Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis

„Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Kriminalitätsrate in Sandford so niedrig ist, aber die Unfallrate so hoch?“ Nicholas Angel in Hot Fuzz

Hotfuzzfilming
Andrew from London, UK, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2007
  • Genre: Actionkomödie
  • Produktionsland: GB, Frankreich
  • Regie: Edgar Wright
  • Drehbuch: Edgar Wright und Simon Pegg
  • Musik: David Arnold
  • Besetzung u. a.: Simon Pegg, Nick Frost, Bill Nighy, Martin Freeman, Jim Broadbent, Timothy Dalton, Paddy Considine, Olivia Coleman, David Bradley, Steve Cogan

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ayTnvVpj9t4

Quelle: YouTube Kanal von Movieclips

Worum geht’s:

In „Hot Fuzz“ ist Nicholas Angel (Simon Pegg) Londons absolut bester Cop – so gut, dass er seine Kollegen frustriert und ins scheinbar friedlichste Dorf Englands strafversetzt wird. Kriminalitätsrate: null. Doch als dort plötzlich bizarre, brutale Todesfälle passieren, die vom ganzen Dorf stur als „Unfälle“ abgetan werden, wittert Angel ein Verbrechen. Gemeinsam mit seinem naiven, Actionfilm-besessenen Partner Danny (Nick Frost) deckt er eine absurde Verschwörung der örtlichen Nachbarschaftswache auf.

Basiert auf:

Hot Fuzz ist eine gigantische Liebeserklärung an das Action-Kino der 80er und 90er Jahre – und zwar ganz spezifisch an das Subgenre des amerikanischen Buddy-Cop-Films.

Interessantes zur Besetzung:

Der ehemalige James Bond (Der Hauch des Todes, Lizenz zum Töten) liefert als schmieriger Supermarktleiter Simon Skinner eine absolute Glanzleistung ab. Das Drehbuch nutzt seine Bond-Vergangenheit für einen genialen Meta-Gag: Die Dienstnummer, die Nicholas Angel im Film zugewiesen bekommt, ist die 777. Der einzige Charakter, der ihn im gesamten Film konsequent mit dieser Nummer anspricht („Kommen Sie rein, Sieben-Sieben-Sieben“), ist ausgerechnet Ex-007 Timothy Dalton.

Bevor sie mit The Favourite den Oscar holte und durch The Crown oder Fleabag zum globalen Star wurde, spielte Olivia Colman hier eine ihrer genialsten frühen Comedy-Rollen: PC Doris Thatcher. Als einzige Frau in der verschlafenen Dorftruppe fällt sie vor allem durch ihre permanenten, absurd schlüpfrigen Doppeldeutigkeiten und ihr dreckiges Lachen auf.

Cate Blanchett und Peter Jackson haben einen Cameo-Auftritt in „Hot Fuzz“.[1]

Erfolge:

In Großbritannien war Hot Fuzz bei seinem Start der erfolgreichste Film des Jahres am Eröffnungswochenende und hielt sich wochenlang an der Spitze der Kinocharts.

Interessante Hintergrundinfos:

Hot Fuzz ist der zweite Film der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie, die von Simon Pegg und Edgar Wright erfunden wurde. Die Filme der Trilogie zeigen viel Blut und das Verspeisen eines Eises durch mindestens einen der Protagonisten.[2]

Das fiktive, idyllische Dorf Sandford ist in Wahrheit die Stadt Wells in Somerset – und das ist ausgerechnet die Heimatstadt von Regisseur Edgar Wright. Der Somerfield-Supermarkt, der im Film von Timothy Dalton geleitet wird und Schauplatz des finalen Gefechts ist, war der exakte Supermarkt, in dem Edgar Wright als Teenager selbst gearbeitet hat. Er beschrieb den Dreh dort als „therapeutisch“, weil er im Film symbolisch alles kurz und klein schlagen durfte.

Um das Drehbuch so authentisch wie möglich zu schreiben, interviewten Wright und Pegg monatelang echte Polizisten in Wiltshire und Gloucestershire. Viele der absurden Dialoge im Film stammen eins zu eins aus diesen Gesprächen. Die Polizisten beschwerten sich alle, dass im Kino nie gezeigt wird, wie viel Papierkram sie eigentlich erledigen müssen. Wright machte genau das zu einem Running Gag: Nicholas Angel liebt Papierkram und füllt selbst nach dem wildesten Showdown pflichtbewusst seine Berichte aus. Auch die Sache mit dem entlaufenen Schwan basiert auf echten Berichten von Dorfpolizisten, die sich regelmäßig mit eingefangenen Tieren herumschlagen müssen.

Edgar Wright treibt den Schnitt und das Sounddesign im Film auf die Spitze. Für das Finale wollte er, dass die Schüsse so brachial klingen wie im Action-Klassiker Heat. Weil das Budget für echte Hollywood-Soundeffekte knapp war, mischten die Sounddesigner unter jedes Schussgeräusch die Laute von wilden Tieren (wie brüllende Löwen, fauchende Jaguare und klappernde Klapperschlangen), um den Waffen einen extrem aggressiven, unnatürlichen Sound zu verpassen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Die meisten Parodien (wie Scary Movie oder Epic Movie) altern schlecht, weil sie sich lediglich über ihr Zielobjekt lustig machen und billige Slapstick-Kopien liefern. Hot Fuzz hingegen dekonstruiert das Action-Genre mit tiefem Respekt. Wenn das Finale ausbricht, wechselt der Film zwar in den Parodie-Modus, liefert aber gleichzeitig eine handwerklich absolut erstklassige, packende und extrem gut choreografierte Action-Sequenz ab. Der Film macht sich nicht über Actionfilme lustig, sondern zeigt, wie man deren Energie mit britischer Schrulligkeit fusioniert.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0425112/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] https://www.imdb.com/title/tt0365748/trivia/?ref_=tt_ql_3

Interstellar

„Liebe ist das Einzige, was wir wahrnehmen können, dass die Dimensionen von Zeit und Raum transzendiert. Vielleicht sollten wir darauf vertrauen, selbst wenn wir es noch nicht verstehen können.“ Dr. Brand in Interstellar

Artist’s concepts of the most distant supermassive black hole known.Rapidly growing in mass as it is fed by a swirling disk of hot gas and dust. Interstellar
Robin Dienel, courtesy of the Carnegie Institution for Science, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Genre: Science-Fiction
  • Produktionsland: USA, GB
  • Regie: Christopher Nolan
  • Drehbuch: Jonathan und Christopher Nolan
  • Musik: Hans Zimmer
  • Besetzung u. a.: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Matt Damon, Michael Caine, Jessica Chastain, Timothée Charlamet, Casey Affleck, John Lithgow, Topher Grace

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zSWdZVtXT7E

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. UK & Ireland

Worum geht’s:

Um die Menschheit vor dem Erstickungstod auf einer sterbenden Erde zu retten, mussin „Interstellar“ ein ehemaliger NASA-Pilot durch ein kosmisches Wurmloch in eine andere Galaxie reisen. Es ist ein Wettlauf gegen die unbarmherzige Relativität der Zeit, bei dem das stärkste Band des Universums auf die Probe gestellt wird: die Liebe zu seiner Tochter.

Basiert auf:

Interstellar basiert im Kern auf den mathematischen Gleichungen und astrophysikalischen Theorien von Kip Thorne, verpackt in eine emotionale Familiengeschichte der Nolan-Brüder.

Interessantes zur Besetzung:

Als Nolan McConaughey für die Rolle gewinnen wollte, lud er ihn zu einem Treffen in sein Haus ein. Das Skurrile daran: Nolan erwähnte Interstellar mit keinem einzigen Wort. Sie unterhielten sich fast drei Stunden lang ausschließlich über das Vatersein, Familie und persönliche Lebenseinstellungen. Nolan wollte die reale Persönlichkeit des Schauspielers ergründen, um sicherzustellen, dass die emotionale Kernbeziehung des Films – die Vater-Tochter-Liebe – absolut authentisch transportiert werden kann. Erst danach bekam McConaughey das Drehbuch.

Erfolge:

„Interstellar“ hat einen Oscar® gewonnen:[1]

  • Beste visuelle Effekte

Interessante Hintergrundinfos:

Der spätere Physiknobelpreisträger Kip Thorne wirkte als wissenschaftlicher Berater sowie Executive Producer mit.[2]

Die ikonischen, monolithischen Roboter TARS und CASE waren keine CGI-Effekte aus dem Computer. Sie wurden als tonnenschwere, physische Metall-Konstruktionen am Set gebaut und von dem Schauspieler und Comedian Bill Irwin gesteuert.

Um die Farm-Szenen zu drehen, weigerte sich Nolan, digitale CGI-Maisfelder im Hintergrund einzufügen. Er ließ stattdessen von der Produktion über 500 Acres (rund 200 Hektar) echten Mais im kanadischen Alberta anpflanzen. Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde der Mais geerntet und gewinnbringend verkauft – was das Budget des Films sogar wieder ein kleines Stück entlastete.

Nolan ließ gigantische, halbkreisförmige Leinwände um die Cockpits und Fenster der Raumschiff-Kulissen bauen. Auf diese wurde das Weltall, das Wurmloch und Gargantua mit extrem lichtstarken Projektoren live projiziert. Wenn Matthew McConaughey oder Anne Hathaway aus dem Fenster blickten, sahen sie genau das, was das Publikum später im Kino sah. Das sorgte nicht nur für authentische Reaktionen, sondern lieferte auch perfekte, reale Lichtreflexionen auf den Visieren der Astronautenhelme.

Die Szene, in der Cooper im Inneren des Schwarzen Lochs im fünfdimensionalen Tesserakt landet und hinter den Bücherregalen seiner Tochter gefangen ist, wirkt wie ein reiner CGI-Fiebertraum. Überraschenderweise wurde ein Großteil dieser Sequenz physisch als gigantisches Set in einer riesigen Bühne in Los Angeles konstruiert. Die verschachtelten Linien, die Zeitstrahlen und die Regalelemente waren echte Konstruktionen, durch die Matthew McConaughey an Drähten aufgehängt hindurchschwebte. CGI wurde in der Nachbearbeitung lediglich genutzt, um die unendliche Tiefe des Raumes zu erweitern.

Die Zusammenarbeit zwischen Nolan und Starkomponist Hans Zimmer für diesen Film begann mit einem genialen psychologischen Kniff. Nolan weigerte sich zunächst, Zimmer zu verraten, dass es sich um einen riesigen Science-Fiction-Film mit Raumschiffen und dem Weltuntergang handelt. Stattdessen schrieb er ihm einen einseitigen Text über das emotionale Herz der Geschichte: Einen Vater, der sein Kind verlässt, um eine Pflicht zu erfüllen. Zimmer setzte sich an sein Klavier und komponierte innerhalb eines Tages ein zutiefst intimes Thema über die Vater-Tochter-Beziehung. Erst als das Stück stand, offenbarte Nolan das epische Sci-Fi-Szenario drumherum. Das sorgte dafür, dass der gesamte, monumentale Score (der stark auf einer majestätischen Kirchenorgel basiert) im Kern immer emotional geerdet blieb.

Warum ist „Interstellar“ heute noch bedeutend:

Nolan hat mit Interstellar bewiesen, dass anspruchsvolle Astrophysik und Mainstream-Unterhaltung kein Widerspruch sein müssen. Der Film hat das Genre der „Hard Science-Fiction“ (Science-Fiction, die sich strikt an wissenschaftliche Fakten hält) im Alleingang wiederbelebt. Die mathematisch präzise Berechnung des Schwarzen Lochs Gargantua, die auf den Gleichungen von Kip Thorne basiert, war so exakt, dass sie zu realen wissenschaftlichen Publikationen führte. Der Film wird bis heute an Universitäten und Schulen genutzt, um Einsteins Relativitätstheorie und das Phänomen der Zeitdilatation anschaulich zu erklären.

Die meisten modernen Zukunftsvisionen sind zutiefst nihilistisch oder postapokalyptisch. Interstellar beginnt zwar in einer sterbenden, verstaubten Welt, ist im Kern aber eine leidenschaftliche Liebeserklärung an den menschlichen Pioniergeist, die Wissenschaft und den Entdeckerdrang. Der Film feiert die Fähigkeit der Menschheit, durch Intellekt, Zusammenarbeit und Opferbereitschaft das Unmögliche zu erreichen. In Zeiten von realen globalen Krisen und Zukunftsängsten bietet der Film eine seltene, aber dringend notwendige kathartische und hoffnungsvolle Perspektive.

[1] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2015

[2]https://www.washingtonpost.com/news/speaking-of-science/wp/2017/10/03/nobel-prize-in-physics-  won-by-rainer-weiss-barry-barish-and-kip-thorne/

Drive

„Du nennst mir Zeit und Ort, ich gebe dir ein fünfminütiges Zeitfenster. Was auch immer in diesen fünf Minuten passiert, ich gehöre dir. Ganz egal, was passiert. Was auch immer eine Minute davor oder danach passiert, du bist auf dich allein gestellt.“ Der Fahrer in Drive

Official logo of the movie Drive
FilmDistrict Distribution, Drive Film Holdings, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Genre: Action-Thriller
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Nicolas Winding Refn
  • Drehbuch: Hossein Amini
  • Musik: Cliff Martinez
  • Besetzung u. a.: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Oscar Isaac, Christina Hendricks, Ron Perlman

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=q7wR_ajftTk

Quelle: YouTube Kanal von KinoCheck Archive

Worum geht’s:

In „Drive“ arbeitet ein wortkarger Hollywood-Stuntman nachts als unfehlbarer Fluchtwagenfahrer für die Mafia und bricht für seine unschuldige Nachbarin seine eigenen Regeln. Um sie vor den brutalen Gangstern zu schützen, entfesselt er eine Spirale der Gewalt, aus der es kein Zurück mehr gibt.

Basiert auf:

Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von James Sallis.

Interessantes zur Besetzung:

Ursprünglich sollte Drive ein klassischer, fetter Hollywood-Blockbuster werden – mit Hugh Jackman in der Hauptrolle. Als das Projekt umstrukturiert wurde, übernahm Ryan Gosling die Hauptrolle und bekam von den Produzenten das seltene Recht, den Regisseur selbst zu wählen. Er entschied sich für den dänischen Arthouse-Regisseur Nicolas Winding Refn (bekannt für Bronson und die Pusher-Trilogie), weil er dessen rohen, kompromisslosen Stil schätzte.

Bryan Cranston (damals mitten im riesigen Erfolg von Breaking Bad) spielte Shannon, den Mentor des Drivers. Da die Rolle im Drehbuch anfangs ziemlich dünn und klischeehaft war, setzte sich Cranston mit Refn zusammen und erarbeitete die tiefere Hintergrundgeschichte der Figur. Sie machten Shannon zu einem tragischen Pechvogel, der immer das große Geld wittert, aber am Ende an der eigenen Gier und der Mafia zerbricht.

Erfolge:

Der Film feierte seine Weltpremiere im Mai 2011 bei den prestigeträchtigen Filmfestspielen von Cannes und schlug dort ein wie eine Bombe. Nach der Vorführung gab es minutenlange Standing Ovations.

Interessante Hintergrundinfos:

Da Nicolas Winding Refn selbst keinen Führerschein besitzt und Autos ihn eigentlich gar nicht interessieren, verließ er sich beim Dreh komplett auf Goslings Expertise. Gosling restaurierte das Auto, das der Driver im Film fährt (einen 1973er Chevrolet Chevelle Malibu), sogar eigenhändig vor Drehbeginn.

Regisseur Nicolas Winding Refn zog für die Zeit der Vorproduktion und des Drehs in ein Haus in Los Angeles. Statt sich in separaten Hotelzimmern zu isolieren, zog fast die gesamte Hauptbesetzung – darunter Ryan Gosling und Carey Mulligan – sowie der Editor Mat Newman einfach mit in dieses Haus ein. Sie lebten dort wie in einer kreativen Wohngemeinschaft, schauten abends gemeinsam Filme, diskutierten das Drehbuch und schnitten sogar Teile des Materials direkt vor Ort. Das schweißte das Team extrem zusammen und sorgte dafür, dass der Film sehr organisch während des Drehs weiterentwickelt wurde.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Viele Thriller altern schlecht, weil sie zu sehr an die Technologie oder die politischen Diskurse ihrer Entstehungszeit gebunden sind. Drive hingegen nutzt fast keine Smartphones, keine sozialen Medien und keine zeitgenössischen Popkultur-Referenzen. Dadurch, dass der Film als archetypisches Märchen aufgebaut ist – der namenlose Ritter, die Prinzessin in Not, die bösen Könige der Unterwelt –, verliert er nicht an Relevanz. Er funktioniert heute noch exakt genauso wie 2011, weil er universelle Themen wie Einsamkeit, Sehnsucht, Schutz und die unkontrollierbare Dunkelheit im Menschen verhandelt. Drive ist das seltene Kunststück eines Films, der gleichzeitig hochgradig intellektuell-ästhetisch (Arthouse) und verdammt unterhaltsam (Grindhouse) ist. Genau diese Balance macht ihn zu einem zeitlosen Klassiker.

The Man Who Would Be King (Der Mann, der König sein wollte)

„Wenn ich eine Krone will, muss ich sie mir selbst erkämpfen.“

The Man, Who Would Be King

  • Erscheinungsjahr: 1975
  • Genre: Abenteuerfilm
  • Produktionsland: USA, GB
  • Regie: John Huston
  • Drehbuch: John Huston und Gladys Hill
  • Musik: Maurice Jarre
  • Besetzung u. a.: Sean Connery, Michael Caine, Christopher Plummer

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=pJA9HIPbERk

Quelle: YouTube Kanal von Imprint Films

Worum geht’s:

In „The Man, Who Would Be King“ haben zwei schlitzohrige, britische Ex-Soldaten im Indien des späten 19. Jahrhunderts haben genug vom kleinen Gaunerdasein. Sie schließen einen heiligen Pakt: Sie wollen in das unberührte, gesetzlose Bergland von Kafiristan (im heutigen Afghanistan) marschieren, die verfeindeten Stämme unterwerfen und sich selbst zu Königen krönen. Was als dreister Bluff mit modernen Gewehren beginnt, funktioniert schockierend gut – bis einer von ihnen durch einen bizarren Zufall für einen leibhaftigen Gott gehalten wird. Doch der absolute Ruhm steigt ihnen zu Kopf, und die Gier nach weltlicher Macht bringt ihr mühsam errichtetes Kartenhaus aus Lügen zum Einsturz.

Basiert auf:

Der gleichnamigen Erzählung von Rudyard Kipling.

Interessantes zur Besetzung:

Regisseur John Huston wollte Rudyard Kiplings Geschichte bereits in den 1950er Jahren verfilmen. Da „The Man, Who Wolud Be King“ ein Film über zwei absolut gleichwertige, charismatische Haudegen ist, suchte er zeitlebens nach den perfekten Hollywood-Duos. Die Besetzungscouch über die Jahrzehnte liest sich wie ein Who’s Who der Filmgeschichte:

  • Plan A (1950er): Clark Gable und Humphrey Bogart. Das Projekt scheiterte, weil Bogart verstarb und Gable kurz darauf folgte.
  • Plan B (1960er): Burt Lancaster und Kirk Douglas.
  • Plan C (1970er): Peter O’Toole und Richard Burton.

Als Huston das Projekt schließlich Paul Newman und Robert Redford anbot, bewies Newman wahre Größe. Er las das Drehbuch und sagte zu Huston: „John, das Drehbuch ist genial. Aber besetz das verdammt noch mal nicht mit zwei Amerikanern. Du brauchst Briten. Nimm Caine und Connery.“ Ein Ratschlag, der den Film rettete.

Sean Connery (Daniel) und Michael Caine (Peachy) mussten die Chemie zwischen ihren Charakteren nicht spielen – sie waren im echten Leben seit den späten 1950ern beste Freunde. Sie hatten vor „The Man, Who Would Be King“ jedoch noch nie gemeinsam vor der Kamera gestanden. Ihre tiefe Vertrautheit führte dazu, dass sie am Set in Marokko extrem viel improvisierten. Die spürbare Herzlichkeit, der humorvolle Spott und die unerschütterliche Loyalität, die Daniel und Peachy füreinander empfinden, funktionierten nur deshalb so meisterhaft, weil hier zwei Freunde auf dem Zenit ihres Könnens aufeinandertrafen.

Erfolge:

Die zeitgenössische Kritik feierte „The Man, Who Would Be King“ als eine triumphale Rückkehr zum klassischen Starkino der goldenen Hollywood-Ära, jedoch mit einem modernen, zynischen Anstrich.

Regisseur Steven Spielberg und George Lucas haben wiederholt betont, dass die Dynamik, der Humor und der visuelle Stil von The Man, Who Would Be King eine der Hauptinspirationsquellen für die Indiana Jones-Reihe (besonders Jäger des verlorenen Schatzes) waren.

Interessante Hintergrundinfos:

Obwohl Kafiristan in „The Man, Who Would Be King“ wie ein reines Fantasy-Reich wirkt, basiert Rudyard Kiplings Erzählung auf sehr realen historischen Berichten.Die Region existiert tatsächlich (heute die afghanische Provinz Nuristan). Bis zum späten 19. Jahrhundert lebte dort ein Volk, das sich ethnisch und religiös komplett von den umliegenden muslimischen Stämmen unterschied: Sie hatten oft helle Haut und blaue Augen, tranken Wein, schnitzten Holzgötzen und behaupteten stolz, die direkten Nachfahren der Soldaten Alexanders des Großen zu sein, der dort im Jahr 327 v. Chr. durchgezogen war. Erst kurz nach dem Erscheinen von Kiplings Geschichte wurde das Gebiet gewaltsam islamisiert und in Nuristan („Land des Lichts“) umbenannt.

Um die 20 Martini-Henry-Gewehre, die Daniel und Peachy in „The Man, Who Would Be King“ nach Kafiristanschmuggeln, gab es einen gigantischen Rechtsstreit. Die marokkanische Regierung war extrem misstrauisch, was den Import von echten, wenn auch historischen Schusswaffen für ein Filmset anging. Das Studio musste eine horrende Kaution hinterlegen, und jeden Abend nach Drehschluss musste die marokkanische Armee die Gewehre einzeln durchzählen und in einem Militärbunker wegschließen. Am Set lief permanent ein bewaffneter Offizier hinter Michael Caine und Sean Connery her, um sicherzustellen, dass die beiden Hollywood-Stars keine britischen Kolonialgewehre aus dem 19. Jahrhundert an marokkanische Rebellen verkauften.

Warum ist „The Man, Who Would Be King“ heute noch bedeutend:

Der Film ist eine der faszinierendsten filmischen Fallstudien über das Phänomen der Hybris. Die Transformation von Daniel Dravot ist psychologisch brillant gezeichnet: Er beginnt als pragmatischer, sympathischer Gauner, der genau weiß, dass er ein Betrüger ist. Doch je mehr die Menschen ihn wie einen Gott behandeln, desto mehr erliegt er dem Rausch der Macht. Am Ende glaubt er seine eigene Lüge, verwechselt die Angst der Untergebenen mit echter Zuneigung und hält sich tatsächlich für unfehlbar. Diese Dynamik – wie Macht den Verstand korrumpiert und blind für Gefahren macht – ist eine zeitlose menschliche Wahrheit, die heute auf Politiker, Tech-Milliardäre oder historische Persönlichkeiten exakt so anwendbar ist wie im Jahr 1975.

Inside Llewyn Davis

„Wenn es nie neu war und nie alt wird, dann ist es ein Folk-Song.“ – Llewyn Davis

Sleeping ginger cat
Mike Lehmann, Mike Switzerland 09:35, 26 December 2006 (UTC), CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Genre: Psychologisches Drama
  • Produktionsland: USA, Frankreich
  • Regie: Ethan und Joel Coen
  • Drehbuch: Ethan und Joel Coen
  • Musik: T-Bone Burnett, Todd Kasow und Marcus Mumford
  • Besetzung u. a.: Oscar Isaac, Carey Mulligan, Justin Timberlake, John Goodman, Adam Driver, F. Murray Abraham

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VuQ8pz-5WLY

Quelle: YouTube Kanal von CBS Films

Worum geht’s:

New York, 1961. Der hochtalentierte, aber notorisch stolze Folksänger Llewyn Davis (Oscar Isaac) schlägt sich durch den eiskalten Winter im Greenwich Village. Llewyn Davis hat kein Geld, kein Dach über dem Kopf und pennt auf den Couches von Bekannten, während er versucht, als Solokünstler den Durchbruch zu schaffen. Geplagt von einer ungewollten Schwangerschaft seiner Affäre, den Tücken einer entlaufenen Katze und permanenten Geldsorgen, riskiert Llewyn Davis alles für eine letzte, verzweifelte Audienz bei einem Top-Produzenten in Chicago.

Basiert auf:

Der Film basiert lose auf dem Leben und den Memoiren des realen Folksängers Dave Van Ronk (1936–2002), einer absoluten Schlüsselfigur der New Yorker Folkszene der 1950er und 60er Jahre. Die Coen-Brüder haben sich dabei intensiv an seiner posthum veröffentlichten Biografie „The Mayor of MacDougal Street“ bedient.

Interessantes zur Besetzung:

Als Oscar Isaac (der bis dahin eher kleinere Nebenrollen hatte) zum Vorsprechen kam, spielte er das Traditional „Hang Me, Oh Hang Me“ so makellos, dass Joel Coen später zugab: „Wir wussten sofort: Wenn Oscar nicht aufgetaucht wäre, hätten wir den Film wahrscheinlich in die Tonne getreten.“ Isaac brachte die perfekte Mischung mit: Er hatte jahrelang in einer Ska-Punk-Band namens The Blinking Underdogs gespielt und war ausgebildeter Juilliard-Schauspieler. Für Oscar Isaac bedeutete der Film den endgültigen Durchbruch in die A-Liga Hollywoods.

Die rote Katze ist der rote Faden des Films und hat die Coen-Brüder am Set Berichten zufolge in den Wahnsinn getrieben. Da Katzen bekanntlich absolut nicht auf Regieanweisungen hören, mussten sechs verschiedene, optisch identische Katzen gecastet werden. Jedes Tier hatte ein anderes „Spezialgebiet“: Eine war gut darin, still auf dem Schoß zu sitzen, eine andere lief brav geradeaus, eine dritte war besonders schreckhaft für die U-Bahn-Szenen. Oscar Isaac verbrachte Wochen damit, sich mit den Tieren vertraut zu machen, wurde während der Dreharbeiten aber trotzdem von einer der Katzen so schwer gebissen, dass er ins Krankenhaus musste, um die Wunde wegen Infektionsgefahr behandeln zu lassen.

Erfolge:

Der Erfolg von Inside Llewyn Davis misst sich nicht in Goldstatuen, sondern in seiner filmischen Langlebigkeit. Den Coens ist das seltene Kunststück gelungen, einen Film über das Scheitern zu drehen, der auf ganzer Linie triumphiert.

Interessante Hintergrundinfos:

Wenn man genau hinsieht, fällt auf, dass „Inside Llewyn Davis“ eine extrem eigenwillige Farbstimmung hat. Kameramann Bruno Delbonnel tauchte das New York von 1961 in ein entsättigtes, fast monochromes Grau, Braun und blasses Beige. Die bewusste visuelle Vorgabe der Coens war: Es darf kein sattes Blau im Film vorkommen. Selbst der Himmel über New York und Chicago ist permanent wolkenverhangen, milchig und weiß. Diese triste Farbpalette spiegelt nicht nur die eiskalte Winterstimmung des Village wider, sondern erzeugt visuell die depressive, ausweglose Grauzone, in der sich Llewyns gesamte Existenz abspielt. Es gibt keinen funkelnden, bunten „amerikanischen Traum“, sondern nur matschigen Schnee und rauchige Keller.

Das Gaslight Café in der MacDougal Street war das reale Epizentrum der Folk-Bewegung. Da der echte Club im Village längst geschlossen und umgebaut ist, mussten die Coens ihn komplett im Studio rekonstruieren. Sie nutzten dafür historische Fotografien und die Erinnerungen von Zeitzeugen.

Warum ist „Inside Llewyn Davis“ heute noch bedeutend:

„Inside Llewyn Davis“ zeigt eine unbequeme Wahrheit, die Hollywood sonst gern verschweigt: Talent und harte Arbeit garantieren keinen Erfolg. Llewyn ist brillant. Wenn er singt, bricht es einem das Herz. Aber er scheitert an Faktoren, die er nicht kontrollieren kann – am Timing, an der Marktwirtschaft und an der bitteren Realität, dass Glück eine gigantische Rolle im Leben spielt. Diese ungeschönte Darstellung von Resignation und dem „knapp Vorbeischrammen“ resoniert heute in einer von Leistungsdruck erschöpften Generation stärker denn je.

Die meisten Musikfilme romantisieren das kreative Genie. Sie zeigen den Exzess und den Schmerz, aber am Ende steht immer der triumphale Applaus oder das historische Erbe. Die Coen-Brüder demystifizieren diesen Geniekult radikal. Sie zeigen den Alltag eines Künstlers als das, was er für 99% aller Kreativen ist: physische und psychische Knochenarbeit. Indem „Inside Lleyn Davis“ die Romantik weglässt und den Fokus auf die nackte, handwerkliche und oft deprimierende Realität des Musikgeschäfts legt, bleibt er die wohl authentischste und zeitloseste Liebeserklärung an all jene Künstler, die im Schatten der Popstars ungehört bleiben.

The Wrestler

„Wenn du hart lebst und hart spielst und die Kerze an beiden Enden abbrennst… in diesem Leben kannst du alles verlieren, was du liebst, und alles, was dich liebt.“ Randy „The Ram“ Robinson in The Wrestler

  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Genre: Psychologisches Drama
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Darren Aronofsky
  • Drehbuch: Robert D. Siegel
  • Musik: Clint Mansell
  • Besetzung u. a.: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=61-GFxjTyV0

Quelle: YouTube Kanal von Searchlight Pictures

Worum geht’s:

In „The Wrestler“ erleidet ein gealterter 80er-Jahre-Wrestling-Star, der abseits des Rings vor den Trümmern seiner Existenz steht, nach einem brutalen Match einen schweren Herzinfarkt. Die Ärzte verbieten ihm den Sport, was ihn zwingt, ein „normales“ Leben zu versuchen: Er ringt um die verpasste Liebe seiner entfremdeten Tochter und sucht Halt bei einer Stripperin, die sein Schicksal teilt. Als dieser Versuch an seinen eigenen Dämonen scheitert und er alles verliert, entscheidet er sich für die einzige Welt, in der er echte Anerkennung erfährt. Trotz des sicheren Todesurteils steigt er für ein großes Jubiläums-Match ein letztes Mal in den Ring.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Mickey Rourke waren auch Nicolas Cage und Sylvester Stallone im Gespräch für die Rolle des Wrestlers.[1] Regisseur Darren Aronofsky hatte von Anfang an Mickey Rourke für die Hauptrolle im Kopf. Das Problem: Rourke galt in Hollywood zu diesem Zeitpunkt als absolut unberechenbar, untragbar und Kassengift. Die Produktionsfirmen weigerten sich strikt, dass ohnehin schmale Budget von rund 6 Millionen Dollar freizugeben, wenn Rourke die Hauptrolle spielt. Aronofsky beschwatzte die Produzenten so lange, bis sie Rourke zähneknirschend akzeptierten. Als Aronofsky Rourke die Rolle anbot, tat er das nicht mit Samthandschuhen. Er sagte ihm ins Gesicht:

„Du hast deine Karriere komplett ruiniert und niemand will mit dir arbeiten. Wenn ich das hier mache, musst du absolut jedes einzelne Wort tun, das ich dir sage. Du darfst mich nicht hintergehen und musst dich benehmen.“

Rourke stimmte zu. Um die Rolle auszufüllen, musste der damals Mitte-50-Jährige ein brutales Trainingsprogramm absolvieren. Er legte über 13 Kilo reine Muskelmasse zu, trainierte monatelang mit Profi-Wrestlern (unter anderem mit Afa Anoa’i) und musste lernen, wie man die schmerzhaften Bumps (die Stürze auf den Ringboden) so nimmt, dass es realistisch aussieht.

Erfolge:

Für Darren Aronofsky und Mickey Rourke war das schönste Feedback vermutlich das der echten Wrestling-Community. Während die Branche in Hollywood-Filmen davor oft als Witz oder Karikatur dargestellt wurde, lobten Legenden wie Bret „The Hitman“ Hart, Rowdy Roddy Piper und Stone Cold Steve Austin „The Wrestler“ überschwänglich für seine schmerzhafte, aber absolut akkurate und respektvolle Darstellung ihres Sports und der Entbehrungen hinter den Kulissen.

Interessante Hintergrundinfos:

„The Wrestler“ setzt radikal auf Realismus. In der berüchtigten Hardcore-Match-Szene gegen den echten Independent-Wrestler Necro Butcher sind die Schnitte, das Blut und der Einsatz von Waffen (wie dem Tacker) größtenteils echt. Rourke bestand darauf, die Stunts weitgehend selbst auszuführen.

Einige der emotionalsten Szenen in „The Wrestler“ waren zudem komplett improvisiert. Die herzzerreißende Rede am Strand, in der Randy sich bei seiner Tochter (Evan Rachel Wood) entschuldigt, entsprang spontan Rourkes eigenen Gedanken und seiner eigenen Lebensrealität – Aronofsky ließ einfach die Kamera laufen.

Das Budget von „The Wrestler“ war so extrem knapp, dass eigentlich kein Geld für einen prominenten Soundtrack da war. Mickey Rourke schrieb daraufhin seinem alten Kumpel Bruce Springsteen einen Brief und erzählte ihm von dem Projekt. Der „Boss“ war von der Story des gealterten Arbeiters so berührt, dass er die Akustikgitarre in die Hand nahm und den bittersüßen Titelsong „The Wrestler“ schrieb. Er schenkte den Song der Produktion komplett kostenlos – ein Track, der später prompt einen Golden Globe gewann.

Aronofsky wollte für Randys großen Einzug in die Arena unbedingt den Song „Sweet Child O’ Mine“ von Guns N’ Roses haben – das Lied, das Randys glorreiche 80er-Jahre-Epoche perfekt symbolisiert. Die Rechte an dem Song waren unbezahlbar. Als Axl Rose jedoch hörte, dass es sich um Mickey Rourkes Comeback-Film handelte (die beiden sind seit den späten 80ern befreundet), gab er den Song für einen absoluten Spottpreis frei, was er für kommerzielle Filme sonst rigoros ablehnte.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film hat die Grenze zwischen Fiktion und Realität auf eine Weise verwischt, die im modernen Starkino Schule gemacht hat. Es ist unmöglich, Randy Robinson zu sehen, ohne an Mickey Rourkes echtes Leben zu denken. Dieses Motiv – ein gealterter, real strauchelender Star spielt eine Rolle, die seine eigene Biografie spiegelt.

Am Ende ist „The Wrestler“ kein Film über Wrestling. Es ist eine universelle Tragödie im Gewand eines Independent-Dramas. Es geht um die ultimative, fast existenzialistische Frage: Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn die einzige Sache, die ihm Identität und Relevanz gegeben hat, wegfällt? Und diese Frage altert nie.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt1125849/trivia

Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2 (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2)

„Bedauere nicht die Toten, Harry. Bedauere die Lebenden und besonders all diejenigen, die ohne Liebe leben.“ Albus Dumbledore in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Genre: Fantasyfilm
  • Produktionsland: GB, USA
  • Regie: David Yates
  • Drehbuch: Steve Kloves
  • Musik: Alexandre Desplat
  • Besetzung u. a.: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Michael Gambon, Alan Rickman, Tom Felton, Bonnie Wright, Matthew Lewis, David Thewlis, Evanna Lynch, Natalia Tena, Ralph Ineson, Ralph Fiennes, Helena Bonham Carter, Jason Isaac, Domhnall Gleeson, Maggie Smith, Jim Broadbent, Emma Thompson, Gary Oldman

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=mObK5XD8udk

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Worum geht’s:

Lord Voldemort (Ralph Fiennes) hat den mächtigen Elderstab aus Dumbledores Grab gestohlen, während Harry Potter (Daniel Radcliffe), Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) weiterhin versuchen, die verbliebenen Horkruxe – die versteckten Seelensplitter Voldemorts – zu finden und zu vernichten.

Basiert auf:

Den letzten 14 Kapiteln von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ von Joanne K. Rowling.

Interessantes zur Besetzung:

Die junge Schauspielerin, die im Epilog Dracos Ehefrau (Astoria Greengrass) spielt, heißt Jade Gordon. Sie war zum damaligen Zeitpunkt im echten Leben die feste Freundin von Draco-Darsteller Tom Felton. Felton hatte die Produzenten selbst darum gebeten, sie zu besetzen, damit sie diesen Moment teilen konnten.

Erfolge:

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ war der weltweit erfolgreichste Kinofilm des Jahres 2011.

Interessante Hintergrundinfos:

Das Set des großen Innenhofs von Hogwarts wurde in den Studios physisch aufgebaut – und dann Stück für Stück absichtlich demoliert. Tonnen von echtem Schutt, zerschmetterten Säulen und künstlichem Staub wurden auf dem Set verteilt. In der Szene, in der Harry Potter, Ron und Hermine durch den belagerten Innenhof sprinten, während um sie herum Riesen, Spinnen und Todesser kämpfen, wurden die Detonationen im Hintergrund durch reale Pyrotechnik erzeugt. Die Reaktionen der Hauptdarsteller auf die Hitze und die Druckwellen sind also völlig echt. Das Timing musste sekundengenau stimmen, da ein einziger Fehler die Schauspieler in Gefahr gebracht hätte.

Als Professor McGonagall die Statuen von Hogwarts zum Leben erweckt („Piertotum Locomotor“), wurden die ersten Reihen der Soldaten tatsächlich als physische, lebensgroße Rüstungen gebaut und von Stuntmen bewegt. Erst für die riesige Masse, die aus den Toren marschiert, kamen digitale Klone zum Einsatz.

Das Kostümdesign von Lord Voldemort (gespielt von Ralph Fiennes) verbirgt eine geniale optische Metapher, die sich durch die letzten Filme zieht und in Teil 2 ihren Höhepunkt findet. Jedes Mal, wenn ein Horkrux zerstört wird, verblasst Voldemorts Gewand ein kleines Stückchen mehr. Das Kostümteam fertigte für den letzten Film sieben identische, aber farblich abgestufte Versionen seines tiefschwarzen Umhangs an. Mit jedem zerstörten Seelensplitter schimmert der Stoff ein bisschen grauer, durchscheinender und abgenutzter. Am Ende, beim finalen Duell im Innenhof, wirkt Voldemort auch optisch bereits wie ein zerfallendes, geschwächtes Gespenst – lange bevor der finale Fluch ihn trifft.

Rupert Grint kaufte sich von seiner ersten großen Gage einen echten, funktionierenden Eiswagen. Am letzten Drehtag fuhr er damit am Set vor und verteilte gratis Eis an die gesamte Besetzung und Crew, um sich zu verabschieden.

Warum ist „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ heute noch bedeutend:

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ ist das Dokument eines Experiments, das es so vermutlich nie wieder geben wird: Einer Gruppe von Kinderdarstellern (Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint und vielen anderen) wurde die Hauptverantwortung für eines der größten Medien-Franchises der Welt übertragen. Teil 2 zeigt diese Schauspieler auf dem handwerklichen Höhepunkt ihrer Jugend, flankiert von der absoluten Elite der britischen Theater- und Filmwelt (wie Alan Rickman, Maggie Smith oder Ralph Fiennes). Da die Traumfabrik heute stark auf kurzlebige Streaming-Serien oder lose zusammenhängende Universen setzt, bleibt diese zehnjährige, konsistente Chronik des Zusammenwachsens und Erwachsenwerdens vor der Kamera ein historisches Unikat der Filmgeschichte.

Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 1 (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1)

„Dobby hat keinen Meister. Dobby ist ein freier Elf!“ Dobby in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

  • Erscheinungsjahr: 2010
  • Genre: Fantasyfilm
  • Produktionsland: GB, USA
  • Regie: David Yates
  • Drehbuch: Steve Kloves
  • Musik: Alexandre Desplat
  • Besetzung u. a.: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Michael Gambon, Alan Rickman, Tom Felton, Bonnie Wright, Matthew Lewis, David Thewlis, Evanna Lynch, Natalia Tena, Ralph Ineson, Ralph Fiennes, Helena Bonham Carter, Rhys Ifans, Imelda Staunton, Jason Isaac, Bill Nighty, Brendan Gleeson, Domhnall Gleeson

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Su1LOpjvdZ4

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Worum geht’s:

Das Zaubereiministerium ist gestürzt, Voldemort regiert aus dem Schatten, und auf Harry Potter (Daniel Radcliffe) ist das höchste Kopfgeld aller Zeiten ausgesetzt. Statt im Klassenzimmer zu sitzen, sind Harry Potter, Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) auf einer gnadenlosen Flucht quer durchs Land. Ihr einziger Auftrag: Die versteckten Horkruxe – Voldemorts (Ralph Fiennes) gespaltene Seelenstücke – zu finden und zu vernichten.

Basiert auf:

Den ersten 23 Kapiteln von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ von Joanne K. Rowling.

Interessantes zur Besetzung:

Der britische Charakterdarsteller Bill Nighy übernahm die Rolle des neuen Zaubereiministers Rufus Scrimgeour, der gleich in der Eröffnungssequenz glänzt. Nighy scherzte in Interviews oft, dass er der einzige namhafte britische Schauspieler seiner Generation gewesen sei, der bis dahin keine Rolle im Harry-Potter-Universum ergattert hatte. Regisseur David Yates (der zuvor schon oft mit Nighy gearbeitet hatte) erlöste ihn schließlich für das Finale.

Erfolge:

Im Rahmen der britischen BAFTA-Verleihungen wurde Regisseur David Yates mit dem Britannia Award für künstlerische Exzellenz in der Regie geehrt – speziell für seine Arbeit an den Harry-Potter-Filmen 5 bis 8, die der Reihe einen erwachseneren, filmischen Look verpassten. Zudem sahen viele Kritiker den Film als mutiges „Roadmovie“, das sich stark vom gewohnten Hogwarts-Muster abhob und schauspielerisch (insbesondere das zermürbende Kammerspiel zwischen Radcliffe, Grint und Watson im Zelt) Bestleistungen bot.

Interessante Hintergrundinfos:

Die Szene, in der Harry Potter und Hermine im Zelt zu dem Song O Children von Nick Cave tanzen, steht in keinem Buch. Sie wurde von den Drehbuchautoren und Regisseur David Yates erfunden, um der drückenden Isolation einen kurzen Moment der Intimität und verletzlichen Jugendlichkeit entgegenzusetzen. Unter Fans ist die Szene bis heute umstritten, da sie eine romantische Spannung andeutet, die die Vorlage so nicht vorsah – schauspielerisch gilt sie jedoch als einer der stärksten Momente von Radcliffe und Watson.

Die Szene, in der Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter) Hermine (Emma Watson) im Malfoy-Anwesen foltert und ihr das Wort „Schlammblut“ in den Arm ritzt, war in der ersten Schnittfassung deutlich länger und brutaler. Watson und Bonham Carter spielten die Szene so intensiv und markerschütternd, dass die britische Zensurbehörde drohte, dem Film eine höhere Altersfreigabe zu geben. Um das gewohnte Familien- und Jugendpublikum nicht zu verlieren, musste die Sequenz im Schnittraum massiv gekürzt werden.

Fortsetzungen:

Warum ist „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ heute noch bedeutend:

Innerhalb der Saga bricht Teil 1 radikal mit den Sehgewohnheiten. Durch das Fehlen von Hogwarts verliert der Film die vertraute, schützende Struktur (Gemeinschaftsraum, Große Halle, Jahreszeitenwechsel). Stattdessen inszenierte Regisseur David Yates den Film als düsteres, entschleunigtes Roadmovie und Kammerspiel. Die weiten, kargen und oft trostlosen Landschaften Großbritanniens spiegeln perfekt die innere Einsamkeit und die psychologische Zermürbung der Hauptfiguren wider. Dieser Fokus auf Atmosphäre und Realismus hebt ihn künstlerisch von den oft formelhaften CGI-Schlachten anderer Blockbuster ab.

In einer Ära, in der moderne Blockbuster oft für ihre seelenlosen, überladenen Greenscreen-Effekte kritisiert werden, altert dieser Film erstaunlich gut. Das liegt an der bewussten Entscheidung, auf praktische Effekte und reale Sets zu setzen, wo immer es möglich war. Das Malfoy-Anwesen, das Zaubereiministerium und die echten, rauen Drehorte in Wales und Schottland geben dem Film eine spürbare Schwere und Textur. Die Bedrohung wirkt real, das Licht ist natürlich und schmutzig – es gibt dem Fantasy-Szenario eine seltene, geerdete Glaubwürdigkeit.

Harry Potter and the Half-Blood Prince (Harry Potter und der Halbblutprinz)

„Man fängt irgendwann an zu glauben, dass alles möglich ist, wenn man nur genug Mut hat.“ Ginny Weasley in Harry Potter und der Halbblutprinz

Harry Potter und der Halbblutprinz

  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Genre: Fantasyfilm
  • Produktionsland: GB, USA
  • Regie: David Yates
  • Drehbuch: Steve Kloves
  • Musik: Nicholas Hooper
  • Besetzung u. a.: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Michael Gambon, Alan Rickman, Maggie Smith, Tom Felton, Bonnie Wright, Matthew Lewis, David Thewlis, Evanna Lynch, Natalia Tena, Jim Broaodbent, Ralph Ineson

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=tAiy66Xrsz4

Quelle: YouTube Kanal von Harry Potter

Worum geht’s:

Während die magische Welt im offenen Krieg versinkt, jagt Harry Potter (Daniel Radcliffe) gemeinsam mit Dumbledore (Michael Gambon) das Geheimnis von Voldemorts Unsterblichkeit: seine in Horkruxe gespaltene Seele. Unterstützt von den genialen Notizen eines mysteriösen „Halbblutprinzen“ gerät Harry Potter mitten in ein tödliches Intrigenspiel in Hogwarts, das in einem verheerenden Verrat gipfelt und die Zauberwelt endgültig kopflos zurücklässt.

Basiert auf:

Dem gleichnamigen Buch von Joanne K. Rowling.

Interessantes zur Besetzung:

Fast wäre die Reise nach dem fünften Teil ohne Hermine Granger weitergegangen. Vor den Dreharbeiten zu Der Halbblutprinz zögerte Emma Watson extrem, ihren Vertrag zu verlängern. Sie litt unter schwerer Social-Media- und Fan-Fatigue, fühlte sich durch den engen Drehplan eingeengt und wollte sich unbedingt auf ihre akademische Ausbildung konzentrieren. Am Ende unterschrieb sie doch – allerdings unter der Bedingung, dass der Drehplan so angepasst wurde, dass sie parallel ihre Prüfungen ablegen konnte.

Erfolge:

Allein am weltweiten Premierentag spielte der Film astronomische 104 Millionen US-Dollar ein. Innerhalb der ersten fünf Tage knackte er die 394-Millionen-Dollar-Marke, was damals den erfolgreichsten weltweiten Kinostart aller Zeiten bedeutete.

Interessante Hintergrundinfos:

Rupert Grint (Ron Weasley) musste für seine Szenen als Quidditch-Hüter tagelang in schwindelerregender Höhe auf einem mechanischen Besen (einem sogenannten Gimbal) verbringen. Das Spezialeffekt-Team steuerte das Gerät so unberechenbar, um Rons nervöse und tollpatschige Bewegungen im Film authentisch wirken zu lassen. Grints verängstigte und teils panische Gesichtsausdrücke beim Abwehren der Klatscher waren also gar nicht komplett geschauspielert – er hatte phasenweise echte Höhenangst auf dem Set-Konstrukt.

Kameramann Bruno Delbonnel hatte eine extrem radikale Vision für den Film. Er wollte einen Look, der an klassische Gemälde von Rembrandt erinnert – geprägt von extremen Kontrasten, tiefen Schatten, weichem Fokus und einer stark entsättigten Farbpalette, die fast ins Monochrome kippt.

Die Rückblenden in Voldemorts Vergangenheit im Denkarium haben einen ganz seltsamen, traumartigen und flüssigen Look. Um diesen Effekt ohne reine Computereffekte organisch zu erzeugen, griff das Kamerateam auf einen Trick zurück: Sie bauten spezielle Linsenaufsätze, bei denen eine dünne Schicht Öl zwischen zwei Glasscheiben gepresst wurde. Durch das gezielte Bewegen des Öls während des Drehs verschwamm das Licht am Rand der Linse auf eine unvorhersehbare, magische Weise.

Die Szene, in der die Todesser Bellatrix Lestrange und Fenrir Greyback den Fuchsbau (das Haus der Weasleys) angreifen und in Brand stecken, wurde unter extremen Sicherheitsvorkehrungen gedreht. Das Spezialeffekt-Team baute ein riesiges, detailliertes 1:1-Modell des Hauses im Außenbereich der Studios auf. Dieses wurde mit echten Brandbeschleunigern kontrolliert angezündet, während sechs Feuerwehrfahrzeuge am Set bereitstanden. Die Reaktionen der Schauspieler, die fassungslos auf das brennende Haus starben, waren besonders intensiv, da sie wussten, dass die Kulisse, die sie seit Jahren begleitete, in diesem Moment wirklich physisch zerstört wurde.

Fortsetzungen:

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film balanciert auf einem schmalen Grat, der heute in Hollywood nur noch selten so elegant gemeistert wird: Er bricht eine tiefenpsychologische, finstere Tragödie (die Entstehungsgeschichte eines Massenmörders und ein episches Verratsdrama) radikal mit Elementen einer klassischen Highschool-Komödie.

Der Humor des Films ist nicht aufgesetzt oder wirkt wie ein Fremdkörper, sondern speist sich organisch aus der Vertrautheit der Charaktere, die das Publikum über ein Jahrzehnt hinweg beim Aufwachsen begleitet hat. Diese emotionale Bandbreite – vom fast betrunken wirkenden Harry Potter unter Felix Felicis bis hin zum zutiefst verstörenden, schmerzerfüllten Finale auf dem Astronomieturm – macht den Film dramaturgisch zu einem der vielschichtigsten der Saga.

Harry Potter and the Order of the Phoenix (Harry Potter und der Orden des Phönix)

„Die Welt ist nicht in gute Menschen und Todesser aufgeteilt. Wir alle haben Licht und Dunkelheit in uns. Was zählt, ist der Teil, für den wir uns entscheiden zu handeln. Das ist es, wer wir wirklich sind.“ Sirius Black in Harry Potter und der Orden des Phönix

Harry Potter und der Orden des Phönix

  • Erscheinungsjahr: 2007
  • Genre: Fantasyfilm
  • Produktionsland: GB, USA
  • Regie: David Yates
  • Drehbuch: Michael Goldenberg
  • Musik: Nicholas Hooper und John Williams (Hauptthema)
  • Besetzung u. a.: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Michael Gambon, Alan Rickman, Maggie Smith, Tom Felton, Bonnie Wright, Gary Oldman, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Matthew Lewis, Jason Isaac, Imelda Staunton, David Thewlis, Emma Thompson, Evanna Lynch, Helena Bonham Carter, Natalia Tena

Trailer:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=LLAaW1EgyY8

Quelle: YouTube Kanal von Harry Potter

Worum geht’s:

Das Zaubereiministerium leugnet Voldemorts Rückkehr und schickt die sadistische Bürokratin Dolores Umbridge (Imelda Staunton), um Hogwarts systematisch zu zensieren. Da den Schülern die Verteidigung verboten wird, gründet Harry Potter (Daniel Radcliffe) im Untergrund „Dumbledores Armee“, um seine Freunde heimlich auf den Krieg vorzubereiten.

Basiert auf:

Dem gleichnamigen Buch von Joanne K. Rowling.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Imelda Staunton war auch Judi Dench im Gespräch für die Rolle der Dolores Umbridge.[1] Staunton ging die Rolle mit einer beängstigenden Präzision an: Sie spielte Umbridge nicht als offensichtliche Hexe, sondern als manische, bürokratische Schreibtischtäterin. Um den Kontrast zwischen ihrem zuckersüßen Äußeren und ihrer sadistischen Grausamkeit zu betonen, wurde ihr Kostümdesign im Laufe des Films immer extremer: Je mehr Macht Umbridge in Hogwarts an sich reißt, desto giftiger, dunkler und intensiver wurde das Rosa ihrer Kleidung. Am Set war Staunton übrigens das komplette Gegenteil ihrer Rolle – extrem herzlich, humorvoll und ein absoluter Liebling der Jungschauspieler.

Die Besetzung der exzentrischen, verträumten Luna Lovegood ist eine der schönsten Geschichten hinter den Kulissen. Die damals 14-jährige Irin Evanna Lynch war ein gigantischer Harry-Potter-Fan und hatte jahrelang Briefe an J.K. Rowling geschrieben. Als das offene Casting für Luna ausgeschrieben wurde, setzte sie sich gegen über 15.000 Bewerberinnen durch. Die Newcomerin Evanna Lynch brachte sich nicht nur mit ihrem Schauspiel in die Rolle der Luna Lovegood ein, sondern auch mit handwerklichem Geschick. Das Kostümteam war tagelang auf der Suche nach den perfekten, exzentrischen Schmuckstücken für Luna, die im Buch als „radieschenartig“ beschrieben werden. Lynch setzte sich am Wochenende kurzerhand selbst zu Hause hin und bastelte aus Perlen, Draht und Modelliermasse ein Paar Ohrringe, die exakt ihrer Vorstellung von Lunas Stil entsprachen. Sie brachte sie montags mit ans Set – und das Design war so perfekt, dass es eins zu eins im fertigen Film gelandet ist.

Alan Rickman, der von J.K. Rowling schon Jahre zuvor exklusiv eingeweiht worden war, wie Snapes Geschichte im letzten Band enden würde, nutzte dieses Geheimwissen am Set meisterhaft.

Erfolge:

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 333 Millionen US-Dollar am allerersten Wochenende legte der Film einen der bis dato erfolgreichsten Kinostarts der Filmgeschichte hin.

Interessante Hintergrundinfos:

Yates revolutionierte die Art und Weise, wie Magie im Harry-Potter-Universum visuell dargestellt wird. Weg von den statischen „Zauberstab-Gesten“ der ersten Teile, hin zu einer dynamischen, fast schon choreografierten Kampfkunst.

Der Film schaffte es visuell meisterhaft, Harry Potters posttraumatische Belastungsstörung und seine mentale Isolation durch extrem schnelle, collagenartige Schnittfolgen und gezielten Toneinsatz spürbar zu machen. Um die extrem düstere emotionale Verfassung von Harry Potter in diesem Teil glaubhaft darzustellen – der unter massiven Schuldgefühlen, Alpträumen und dem Gefühl absoluter Isolation leidet –, überließ Daniel Radcliffe nichts dem Zufall. Er traf sich im Vorfeld der Dreharbeiten mehrmals mit einer professionellen Traumapsychologin. Gemeinsam analysierten sie, wie sich das sogenannte „Überlebenden-Syndrom“ (Survivor’s Guilt) anfühlt und wie ein Teenager reagiert, der Zeuge eines Mordes geworden ist. Diese tiefe psychologische Vorbereitung half Radcliffe, die plötzlichen Wutausbrüche und die emotionale Kälte Harrys in diesem Film spürbar zu machen.

Fortsetzungen:

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Unter der Regie von David Yates entwickelte sich die Reihe weg vom klassischen Fantasy-Abenteuer und hin zu einem messerscharfen, erschreckend zeitlosen Gesellschafts- und Psychodrama.

Die Parallele zu realen politischen Systemen, die aus Angst vor Machtverlust die Augen vor Krisen verschließen und die Presse gleichschalten, macht den Film heute politisch relevanter denn je. Er zeigt der jungen Generation, wie schnell eine Demokratie durch Angst manipuliert werden kann.

Während Lord Voldemort das abstrakte, fantastische Böse verkörpert, brachte der Film mit Dolores Umbridge eine ganz andere Facette des Grauens auf die Leinwand: die Banalität des Bösen im Gewand von Bürokratie und Institutionen.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0373889/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3