„Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Kriminalitätsrate in Sandford so niedrig ist, aber die Unfallrate so hoch?“ Nicholas Angel in Hot Fuzz

- Erscheinungsjahr: 2007
- Genre: Actionkomödie
- Produktionsland: GB, Frankreich
- Regie: Edgar Wright
- Drehbuch: Edgar Wright und Simon Pegg
- Musik: David Arnold
- Besetzung u. a.: Simon Pegg, Nick Frost, Bill Nighy, Martin Freeman, Jim Broadbent, Timothy Dalton, Paddy Considine, Olivia Coleman, David Bradley, Steve Cogan
Trailer:
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ayTnvVpj9t4
Quelle: YouTube Kanal von Movieclips
Worum geht’s:
In „Hot Fuzz“ ist Nicholas Angel (Simon Pegg) Londons absolut bester Cop – so gut, dass er seine Kollegen frustriert und ins scheinbar friedlichste Dorf Englands strafversetzt wird. Kriminalitätsrate: null. Doch als dort plötzlich bizarre, brutale Todesfälle passieren, die vom ganzen Dorf stur als „Unfälle“ abgetan werden, wittert Angel ein Verbrechen. Gemeinsam mit seinem naiven, Actionfilm-besessenen Partner Danny (Nick Frost) deckt er eine absurde Verschwörung der örtlichen Nachbarschaftswache auf.
Basiert auf:
Hot Fuzz ist eine gigantische Liebeserklärung an das Action-Kino der 80er und 90er Jahre – und zwar ganz spezifisch an das Subgenre des amerikanischen Buddy-Cop-Films.
Interessantes zur Besetzung:
Der ehemalige James Bond (Der Hauch des Todes, Lizenz zum Töten) liefert als schmieriger Supermarktleiter Simon Skinner eine absolute Glanzleistung ab. Das Drehbuch nutzt seine Bond-Vergangenheit für einen genialen Meta-Gag: Die Dienstnummer, die Nicholas Angel im Film zugewiesen bekommt, ist die 777. Der einzige Charakter, der ihn im gesamten Film konsequent mit dieser Nummer anspricht („Kommen Sie rein, Sieben-Sieben-Sieben“), ist ausgerechnet Ex-007 Timothy Dalton.
Bevor sie mit The Favourite den Oscar holte und durch The Crown oder Fleabag zum globalen Star wurde, spielte Olivia Colman hier eine ihrer genialsten frühen Comedy-Rollen: PC Doris Thatcher. Als einzige Frau in der verschlafenen Dorftruppe fällt sie vor allem durch ihre permanenten, absurd schlüpfrigen Doppeldeutigkeiten und ihr dreckiges Lachen auf.
Cate Blanchett und Peter Jackson haben einen Cameo-Auftritt in „Hot Fuzz“.[1]
Erfolge:
In Großbritannien war Hot Fuzz bei seinem Start der erfolgreichste Film des Jahres am Eröffnungswochenende und hielt sich wochenlang an der Spitze der Kinocharts.
Interessante Hintergrundinfos:
Hot Fuzz ist der zweite Film der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie, die von Simon Pegg und Edgar Wright erfunden wurde. Die Filme der Trilogie zeigen viel Blut und das Verspeisen eines Eises durch mindestens einen der Protagonisten.[2]
Das fiktive, idyllische Dorf Sandford ist in Wahrheit die Stadt Wells in Somerset – und das ist ausgerechnet die Heimatstadt von Regisseur Edgar Wright. Der Somerfield-Supermarkt, der im Film von Timothy Dalton geleitet wird und Schauplatz des finalen Gefechts ist, war der exakte Supermarkt, in dem Edgar Wright als Teenager selbst gearbeitet hat. Er beschrieb den Dreh dort als „therapeutisch“, weil er im Film symbolisch alles kurz und klein schlagen durfte.
Um das Drehbuch so authentisch wie möglich zu schreiben, interviewten Wright und Pegg monatelang echte Polizisten in Wiltshire und Gloucestershire. Viele der absurden Dialoge im Film stammen eins zu eins aus diesen Gesprächen. Die Polizisten beschwerten sich alle, dass im Kino nie gezeigt wird, wie viel Papierkram sie eigentlich erledigen müssen. Wright machte genau das zu einem Running Gag: Nicholas Angel liebt Papierkram und füllt selbst nach dem wildesten Showdown pflichtbewusst seine Berichte aus. Auch die Sache mit dem entlaufenen Schwan basiert auf echten Berichten von Dorfpolizisten, die sich regelmäßig mit eingefangenen Tieren herumschlagen müssen.
Edgar Wright treibt den Schnitt und das Sounddesign im Film auf die Spitze. Für das Finale wollte er, dass die Schüsse so brachial klingen wie im Action-Klassiker Heat. Weil das Budget für echte Hollywood-Soundeffekte knapp war, mischten die Sounddesigner unter jedes Schussgeräusch die Laute von wilden Tieren (wie brüllende Löwen, fauchende Jaguare und klappernde Klapperschlangen), um den Waffen einen extrem aggressiven, unnatürlichen Sound zu verpassen.
Warum ist der Film heute noch bedeutend:
Die meisten Parodien (wie Scary Movie oder Epic Movie) altern schlecht, weil sie sich lediglich über ihr Zielobjekt lustig machen und billige Slapstick-Kopien liefern. Hot Fuzz hingegen dekonstruiert das Action-Genre mit tiefem Respekt. Wenn das Finale ausbricht, wechselt der Film zwar in den Parodie-Modus, liefert aber gleichzeitig eine handwerklich absolut erstklassige, packende und extrem gut choreografierte Action-Sequenz ab. Der Film macht sich nicht über Actionfilme lustig, sondern zeigt, wie man deren Energie mit britischer Schrulligkeit fusioniert.
[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0425112/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3
[2] https://www.imdb.com/title/tt0365748/trivia/?ref_=tt_ql_3







