysis“: die Auswahl ist so groß, dass man sich gar nicht mehr entscheiden kann und nach längerem scrollen durch die Streaming-Dienste den Fernseher vielleicht auch einfach aus macht ohne überhaupt etwas geguckt zu haben.

Meine Tipps:
  1. Ins Kino gehen: Das Kinoprogramm ist für dich ja quasi von den Kinos schon kuratiert, die Auswahl ist also viel kleiner.
  2. Kuratiere dir dein Angebot selbst: Hol doch mal Filmklassiker nach, Listen findet man dafür ja zu Hauf im Internet, oft auch nach Genre sortiert, dann kann man nach seinen eigenen Vorlieben gehen.
  3. Frag Verwandte/Freunde nach Filmtipps: Im besten Fall jemanden fragen, der einen ähnlichen Geschmack wie man selbst hat.
  4. Geh zu Filmfestivals: Man guckt plötzlich Filme, auf die man von alleine gar nicht gekommen wäre.
  5. Für Mutige: Fordere dich doch mal selbst heraus und guck bewusst etwas aus einem Genre, was du eigentlich nicht so magst.

Filme in den 2010er Jahren

2010er Jahre

Franchises gehen weiter

Zu Beginn der 2010er Jahre war die „Harry Potter“ Filmreihe dann mittlerweile bei ihren beiden Finalen Filmen angekommen.

Peter Jackson begann 2012 außerdem mit der „Hobbit“ Filmreihe, die Vorgeschichte von der „The Lord of the Rings (Der Herr der Ringe)“ Filmreihe zu erzählen. Im gleichen Jahr startete außerdem auch die „Hunger Games“ Filmreihe. Marvel führte in diesem Jahr zum ersten Mal alle seine Superhelden im ersten Avengers Film „Marvel’s The Avengers“ zusammen und schaffte damit dann einen Höhepunkt des MCUs (Marvels Cinematic Universe) mit den Filmen „Avengers: Infinity War“ von 2018 und „Avengers: Endgame“ von 2019.

Streaming-Revolution in den 2010er Jahren

Der Aufstieg von Anbietern wie Netflix, Amazon Prime und später Disney+ veränderte die Produktionsbedingungen und Sehgewohnheiten radikal. Netflix begann, eigene Filme auf Oscar-Niveau zu produzieren (Roma, The Irishman), was zu hitzigen Debatten über die Definition von „Kino“ führte. Das klassische „Mid-Budget“-Drama verschwand zunehmend aus dem Kino und fand im Streaming ein neues Zuhause.

Emigrierte Regisseure

Außerdem gibt es viele emigrierte bzw. ausländische Regisseure, die in den 2010er Jahren ihren Durchbruch in Hollywood schaffen, wie beispielsweise Tom Hooper, Michel Hazanavicius, Ang Lee, Alfonso Cuarón, Alejandro González Iñárritu und Guillermo del Toro.

A24

Das Studio wurde zur Marke für anspruchsvolles Genre-Kino (Hereditary, The Witch, Moonlight).

Bedeutende Filmgenres in den 2010er Jahren

„Elevated Horror“

Nach den Splatter-Trends der Vorjahre kehrte der psychologische und gesellschaftspolitische Horror zurück. Mit Get Out (2017) schuf er ein Werk, das Rassismus durch die Linse des Horrors thematisierte und zum kulturellen Zeitgeist wurde.

Renaissance des Sci-Fi

Regisseure wie Denis Villeneuve und Christopher Nolan schufen philosophisch anspruchsvolle Blockbuster: Inception (2010), Interstellar (2014) und Arrival (2016).

Nostalgische Musicals

Filme wie La La Land (2016) oder The Greatest Showman (2017) bewiesen, dass klassische Stoffe mit moderner Inszenierung ein Massenpublikum erreichen.

Bedeutende Schauspieler der 2010er Jahre (Auswahl):

  • Bradley Cooper
  • Ryan Gosling
  • Benedict Cumberbatch
  • Robert Downey Jr.
  • Colin Firth
  • Hugh Jackman
  • Mark Ruffalo
  • Jennifer Lawrence
  • Emma Stone
  • James Franco
  • Jessica Chestain
  • Matthew McConaughey
  • Amy Adams
  • Mahershala Ali
  • Lupita Nyong‘o
  • Octavia Spencer
  • Chadwick Boseman
Filmmusikkomponisten aus dieser Zeit (Auswahl):
  • Alan Silvestri (z. B. Captain America, Marvel’s the Avengers, Avengers: Infinity War, Avengers: Endgame)
  • Tom Holkenborg (z. B. Mad Max: Fury Road, Deadpool)
  • Tyler Bates (Sucker Punch, Guardians of the Galaxy Vol. 1 und 2)

Quelle: Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)

Filme der 2010er Jahre:

Filme in den 70er Jahren

70er Jahre

Die Blütezeit des „New Hollywood“

New Hollywood steht für eine thematische und auch stilistische Erneuerung.

Nach dem Zusammenbruch des alten Studiosystems übernahmen in den 70er Jahren junge, an Filmhochschulen ausgebildete Regisseure das Ruder. Ihre Filme waren geprägt von Pessimismus, gesellschaftlicher Kritik und einer hohen künstlerischen Integrität.

Ein Hauptthema der Filme dieser Zeit: Männer auf der Suche nach sich selbst und einem anderen Amerika. Doch – Spoiler – die Erwartungen der Protagoinisten erfüllen sich in der Regel nicht.

Verarbeitung des Vietnam Kriegs

Außerdem wurde auch der Vietnamkrieg filmisch verarbeitet. Als Beispiel seien hier der Filme wie „The Deer Hunter (Die durch die Hölle gehen)“ und „Apokalypse Now“ genannt.

Frauenbewegung

Ein Thema das in den Filmen dieser Zeit aufgegriffen wurde, war die Frauenbewegung, beispielsweise im Film „A Woman under Influence (Eine Frau unter Einfluß)“ aus dem Jahre 1974.

„Nouvelle Vague“

Die Stilrichtung des französischen Kinos „Nouvelle Vague“ aus den 50er/60er Jahren schwappte in den 70er Jahren rüber nach Hollywood. Diese neue Art des Filmemachens machten verschiedene Aspekte aus: beispielsweise Drehen mit Handkameras außerhalb des Studios, Casten von eher unbekannten Schauspielern und Verwenden eines sogenannten „Jump-Cut“.

Stereosound

Neu war außerdem, dass man Filme nun vermehrt mit Stereosound ausstattete, also zwei Tonkanälen anstatt nur einem, beispielsweise in den Filmen „The Godfather (Der Pate)“ und „A Star is born“. Außerdem verwendete man nun auch immer mehr verschiedene Tonspuren, um die Stimmen, Geräusche und Musik individuell anpassen zu können, beispielsweise in den Filmen „Nasville“und „Jaws (Der weiße Hai)„.

Surroundsound

Ende der 70er Jahre begann man dann auch schon Filme nicht mehr nur in Stereo zu zeigen, sondern mit einem Surroundsound d. h. 4 und mehr Tonkanäle, ausstattete, beispielsweise der Film „Apocalypse Now“.

Filmmusik

Ab den 70er Jahren setzte man wieder bewusst große Orchester für die Filmmusiken ein, wie z. B. in den Filmen „Jaws (Der weiße Hai)“ und „Star Wars Episode IV„.

Bedeutende Filmgenres in dieser Zeit

Musikfilme

Auch in den 70er Jahren waren Musikfilme sehr beliebt, wie beispielsweise „Saturday Night Fever“ aus dem Jahr 1977.

Blaxploitation

Es entstand außerdem das Filmgenre des „Blaxploitation“. Filme wurden in diesem Genre aus Sicht von Afroamerikanern gedreht. Als Beispiel sei hier der Film „Sweet Sweetback’s Baadasssss Song (Sweet Sweetbacks Lied)“ aus dem Jahre 1971 genannt.

New Gangster Film

Coppola definierte das Genre mit Der Pate (1972) neu, indem er das organisierte Verbrechen als Familiensaga und dunkle Spiegelung des Kapitalismus inszenierte.

Katastrophenfilm

In der ersten Hälfte der 70er boomten Filme wie Flammendes Inferno (1974) oder Poseidon Inferno (1972), die den Eskapismus durch gigantische Zerstörungsszenarien bedienten.

Horrorfilm

Aufbauend auf Hitchcocks Psycho wurde das Grauen physischer und psychologisch verstörender.

Superheldenfilm

Außerdem gab es mit dem Film „Superman“ aus dem Jahr 1978 den ersten Superheldenfilm.

Erster „richtiger“ Blockbuster

Der Film „Jaws (Der weiße Hai)“ aus dem Jahr 1975 wird als erster „richtiger“ Blockbuster angesehen, u. a. da dieser Film der erste war, der mit einem großen Vorlauf schon beworben wurde.

Die Star-Wars Filmreihe

Mit dem Film „Krieg der Sterne“ aus dem Jahr 1977 startete in den 70er Jahren auch die sehr erfolgreiche Star Wars Filmreihe. Dieser Film war auch bahnbrechend was Specialeffects aber auch die Soundeffekte anging. So mussten für viele nicht real existierende Dinge, wie beispielsweise Raumschiffe und Laserschwerte sowie Wesen, wie beispielsweise R2-D2 und Wookie, Soundeffekte gefunden weden, für letzteren wurden beispielsweise die Geräusche eines Bären verwendet.

Filmstudios die in den 70er Jahren gegründet wurden:

Bedeutende Filmemacher aus dieser Zeit (Auswahl):

  • Francis Ford Coppola
  • George Lucas
  • Martin Scorsese
  • Steven Spielberg
  • Woody Allen
  • Ridley Scott

Bedeutende Schauspieler aus dieser Zeit (Auswahl):

  • Al Pacino
  • Robert De Niro
  • Harrison Ford
  • Dustin Hoffman
  • Jack Nicholson
  • Diane Keaton
  • Robert Redford
  • Silvester Stallone
  • Sigourney Weaver
  • Martin Sheen
  • Bruce Lee

Filmmusikkomponisten aus dieser Zeit (Auswahl):

  • John Williams (z. B. Jaws, Star Wars, Superman)

Quellen:

  • Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)
  • Dokumentation „Making Waves: The Art of Cinematic Sound“, USA 2019, (produziert für arte)
  • Norbert Grob und Bernd Kiefer: Stilepochen des Films. New Hollywood, Stuttgart, 2017, S. 12 und 14.

Filme aus den 70er Jahren:

 

The Sixth Sense

„Ich sehe tote Menschen…“ Cole Sear in The Sixth Sense

The Sixth Sense

  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Genre: Psychothriller
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Night Shyamalan
  • Drehbuch: Night Shyamalan
  • Musik: James Newton Howard
  • Besetzung u. a.: Bruce Willis, Haley Joel Osment, Toni Collette, Mischa Barton, Donnie Wahlberg, Olivia Williams

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=HXG4HTIlc1U

Quelle: Youtube Kanal von HD Retro Trailers

Worum geht’s:

Der erfolgreiche Kinderpsychologe Malcolm Crowe (Bruce Willis) wird eines Abends in seinem Haus von einem ehemaligen Patienten, Vincent Grey (Donnie Wahlberg), angegriffen. Vincent wirft Crowe vor, ihm damals nicht geholfen zu haben, schießt auf ihn und nimmt sich anschließend selbst das Leben.

Ein Jahr später: Malcolm hat den Vorfall physisch überlebt, ist aber psychisch gezeichnet. Seine Ehe mit seiner Frau Anna (Olivia Williams) ist erkaltet; sie scheint ihn völlig zu ignorieren. Er konzentriert sich voll auf einen neuen Fall, der ihn an Vincent erinnert: den achtjährigen Cole Sear (Haley Joel Osment). Cole ist ein Außenseiter, wirkt verängstigt und wird von seinen Mitschülern gemieden. Malcolm versucht mühsam, Coles Vertrauen zu gewinnen. Schließlich offenbart Cole ihm sein dunkles Geheimnis in einem der berühmtesten Sätze der Kinogeschichte:

„Ich sehe tote Menschen.“

Interessantes zur Besetzung:

M. Night Shyamalan hatte Bruce Willis schon beim Schreiben des Drehbuchs für die Rolle des Malcolm Crowe im Kopf.[1]

Neben Toni Collette waren auch Marisa Tomei und Claire Forlani im Gespräch für die Rolle von Coles Mutter.[2]

Regisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan hat einen Cameo-Auftritt als Arzt im Film.

Erfolge:

The Sith Sense war im Jahr 1999 der zweiterfolgreichste Film an den Kinokassen – nur geschlagen von Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung.

Interessante Hintergrundinfos:

Die Crew baute riesige Kühlboxen um die Sets herum, um die Temperatur tatsächlich unter den Gefrierpunkt zu senken. So war der Atem der Schauspieler echt und die Gänsehaut keine Maske.

„The Sixth Sense“ wurde fast chronologisch gedreht.

Die Handlung besteht streng genommen aus zwei ineinander verwobenen Handlungssträngen: einmal der von Cole Sear und einmal der von Malcom Crowe.

Viele Szenen sind nur in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht.

Rot symbolisiert immer eine Berührung oder einen Einfluss der „Anderen Welt“ (der Toten) auf die Welt der Lebenden.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

The Sixth Sense war einer der ersten Filme, der im Internet-Zeitalter eine massive Diskussion über „Spoiler“ auslöste. Die Leute gingen mehrmals ins Kino, nur um zu sehen, wie die versteckten Hinweise (z. B. die Farbe Rot) im Kontext des Wissens um das Ende wirken.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

The Sixth Sense gilt mit seiner überraschenden, aber geschickt konstruierten Auflösung als eines der bekanntesten Beispiele für ein sogenanntes Twist Ending.

Das Gefühl, nicht gehört oder gesehen zu werden (wie Cole in der Schule oder Malcolm von seiner Frau), ist in unserer heutigen, digital vernetzten, aber oft sozial isolierten Welt aktueller denn je.

The Sixth Sense ist im Kern ein Trauer-Drama. Er zeigt, wie schwer es ist, Abschied zu nehmen. Das ist eine universelle menschliche Erfahrung, die niemals aus der Mode kommt.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0167404/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl. Ebd.

Filme in den 50er Jahren

die 50er Jahre waren nicht mehr nur ernst

Kino im Wettbewerb mit dem Fernsehen

In den 50er Jahren zogen in den USA die Fernsehgeräte nach und nach in die Wohnzimmer der Menschen und wurden zunehmend eine echte Konkurrenz für das Kino. Um die Zuschauer aus ihren Wohnzimmern zurück in die Säle zu locken, setzte Hollywood auf Formate, die das kleine TV-Gerät nicht bieten konnte:Formate wie CinemaScope, VistaVision und Cinerama machten das Bild breiter und gewaltiger. Technicolor wurde zum Standard für große Produktionen.

Farbfilm

Im Übergang zu den 60er Jahren gab es nach und nach auch immer mehr Farbfilme.

Filmmusik in den 50er Jahren

Ab den 50er Jahren wurde die Filmmusik auch zunehmend von Rock- und Popmusik beinflusst.

Regisseure werden zu Marken

Ende der 50er Jahre war dann auch das Ende des „Golden Age“ in Hollywood.

In der Zeit des Übergangs von den 50er zu den 60er Jahren waren es außerdem zunehmend nicht mehr die Studios, die entschieden welche Filme gemacht wurden, sondern die Regisseure, die sich entschieden welche Filme sie gerne drehen wollten. Regisseure wurden quasi selbst zu einer Marke. Viele Zuschauer gingen in einem Film, weil er von Regisseur XY gedreht wurde.

Bedeutende Filmgenres dieser Zeit

Goldenes Zeitalter des Science Fiction

Außerdem bestimmte zu dieser Zeit die Angst von Kommunisten unterwandert zu sein das Geschehen in Hollywood. Aus dieser Angst heraus entstanden einige Science-Fiction Filme, wie z. B. 1951 „The Thing from another World (Das Ding aus einer anderen Welt)“. Anstelle von Kommunisten waren es in den Filmen Aliens, die die Menschheit unterwanderten.

Auch die Angst vor Atombomben griffen viele Filmemacher auf. Der Film „Godzilla, King of the Monsters“ von 1956 entstand vor diesem Hintergrund. Anstelle einer Atombombe, war es das Monster Godzilla, welches ganze Städte in Schutt und Asche legte.

Monumentalfilme

Gigantische Epen wie Die zehn Gebote (1956) und Ben Hur (1959) nutzten die neue Technik für Massenszenen und opulente Kulissen.

Filmmusical

Die MGM-Produktionen erreichten ihren künstlerischen Zenit. Die Integration von Tanz in die Erzählstruktur wurde perfektioniert.

Bedeutende Filmemacher aus dieser Zeit (Auswahl):

  • John Ford
  • Stanley Kubrick
  • Akira Kurosawa

Bedeutende Schauspieler aus dieser Zeit (Auswahl):

  • James Dean
  • Cary Grant
  • Tony Curtis
  • James Stewart
  • Kirk Douglas

Quellen:

  • Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)
  • Dokumentation „Making Waves: The Art of Cinematic Sound“, USA 2019, (produziert für arte)

Filme der 50er Jahre:

Invasion of the Body Snatchers (Invasion der Körperfresser/Die Dämonischen)

„Alle Merkmale fehlen, aber keine Details… kein Charakter, keine Linien.“

Invasion of the Body Snatchers

  • Erscheinungsjahr: 1956
  • Genre: Horrorfilm, Science-Fiction
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Don Siegel
  • Drehbuch: Daniel Mainwarning
  • Musik: Carmen Dragon
  • Besetzung u. a.: Kevin McCarthy, Dana Wynter, Carolyn Jones, Virginia Christine, Tom Fadden, Whit Bissell, Bobby Clark, Larry Gates

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bZDq6ZxGuYE

Quelle: YouTube Kanal von Paramount Movies

Worum geht’s:

„Invasion of the Body Snatchers“ beginnt in einem Krankenhaus. Dr. Miles Bennell (Kevin McCarthy) wird von der Polizei festgehalten. Er wirkt völlig verstört, fast wahnsinnig, und behauptet, eine unglaubliche Geschichte erlebt zu haben. Ein Psychiater, Dr. Hill (Whit Bissell), wird gerufen. Miles beginnt, ihm in einer langen Rückblende die Ereignisse der letzten Tage in seiner Heimatstadt Santa Mira zu schildern.

Miles kehrte vorzeitig von einem Kongress zurück, da ihn beunruhigende Nachrichten von Patienten erreicht hatten. Zunächst wirkte die kalifornische Kleinstadt idyllisch, doch Miles bemerkte bald eine seltsame „Epidemie“.

  • Der kleine Jimmy Grimaldi (Bobby Clark) behauptet unter Tränen, seine Mutter sei nicht mehr seine Mutter.
  • Miles’ Jugendliebe Becky Driscoll (Dana Wynter) berichtet, dass ihre Cousine Wilma glaubt, ihr Onkel Ira sei ein Hochstapler, obwohl er exakt wie er aussieht und alles über ihn weiß.

Miles’ Kollege, der Psychiater Dr. Dan Kauffman, (Larry Gates) tut dies als „Massenhysterie“ ab – eine kollektive Reaktion auf die Ängste der modernen Welt.

Basiert auf:

Dem Roman Die Körperfresser kommen (The Body Snatchers) von Jack Finney.

Erfolge:

1994 wurde Invasion of the Body Snatchers in das National Film Registry (Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden) aufgenommen.[1]

Interessante Hintergrundinfos:

„Invasion of the Body Snatchers“ wurde in nur 23 Tagen mit einem Budget von rund 380.000 US-Dollar gedreht. Trotz der begrenzten Mittel schaffte es Regisseur Don Siegel durch Lichtsetzung und Kameraführung, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die teurere Produktionen oft vermissen ließen.

Die „Pods“ (Samenkapseln) bestanden aus billigem Latex. Die Schauspieler mussten für die Abdrücke der Körperhüllen in Gipsformen liegen, was Kevin McCarthy später als „extrem unangenehm und klaustrophobisch“ beschrieb.

Kameramann Ellsworth Fredericks nutzte extreme Schärfentiefe, um sowohl die Gesichter im Vordergrund als auch die (potenziell bedrohliche) Umgebung im Hintergrund gleichzeitig scharf zu zeigen, was die Paranoia visuell verstärkte.

Neuverfilmungen:

1978 erschien Die Körperfresser kommen von Philip Kaufman mit Donald Sutherland in der Hauptrolle, 1993 Body Snatchers – Angriff der Körperfresser von Abel Ferrara und 2007 die Neuadaption von Oliver Hirschbiegel unter dem Titel Invasion mit Nicole Kidman und Daniel Craig in den Hauptrollen.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

„Invasion of the Body Snatchers“ war einer der wichtigsten Vertreter seines Genres der 1950er Jahre.

„Invasion of the Body Snatchers“ ist ein Spiegelbild der Ära des Kalten Krieges und der sozialen Umbrüche im Amerika der 1950er Jahre. Er thematisiert zentrale Ängste dieser Zeit:

Viele sahen in den gefühlskalten Duplikaten eine Metapher für die „Rote Gefahr“ – die Angst, dass Kommunisten unbemerkt die amerikanische Gesellschaft infiltrieren und den Individualismus zerstören könnten. Der Regisseur selbst betonte oft, dass es ihm weniger um Politik als um die allgemeine „Menschliche Gleichgültigkeit“ ging – die Sorge, dass Menschen im Alltag ihre Menschlichkeit verlieren.[2]

Die Angst vor biologischen Gefahren und außerirdischen Bedrohungen spiegelte die allgemeine Verunsicherung durch das Atomzeitalter wider.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Dr. Miles Bennell wird in „Invasion of the Body Snatchers“ als „verrückt“ abgestempelt, obwohl er die Wahrheit sieht. Dieses Motiv der systematischen Verunsicherung („Gaslighting“) durch eine Mehrheit, die eine falsche Realität behauptet, ist heute relevanter denn je.

„Invasion of the Body Snatchers“ erfand quasi den „Body Horror“ und den psychologischen Verfolgungsterror mit. Ohne diesen Film gäbe es keine Werke wie The Thing (John Carpenter), Alien oder moderne Hits wie Get Out und Us von Jordan Peele, die ebenfalls soziale Ängste in körperlichen Horror übersetzen.

[1] https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[2] Thomas Koebner: Filmgenres. Sciene Fiction, Stuttgart, 2003, S. 96-97.

Snow White and the Seven Dwarfs (Schneewittchen und die sieben Zwerge)

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ die böse Königoin in Snow White and the Seven Dwarfs

Snow White Walk of Fame
kulo, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

  • Erscheinungsjahr: 1937
  • Genre: Zeichentrickfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: David D. Hand
  • Drehbuch: Ted Sears und Richard Creedon
  • Musik: Leigh Harline, Paul J. Smith, Frank Churchill, Orchestration: Oliver Wallace

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=TFbxd7PVIOw

Quelle: YouTube Kanal von Disney Kids

Worum geht’s:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ beginnt mit einer eitlen und bösen Königin, die Schneewittchen, ihre wunderschöne Stieftochter, aus Eifersucht als einfache Magd am Hof arbeiten lässt. Die Königin befragt täglich ihren Magischen Spiegel: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Eines Tages antwortet der Spiegel jedoch, dass Schneewittchen nun die Schönste sei.

Kurz darauf trifft Schneewittchen an einem Brunnen auf einen jungen Prinzen, und beide verlieben sich sofort ineinander…

Basiert auf:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ liegt das Märchen Schneewittchen der Brüder Grimm zugrunde.

Erfolge:

Mit einem damaligen Einspielergebnis von rund acht Millionen US-Dollar war er zu jener Zeit der weltweit erfolgreichste Tonfilm, bis er von Vom Winde verweht abgelöst wurde.

Aufgrund seiner kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung wurde der Film 1989 als einer der ersten Filme in das National Film Registry der USA aufgenommen.[1]

1939 erhielt Walt Disney einen Ehren-Oscar für seine „bedeutende filmische Innovation“. Um die sieben Zwerge zu symbolisieren, bestand der Preis aus einer großen Statue und sieben kleinen Miniatur-Oscars, überreicht von Shirley Temple.[2]

Interessante Hintergrundinfos:

Für den Film wurden insgesamt etwa 1,5 Millionen einzelne Zeichnungen angefertigt. Rund 750 Künstler waren an der dreijährigen Produktionszeit beteiligt.

Um die Bewegungen von Schneewittchen so realistisch wie möglich zu gestalten, wurden Realfilm-Aufnahmen der Tänzerin Marge Champion (damals Marge Belcher) als Vorlage für die Animatoren genutzt. Auch für den Prinzen und die Königin gab es menschliche Vorbilder.

Um die Illusion von Tiefe zu erzeugen, wurde die von Bill Garity entwickelte Multiplan-Kamera eingesetzt. Dabei wurden verschiedene Ebenen der Animation (Vordergrund, Charaktere, Hintergrund) in unterschiedlichen Abständen zur Linse platziert und unabhängig voneinander bewegt. Dies war eine technische Revolution.

Klassiker wie „Hei-ho“ oder „Someday My Prince Will Come“ machten den Film auch musikalisch zu einem Meilenstein. Er war zudem der erste Film, zu dem ein offizieller Soundtrack-Alben veröffentlicht wurde.

Nach 74 Jahren feierte der Film am 22. April 2011 auf Sat.1 seine deutsche Free-TV-Premiere.

Im Jahr 2025 brachte die Disney Company eine Realverfilmung mit computeranimierten Elementen heraus.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

„Snow White and the Seven Dwarfs“vwar der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ bildete aufgrund seines großen Erfolges den Grundstein für eine Vielzahl von weiteren Familien-Zeichentrickfilmen aus dem Hause Disney. Nahezu alle modernen Animationsfilme folgen noch heute der von Schneewittchen etablierten Formel: die Verbindung von Märchenmotiven, Sidekicks zur komödiantischen Auflockerung und eingängigen Musical-Nummern.

[1] https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[2] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1939

Marriage Story

„Ich möchte, dass Sie wissen, dass das alles irgendwann vorbei sein wird und egal was wir gewinnen oder verlieren… es werden Sie zwei sein, die das gemeinsam herausfinden müssen.“ Bert Spitz in Marriage Story

Marriage Story

    • Erscheinungsjahr: 2019
    • Genre: Tragikomödie
    • Produktionsland: USA
    • Regie: Noah Baumbach
    • Drehbuch: Noah Baumbach
    • Musik: Randy Newman
    • Besetzung u. a.: Scarlett Johansson, Adam Driver, Laura Dern, Alan Alda, Wallace Shawn, Azhy Robertson

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BHi-a1n8t7M

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

Worum geht’s:

„Marriage Story“ beginnt mit zwei Voice-Over-Monologen: Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johansson) zählen auf, was sie am jeweils anderen lieben. Diese Texte wurden im Rahmen einer Mediation geschrieben, da sich das Paar in einer Trennungsphase befindet.

Das Paar lebt in Brooklyn, New York. Charlie ist ein erfolgreicher, avantgardistischer Theaterregisseur, und Nicole ist die Hauptdarstellerin seiner Stücke. Sie haben einen gemeinsamen achtjährigen Sohn, Henry (Azhy Robertson).

Basiert auf:

„Marriage Story“ gilt als semi-autobiografisch in Bezug auf Noah Baumbachs Scheidung von der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh im Jahr 2013. Viele Parallelen sind erkennbar, etwa dass Leigh ebenfalls eine gebürtige Kalifornierin ist, die mit Baumbach in New York lebte und für Filmprojekte nach Los Angeles zurückkehrte. Auch sie reichte die Scheidung in L.A. ein. Baumbach zeigte Leigh das Drehbuch und den fertigen Film, was sie als sehr respektvolle Geste empfand.

Interessantes zur Besetzung:

Regisseur Noah Baumbach schrieb die Hauptrollen speziell für Adam Driver und Scarlett Johansson. Als er sich zum ersten Mal mit Johansson traf, um über die Rolle zu sprechen, wusste er nicht, dass sie sich gerade selbst mitten in ihrer zweiten Scheidung befand. Ihre persönlichen Erfahrungen flossen stark in die Figur der Nicole ein.

Erfolge:

„Marriage Story“ hat einen Oscar® gewonnen:[1]

      • Laura Dern als Beste Nebendarstellerin

Interessante Hintergrundinfos:

Laura Derns Charakter, die Anwältin Nora Fanshaw, ist inspiriert von der berühmten Hollywood-Scheidungsanwältin Laura Wasser. Wasser vertrat nicht nur Noah Baumbach bei dessen Scheidung von Jennifer Jason Leigh, sondern auch Laura Dern selbst sowie Scarlett Johansson. Einige Szenen wurden sogar in Wassers echter Kanzlei gedreht.[2]

Für die Szene, in der Charlie aus Frustration gegen eine Wand schlägt, benötigte Driver etwa 15 Takes – und schlug dabei fast durch die echte Wand hinter der Kulisse.[3]

Da beide Hauptfiguren aus der Theaterwelt kommen, ist der Film voll von theatralischen Elementen. Die Scheidungsverhandlungen wirken oft wie eine Inszenierung, in der die Anwälte die „Regie“ übernehmen und die Partner nur noch Rollen spielen, die sie eigentlich nicht wollen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film ist heute aktueller denn je, da er zeigt, wie externe Systeme (wie das Rechtssystem oder soziale Erwartungen) authentische menschliche Beziehungen korrumpieren.

Als einer der ersten großen Netflix-Filme, der bei den Oscars ernst genommen wurde, markierte „Marriage Story“ einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Heimkino-Produktionen als qualitativ hochwertiges Kino.

[1] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2020

[2] https://www.imdb.com/de/title/tt7653254/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[3] Vgl. Ebd.

The Irishman

„Wenn ich jemanden bitte, etwas für mich zu erledigen, erwarte ich, dass er es selbst erledigt. Ich brauche keine zwei Wege zurück zu mir.“ Russell Bufalinos in The Irishman

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Ypehmish, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    • Erscheinungsjahr: 2019
    • Genre: Mafiafilm, Gangsterfilm
    • Produktionsland: USA
    • Regie: Martin Scorsese
    • Drehbuch: Steven Zaillian
    • Musik: Robbie Robertson
    • Besetzung u. a.: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Anna Paquin, Jesse Plemons, Harvey Keitel, Bobby Cannavale

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=RS3aHkkfuEI

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

Worum geht’s:

„The Irishman“ konzentriert sich hauptsächlich auf das Leben von Frank Sheeran (Robert De Niro), einen Lastwagenfahrer irischer Abstammung, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Auftragsmörder für die amerikanische Cosa Nostra aufsteigt.

Sheeran lernt in den 1950er Jahren den Mafiaboss Russell Bufalino (Joe Pesci) kennen und steigt durch dessen Kontakte und „schmutzige Aufträge“ in die organisierte Kriminalität ein. Das euphemistische Codewort für Mord lautet: „Häuser streichen“. Bufalino stellt Sheeran dem mächtigen und mit der Mafia verbandelten Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa (Al Pacino) vor. Sheeran wird Hoffas Leibwächter und enger Vertrauter, wodurch eine tiefe Freundschaft entsteht.

Basiert auf:

Der Autobiografie von Frank „The Irishman“ Sheeran.

Interessantes zur Besetzung:

Martin Scorsese holte Joe Pesci für die Rolle des Russell Bufalino aus dem Ruhestand zurück.

Interessante Hintergrundinfos:

Die Entwicklung von „The Irishman“ dauerte fast ein ganzes Jahrzehnt. Robert De Niro war es, der Martin Scorsese den Stoff (das Buch I Heard You Paint Houses) Anfang der 2000er Jahre vorstellte, aber die Komplexität und die Kosten hielten das Projekt lange auf.

Da sich die Geschichte des Films über einen Zeitraum von 30 beziehungsweise 60 Jahren erstreckt, so in Erinnerungsrückblenden von Frank Sheeran, wurden die Schauspieler teilweise durch CGI-Effekte des Unternehmens Industrial Light & Magic verjüngt.[1]

Aufgrund des hohen Budgets – insbesondere wegen der teuren digitalen Verjüngungstechnologie – weigerten sich traditionelle Hollywood-Studios, das Projekt zu finanzieren. Erst Netflix bot die benötigten Ressourcen an, was dem Streamingdienst zum ersten Mal die Arbeit mit einem Regisseur von Scorseses Kaliber ermöglichte.

Zu Beginn des Films werden viele der Nebenfiguren vorgestellt, indem ihre Namen im Untertitel eingeblendet werden, gefolgt von der Art und Weise, wie sie später sterben werden. Dies ist ein sehr dunkler, metaphysischer Kniff von Scorsese, der den Zuschauer von Anfang an daran erinnert, dass es in dieser Welt keinen Ruhm, sondern nur den Tod und die Vergänglichkeit gibt – ein zentrales Thema des Films.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„The Irishman“ dekonstruiert bewusst den Mythos des coolen, glamourösen Gangsters. Statt um den Aufstieg geht es um den melancholischen Verfall und die Reue. Die Gangster sind am Ende alte, einsame Männer in Pflegeheimen, die ihre Taten nicht beichten können (oder wollen) und deren wahre Bestrafung die Entfremdung von ihren Liebsten (symbolisiert durch Peggy) ist.

[1] https://www.indiewire.com/features/general/the-irishman-details-martin-scorsese-robert-de-niro-al-pacino-joe-pesci-everything-you-must-know-1201856631/2/

 

The Prestige – Die Meister der Magie

„Nun suchen Sie nach dem Geheimnis. Aber Sie werden es nicht finden. Denn natürlich ist es so, dass Sie nicht wirklich hinsehen. Sie wollen es eigentlich gar nicht wissen. Sie wollen sich täuschen lassen.“ John Cutter in The Prestige

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    • Erscheinungsjahr: 2006
    • Genre: Thriller
    • Produktionsland: USA, GB
    • Regie: Christopher Nolan
    • Drehbuch: Jonathan Nolan und Christopher Nolan
    • Musik: David Julyan
    • Besetzung u. a.: Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine, Piper Perabo, Rebecca Hall, Scarlett Johansson, David Bowie, Andy Serkis

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zV9BRcgOrO8

Quelle: YouTube Kanal von HD Retro Trailers

Worum geht’s:

Zu Beginn von „The Prestige“ erklärt der erfahrene Zaubertechniker Cutter (Michael Caine), dass jeder Zaubertrick aus drei Akten besteht:

      1. The Pledge (Das Versprechen): Der Magier zeigt dem Publikum etwas ganz Normales (einen Vogel, eine Frau, einen Mann).
      2. The Turn (Die Wendung): Der Magier lässt das Gezeigte auf wundersame Weise verschwinden.
      3. The Prestige (Das Ansehen): Der schwierigste Teil, bei dem der Magier das Verschwundene wieder erscheinen lässt.

Die Handlung des Films folgt dieser Struktur.

Die beiden jungen, angehenden Zauberkünstler Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) arbeiten zunächst als Assistenten desselben Mentors. Sie sind von der Magie fasziniert, aber grundverschieden: Borden: Ein innovativer, risikofreudiger Magier aus der Arbeiterklasse, der der Illusion alles unterordnet. Angier: Ein glamouröser Showman aus der Oberschicht, der das Rampenlicht mehr liebt als das Handwerk.

Die Partnerschaft zerbricht, als Angiers Frau, Julia (Piper Perabo), bei einem gefährlichen Wassertrick ums Leben kommt. Angier gibt Borden die Schuld, weil er eine unsichere Art von Knoten verwendete. Die Rivalität eskaliert von da an zu einer tödlichen Fehde.

Basiert auf:

Dem Roman Das Kabinett des Magiers (1995) von Christopher Priest.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Hugh Jackman war auch Josh Hartnett im Gespräch für die Rolle des Robert Angier.[1]

Die Rolle des exzentrischen Wissenschaftlers Nikola Tesla wird von David Bowie verkörpert. Bowie lehnte die Rolle zunächst ab, aber Nolan flog extra zu ihm, um ihn persönlich zu treffen und zu überzeugen.

Interessante Hintergrundinfos:

Christopher Nolan sieht die Zauberkunst als Metapher für das Filmemachen. Der Regisseur erschafft eine Illusion, von der das Publikum weiß, dass sie nicht echt ist, aber trotzdem bereit ist, sich täuschen zu lassen und staunen will.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Kern von „The Prestige“ ist eine Charakterstudie über die Obsession und den Preis der Perfektion.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0482571/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3