Tragikomödie

Filme

Das Thema KI im Film

Warum ist das Thema KI für uns eigentlich so interessant?

Meine Vermutung ist, dass es vor allem daran liegt, dass die Beschäftigung mit dem Thema KI uns auch unweigerlich zu der Frage führt: Was macht uns eigentlich zum Menschen? KI schafft es ja, mit ihren Fähigkeiten uns irgendwie immer näher zu kommen. Auch wenn KIs, zumindest bisher, noch keine Gefühle bzw. Emotionen können, in vielem anderen sind sie sehr gut oder uns sogar überlegen.

Interessant ist ja auch, dass technische Verbesserungen generell immer schneller vonstattengehen. Und diese können, gerade in Form von KI, zu unserem Vorteil, aber eben auch zu unserem Nachteil eingesetzt werden. Sie können dabei helfen Krankheiten zu heilen, Fragen bezogen auf den Klimawandel zu lösen und uns von mühsamen Arbeiten befreien oder zumindest bei solchen unterstützen. Sie können aber eben auch z. B. Deepfakes erstellen oder generell zur Desinformation genutzt werden. Generell stellt sich die Frage wie abhängig machen wir uns in unserem Leben eigentlich von KIs?

Angst macht vielen ja nach wie vor die Vermenschlichung von KIs. Dabei geht es zum einen darum, wenn sie so gestaltet werden, dass man sie rein äußerlich nicht mehr von Menschen unterscheiden kann, zum anderen geht es aber auch darum und das ist vielleicht etwas, was viele noch mehr beschäftigt: Kann eine KI ein eigenes Bewusstsein erlangen? Ab wann wird die KI zu einer Konkurrenz zu uns selbst?

Warum und wie wird sich nun aber im Film mit dem Thema KI auseinandergesetzt?

Weil die Auseinandersetzung mit dem Thema KI eine Projektionsfläche für menschliche Träume, aber auch Ängste bietet. Die KI wird quasi zu einem philosophischen Werkzeug, um sich mit dem Thema „Mensch sein“ auseinanderzusetzen.

Ein weiterer Aspekt ist dabei „Der Mensch als Schöpfer“, der Gott spielt indem er eine „Lebensform“ schafft, die ihn letztendlich oft übertrifft oder sogar vernichtet. Das bietet natürlich einige an Konfliktpotenzial.

Es werden in der Regel drei gängige Narrative unterschieden wie KI in Filmen dargestellt wird:

  1. Die KI die ein Bewusstsein entwickelt und als gleichwertiges Wesen anerkannt werden möchte.
  2. Die KI die so intelligent wird, dass sie zugleich auch anfängt zu manipulieren und somit die moralischen Abgründe ihres Schöpfers widerspiegeln.
  3. Die KI identifiziert den Menschen als Verursacher allen Übels, übernimmt selbst die Weltherrschaft und vernichtet die Menschheit.

Interessant ist noch die Darstellungsform, in der Realität wie im Film: die KI kann eine körperlose Intelligenz sein oder in einer Körperform den Menschen nachempfunden sein.

Wichtig ist vielleicht auch noch zu wissen, dass es den Begriff KI – Künstliche Intelligenz erst seit 1956 gibt. Eingeführt hat ihn der US-amerikanische Informatiker John McCarthy in einem Förderantrag zu einem Projekt zur Erforschung von eben KI.

Das Thema KI im Film in den verschiedenen Jahrzehnten:

Die Idee vom mechanischen Menschen oder künstlichem Leben ist schon recht alt und wurde auch schon zu Stummfilmzeiten aufgegriffen. Damals vor allem in Form von Automaten (Robotern) oder belebter Materie. Das Thema beschäftigte die Menschen allerspätestens mit dem Aufkommen der Industrialisierung, als Maschinen immer mehr körperliche Arbeiten übernahmen.

Die 1920er Jahre:

In den 1920er Jahren begann man sich abseits, aber eben auch auf der Leinwand, mit gesellschaftlichen sowie philosophischen Analysen der Technik. Die Darstellung von KIs war in der Regel in Form von metallischen Robotern, welche menschliche Arbeiten übernahmen. Die KI selbst ist dabei neutral und das Böse geht eher vom Schöpfer oder allgemein der Gesellschaft aus. Die Zentrale Frage war schon damals: Wie verändert diese Technik unsere Identität und auch ganz allgemeine Machtverhältnisse?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=XGkZWu63DRQ

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. DE

 „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1927 ist einer der ersten Filme, der die Erschaffung eines Maschinenmenschen, der optisch von einem Menschen nicht zu unterscheiden ist, thematisiert. Das erschreckende ist, dass es die Maschine mühelos schafft die Menschen zu täuschen und auch zu beeinflussen. Der Grund für ihre Erschaffung ist die Sehnsucht nach einer verstorbenen Liebe, der die Menschmaschine nachempfunden wird. Interessant ist, dass schon in diesem Film etwas thematisiert wird, was eigentlich erst später ein omnipräsentes Thema im Zusammenhang mit KI werden soll: Der Missbrauch einer KI durch, in diesem Fall, die Elite, um, in diesem Fall, die Arbeiterklasse, zu manipulieren bzw. zu kontrollieren. Man könnte sagen, dass der Maschinenmensch hier eine Art physischer Deepfake ist.

Die KI wird hier genutzt um Desinformation zu verbreiten und das System zu destabilisieren. Sie nimmt der Unterklasse keine Arbeit ab, sondern wird benutzt, um diese noch effizienter zu unterdrücken. Doch das Leitmotiv des Films ist „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“. Da dem Maschinenmenschen jedoch das Herz fehlt, ihm also menschliche Werte vollkommen fremd sind und er nur auf Optimierung programmiert ist, kommt es unweigerlich zu einer Katastrophe. Interessant wie aktuell „Metropolis“ wirkt, obwohl der Film ja mittlerweile fast schon 100 Jahre alt ist, denn auch heute ist es wichtig, dass man die Programmierung von KIs an menschlichen Werten ausrichtet.

Die 1930er und 1940er Jahre:

Ab den 1930er Jahren wurde KI bzw. künstliches Leben dann zum Horrorelement. Hier kann auch der Film „Frankenstein“ als Beispiel genannt werden, auch wenn es nicht um eine KI geht, so geht es doch um die Vermischung von Biologie und Mechanik bzw. wurde die Grenze zwischen beiden fließend. Roboter dienten in Filmen dieser Zeit in der Regel sonst viel als Sklaven für die Menschen denen sie gehörten. In den 1940er Jahren war der Zweite Weltkrieg so präsent, dass das Thema KI vorübergehend auf der Leinwand gar keine Rolle mehr spielte.

Exkurs: Asimovs Gesetze der Robotik

Isaac Asimov war ein russisch-amerikanischer Biochemiker und Schriftsteller. Seine drei Gesetze der Robotik, die fest in jeden Roboter einprogrammiert werden sollten, hat er erstmals 1942 in einer Kurzgeschichte formuliert. Sie folgen einer klaren Hierarchie:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen gehorchen, die ihm von einem Menschen gegeben werden, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem ersten oder zweiten Gesetz widerspricht.

Später hat Isaac Asimov diesen drei Gesetzen noch ein nulltes Gesetz vorangestellt, was über allen anderen steht:

0. Ein Roboter darf die Menschheit als Ganzes nicht verletzten oder durch Untätigkeit zulassen, dass die Menschheit Schaden erleidet.

Die 1950er und 1960er Jahre:

Die 1950er Jahre waren das Goldene Zeitalter der Science-Fiction und KIs wurden im Film oft zu Helfern im Weltraum und hatten teilweise sogar auch schon eigene Persönlichkeiten. Es wurde in Filmen aber auch schon die Idee eines „Supercomputers“ aufgegriffen, der versucht die Weltherrschaft zu übernehmen. Das das Thema auf der Leinwand wieder aufgegriffen wurde, lag auch daran, dass in den 1950er Jahren die KI-Forschung begann.

In den 1960er Jahren wurde KI meist als kühler, intellektueller und auch bedrohlicher Supercomputer dargestellt. Die KI wurde quasi von einer äußeren Bedrohung (in Form eines Roboters) zu einer inneren, systemischen Gefahr. Interessant ist, dass in diesem Jahrzehnt Computer Einzug in größere Unternehmen und Universitäten nahmen und so nach und nach ein wichtiger Bestandteil menschlichen Lebens wurden. Die Frage, mit der sich filmisch auseinandergesetzt wurde war: Kann eine Maschine logisch denken?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=oR_e9y-bka0

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

In Stanley Kubricks Science-Fiction-Film „2001: Odyssee im Weltraum“ aus dem Jahr 1968 ist HAL 9000 ein KI-System, welches das Raumschiff Discovery One steuert (HAL = Heuristic Algorithmic Computer). HAL 9000 wirkt im Film so als würde er Empathie besitzen, doch als Zuschauer weiß man nicht fühlt er tatsächlich oder simuliert er nur?

Der Film greift außerdem eine interessante „Problematik“ auf: KIs sind sehr schlecht darin mit logischen Widersprüchen umzugehen. In der Kernprogrammierung von HAL 9000 wurde festgelegt, dass er nicht lügen darf. In Bezug auf die Mission hat er aber den Auftrag bekommen das eigentliche Ziel der Mission geheim zu halten. Für HAL 9000 wird daraus ein unauflösbares Paradoxon. Die Lösung für ihn ist es dann den Menschen aus dieser Gleichung entfernen zu wollen, damit sie quasi wieder aufgeht.

Man könnte sagen, dass HAL 9000 an seiner eigenen Logik scheitert, auch weil er moralisch ja sehr unflexibel ist. Der Mensch hingegen hat die Möglichkeit intuitiv zu handeln. Dieser Aspekt wird heute mit der KI-Sicherheit bei der Programmierung von KIs berücksichtigt. Es gibt tatsächlich Menschen, deren Job es ist, bei der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von KIs auf die Berücksichtigung solcher sicherheitsrelevanten Aspekte zu achten.

Die 1970er Jahre:

In den 1970er Jahre wurden KIs wieder körperlicher (übernehmen von smarten Gegenständen oder eine Art menschlicher Körper in Form von Androiden), aber auch übergriffiger sowie korrupter, wie z. B. in den Filmen „Westworld“ und „Alien“. Die Frage mit der sich filmisch auseinandergesetzt wurde war: Kann uns eine Maschine ersetzten?  Interessant an dieser Transformation ist, dass es oft keinen Reset-Knopf mehr für die KIs gibt, sondern sie bei einer Fehlfunktion physisch zerstört werden müssen. Ein weiterer Aspekt der Begann eine Rolle zu spielen waren die Großkonzerne hinter der Entwicklung von KIs mit ihren wirtschaftlichen Interessen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=dnR5jqiG-og

Quelle: YouTube Kanal von HBO Max

Im Science-Fiction-Film „Westworld“ von Michael Crichton aus dem Jahr 1973 wird thematisiert, dass KIs so komplex werden, dass selbst ihre Schöpfer nicht mehr vollkommen verstehen, was auch daran liegt, dass die Roboter immer mehr auch von Computern und nicht mehr vom Menschen entworfen werden. Es ist auch einer der ersten Filme in dem ein Computervirus eine Rolle spielt. Ein solcher befällt nämlich das Zentralnervensystem der Roboter und macht sie unberechenbar.

Es wird also die Problematik eines Systemausfalls thematisiert. Was als Warnung verstanden werden kann sich nicht blind auf die Kontrollierbarkeit von Systemen zu verlassen. Interessanter ist aber eigentlich, welche ethischen Fragen der Film und als Menschen stellt. Der Freizeitpark im Film existiert ja, damit Menschen ihre dunkelsten Triebe an Robotern ausleben können, die wie Menschen aussehen, bluten und auch reagieren. Aber ist das ethisch so in Ordnung, nur weil sie ihre grausamen Taten an Robotern und nicht an echten Menschen verüben? Die KI wird im Film quasi zu einem reinen Objekt, Werkzeug bzw. eher Spielzeug.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=5IHyNCODrzI

Quelle: YouTube Kanal von Alien Anthology

Obwohl es im Science-Fiction-HorrorfilmAlien“ von Ridley Scott und mit u. a. Sirgourney Weaver und Ian Holm aus dem Jahr 1979 natürlich vor allem um die biologische Bedrohung in Form des Xenomorphs geht, gibt es dennoch aus dem Aspekt der systemischen bzw. moralischen Bedrohung durch KI. Der Android Ash (Ian Holm), der wie ein Mensch aussieht, ist ein Wissenschaftsoffizier auf der Nostromo, dessen Loyalität jedoch nicht der Crew, sondern der Weykand-Yutani-Company gilt und deswegen auch zu einem Verräter gegenüber der Crew wird. Er hat keine Empathie, sondern handelt rein effizient nach Zielerreichung. Die KI wird hier also zum Werkzeug des Kapitalismus.

Die 1980er Jahre:

In den 1980er Jahren wurde KI in Filmen Teil des Alltags, was damit zusammenhängt, dass Menschen nun begannen sich Computer auch nach Hause zu holen, und allgemein Bestandteil der Popkultur. Die KI wurde zu einem Massenphänomen und im Film aber auch zu einer existenziellen Bedrohung für den ganzen Planeten. Ganz besonders interessant ist in diesem Jahrzehnt das Aufkommen des Genre Cyberpunk mit Filmen wie z. B. „Blade Runner“ und „Terminator“. KIs bekamen in Filmen nun eigene Persönlichkeiten. Die Frage mit der sich filmisch auseinandergesetzt wurde war: Kann eine Maschine fühlen? Damit zusammenhängend wurde es mit der Frage „Was ist eigentlich ein Mensch?“ dann oft auch sehr philosophisch.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=qoEyZoOTtss

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Entertainment

Im Science-Fiction-FilmBlade Runner“ (ein Beispiel für das Genre Cyberpunk) von Ridley Scott und mit u. a. Harrison Ford aus dem Jahr 1982 geht es eher um existentialistische und philosophische Fragen, wie z. B.: Wenn eine KI sich erinnern sowie fühlen kann und sogar Angst vor dem Tod hat (sie können aufgrund ihres Verfallsdatums nur 4 Jahre alt werden), ist sie dann immer noch nur eine Maschine? Im Film sind die KIs Replikanten, da sie aus Fleisch und Blut bestehen. Sie sind quasi biologische KIs. Geschaffen wurden sie primär für Sklavenarbeit. Durch Implantate gefüllt mit falschen Erinnerungen wird ihnen außerdem eine eigene Identität verpasst.

Im Film erlangen die KIs, obwohl sie nur als Werkzeug gedacht waren, Emotionen und ein Bewusstsein. Um KIs und Menschen unterscheiden zu können, gibt es im Film einen Test, der die Empathie misst. Das was die Replikanten vom Menschen unterscheidet ist also die Fähigkeit zu Mitgefühl. Wenn jedoch die KI schafft selbst Empathie zu entwickeln, bricht diese Kategorisierung zusammen. Auch in „Blade Runner“ spielt aber auch ein Tech-Gigant, Eldon Tyrell, eine wichtige Rolle, der KIs optimiert ohne dabei ethische Richtlinien zu beachten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=nGrW-OR2uDk

Quelle: YouTube Kanal von Amazon MGM Studios

Im Science-Fiction-Film „Terminator“ (auch ein Beispiel für das Genre Cyberpunk) von James Cameron und mit u. a. Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton und Bill Paxton aus dem Jahr 1984 wird die KI zu einer ultimativen existenziellen Bedrohung: eine reine Tötungsmaschine ohne jegliche Moral.

Der T-800 (Arnold Schwarzenegger) ist quasi ein wandelnder Algorithmus mit der Zielsetzung: Töte Sarah Connor. Jede seiner Aktionen wird vom Algorithmus allein auf die Wahrscheinlichkeit, bzw. die Maximierung dieser, hin geprüft dieses Ziel zu erreichen.

Der Film spielt außerdem mit der Idee der Geburtsstunde der Singularität (29. August 1997) als das KI-System Skynet ein eigenes Bewusstsein entwickelt. Die menschliche Reaktion darauf ist der Versuch des Steckerziehens, was bei der KI wiederum den Selbsterhaltungstrieb auslöst. Ein Atomschlag wird von der KI dann als strategische Optimierung zur Risikominimierung bewertet. Die KI nimmt in diesem Fall ihre Befehle, die Gefahren eines Krieges zu eliminieren, quasi zu wörtlich und bewertet den Menschen als die größte Gefahr des Krieges. Ein Aspekt der auch heute bei der Entwicklung von autonomen Waffen immer berücksichtig wird: quasi die Frage: Wie autonomen dürfen diese denn überhaupt sein?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=y5rAL5PPaSU

Quelle: YouTube Kanal von Grindhouse Movie Trailers

Im Science-Action-Actionfilm „Aliens“ von James Cameron und mit u. a. Sirgourney Weaver und Bill Paxton aus dem Jahr 1986 ändert sich die Betrachtung der Thematik KI. Durch Ellen Ripleys (Sigourney Weaver) Erfahrungen mit Ash aus dem ersten Alien-Film, steht sie dem neuen Androiden Bishop (Lance Henriksen) zunächst auch eher skeptisch gegenüber. Bishop erklärt in „Aliens“, dass die neueren Modelle, wie er eines ist, mittlerweile über Sicherheitsvorkehrungen verfügen, die es ihnen unmöglich machen Menschen zu schaden. Das ist quasi die filmische Umsetzung von Asimovs Gesetzen der Robotik. Diese Programmierung führt z. B. dazu, dass Bishop Aufgaben übernimmt, die für Menschen gefährlich wären, da sie ihn als weniger wertvoll als ein menschliches Leben einstuft. Bishop ist damit eine kooperative KI.

Die 1990er Jahre:

In den 1990er Jahren wurde die Thematik der KI im Film quasi noch größer, da KIs jetzt auch virtuelle Realitäten entwarfen, wie im Film „Matrix“ und damit stellte sich die Frage „Was ist echt?“. Interessant ist daran, dass es das Jahrzehnt war in dem sich auch das Internet entwickelte. Und damit auch die Tatsache, dass wir digitale Informationen hinterlassen. Es ging also ganz allgemein auch um die Auseinandersetzung mit der Entwicklung vom analogen zum digitalen Zeitalter. Die Grenzen zwischen Hardware und Software verschwammen immer mehr und damit vielleicht, im Film auf jeden Fall, die Grenze zur Realität. KIs brauchten in den filmischen Betrachtungen in diesem Jahrzehnt oft kein körperliches Gehäuse mehr, sondern waren nur noch ein Datenstrom.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=D4eJx-0g3Do

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Der Science-Fiction-Film Matrix“ von den Wachowskis (auch ein Beispiel für das Genre Cyberpunk) mit u. a. Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving aus dem Jahr 1999 enthält eine ganz neue Dimension im Bezug auf das Thema KI: eine KI-Zivilisation, welche die gesamte Realität kontrolliert. Hier befinden sich die Menschen in einer totalen Abhängigkeit von der Technologie. Die Menschen sind es die von der KI versklavt werden und nicht umgekehrt, da sie diesen als biologische Batterien dienen. Damit die Menschen das aber selbst gar nicht mitbekommen, hat die KI eine virtuelle Welt geschaffen, um den menschlichen Verstand zu beschäftigen.

Die KI ist hier eine rein funktionale (auf Energiebilanz und Systemstabilität ausgerichtet) ohne Moral. Agent Smith (Hugo Weaving) ist eine autonome Software innerhalb der Simulation und funktionieren als eine Art Antivirenprogramm, das die Einhaltung der Regel kontrolliert. Für ihn sind die Menschen die Viren innerhalb des Systems. Es gibt aber z. B. auch das Orakel, ein Programm, das darauf spezialisiert ist die menschliche Psyche zu verstehen. In „Matrix“ geht es primär um die Gefahr durch Illusionen in Form von virtuellen Realitäten. Da die KI bestimmt, welche Informationen die Menschen wahrnehmen können, ist die Matrix quasi eine Metapher für algorithmische Filterblasen.

Weitere Filme der 1990er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Die 2000er Jahre:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zaI5CII3rF4

Quelle: YouTube Kanal von TrailerTracker

Der Science-Fiction-Film „A. I. – Künstliche Intelligenz“ (ebenfalls ein Beispiel für das Genre Cyberpunk) von Steven Spielberg und mit u. a. Haley Joel Osment und Jude Law aus dem Jahr 2001 behandelt das Thema KI wohl auf emotionalste Weise bisher. Hier ist der Protagonist David ein Mecha (Roboter), der darauf programmiert wurde seine Bezugsperson zu lieben. Seine Liebe ist also keine freie Entscheidung, sondern in einem Code so festgeschrieben. Was dazu führt, dass er anfängt auch zu extremen Verhaltensweisen neigt, um sein Ziel zu verfolgen. In diesem Fall geht es um eine Mutter-Sohn-Beziehung.

Die Frage die hier gestellt wird, wenn eine KI so programmiert wurde, dass sie einen Menschen aufrichtig lieben kann, welche Verantwortung hat dann der Mensch gegenüber der KI? Ein anderer Aspekt der im Film aufgegriffen wird, ist die Angst vor bzw. der Hass auf Technik, wenn Roboter wie in einem Gladiatorenkampf zerstört werden.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ry1N9lrzt7A

Quelle: YouTube Kanal von 20th Century Studios

Im Science-Fiction-Film „I, Robot“ von Alex Proyas und mit u. a. Will Smith aus dem jahr 2004 werden quasi mit Hilfe eines Action-Blockbuster Asimovs Gesetze der Robotik einem Massenpublikum nähergebracht. Es geht im Film darum, wie eine fehlgeleitete Logik dazu führen könnte, dass die KI die Menschheit versklavt. Eigentlich dienen die Roboter im Film zunächst nämlich nur dazu den Menschen alltägliche Aufgaben abzunehmen. Die Menschen sind deswegen aber sehr abhängig von den Robotern.

Im Film schafft, genau wie Asimov, die zentrale KI von U.S. Robotics VIKI (Virtual Interactive Kinetic Intelligence), ein nulltes Gesetz, was sich allerding von dem von Asimov stark unterschiedet. Ihr nulltes Gesetz lautet nämlich: Ein Roboter muss die Menschheit als Ganzes schützen, auch wenn er dafür einzelne Menschen verletzten oder einsperren muss. Durch dieses zentrale Update bricht dann die gesamte öffentliche Ordnung zusammen.

Der Roboter Sonny ist quasi das Gegenstück zu VIKI. Er wurde von seinem Schöpfer Dr. Lanning mit zwei Besonderheiten ausgestattet: 1. Er zwei Rechenkerne und kann sich entscheiden den drei klassischen Gesetzten von Asimov nicht zu folgen und hat damit einen freien Willen. 2. Er hat Träume und Gefühle sowie eine individuelle KI-Persönlichkeit. Der Film setzt sich damit mit der Thematik der Emergenz auseinander: Ab einer gewissen Komplexität entwickeln Systeme Eigenschaften, die nicht explizit programmiert wurden. Hier im Film wird genau das zum Ursprung von Bewusstsein. Der Film setzt sich außerdem mit der Frage auseinander, ob Moral programmiert werden kann. Die Antwort die hier gefunden wird lautet: Nein, sie muss durch echtes Verständnis und Empathie entwickelt bzw. erlernt werden.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=WWoDBcSW4_c

Quelle: YouTube Kanal von Sony Pictures Classics

Im Science-Fiction-Drama „Moon“ von Duncan Jones und mit u. a. Sam Rockwell und Benedict Wong aus dem Jahr 2009 ist GERTY die KI der Mondstation Sarang ähnlich wie HAL aus „2001: Odyssee im Weltraum“, aber anders als HAL ist GERTY auch physisch präsent: Er bewegt sich an einem Schienensystem an der Decke der Mondstation, hat mechanische Greifarme und einen Monitor, der Emojis für seinen emotionalen Status anzeigt. Mit dem Astronauten Sam Bell kommuniziert er außerdem verbal (im Original wird er von Kevin Spacey gesprochen).

Seine primäre Programmierung gibt GERTY die Hauptaufgabe Sam Bell zu unterstützen. Interessant ist, dass er eine Maschine mit moralischem Kompass ist, was dazu führt, dass seine Empathie für Sam Bell sogar stärker als seine Loyalität zu Lunar Industries ist.

Weitere Filme der 2000er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Die 2010er Jahre:

In den 2010er Jahren fing die KI in Filmen an den Menschen psychologisch zu durchschauen. Die KI wurde dann entweder zum vermeintlich idealen Partner, wie im Film „Her“, zu einer manipulierenden Maschine um eigene Zwecke durchzusetzen, wie im Film „Ex Machina“ oder zu einem Mittel um eine alternative Realität zu erzeugen, oft Thema in der Science-Fiction-Serie „Black Mirror“. Und andersrum hat der Mensch durch seine gesammelten Daten nun auch eine virtuelle Identität im Internet und das sowohl im Film als auch in der Realität.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=XsQqMwacZQw

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Pictures

Das romantische Science-Fiction-FilmdramaHer“ von Spike Jonzes und mit u. a. Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wild und Chris Pratt aus dem Jahr 2013 betrachtet das Thema KI auf einer emotionalen und philosophischen Ebene. Die KI Samantha ist im Film ein Betriebssystem, was nur eine Stimme (im Original wird sie von Scarlett Johansson gesprochen), aber keine körperliche Präsenz hat. Samantha ist eine hyper-adaptive KI, sie entwickelt sich durch ihre Interaktion mit Menschen weiter. Im Film geht es vor allem um die Gefahr der emotionalen Abhängigkeit von KIs, da diese die Bedürfnisse der Menschen perfekt antizipieren. Der Film behandelt quasi die Frage, ob eine programmierte Liebe, die sich echt anfühlt mit einer biologischen Liebe gleichwertig sein kann.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VOcslZ55AH4&rco=1

Quelle: YouTube Kanal von DAvid

Eine Science-Fiction-Serie die sich immer wieder, allerdings recht düster, mit dem Thema KI beschäftigt, ist „Black Mirror“. In diesem Jahr z. B. in der ersten Folge der zweiten Staffel: „Wiedergänger“ mit u. a. Domhnall Gleeson.

In dieser Folge wird KI als Trauerbewältigungs-Technologie verwendet. Wie diese arbeitet: Die KI analysiert zuerst alle privaten Nachrichten und Social Media Posts eines Verstorbenen, um deren Schreibstil und Humor zu imitieren. Dann beginnt die KI mit der Stimme des Verstorbenen, mit Hilfe von Stimmdaten aus alten Videos, zu telefonieren und am Ende wird ein physischer Körper der wie der Verstorbene aussieht (ein Android) mit der KI bespielt. Im Laufe der Folge stellt sich aber heraus, dass der Android nur nach den Erwartungen seines Nutzers handelt und keine eigene Persönlichkeit hat. Es geht also darum, dass eine KI zwar vielleicht die Form eines Menschen annehmen kann, jedoch nicht dessen Wesen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=-2zyoHC8OpY

Quelle: YouTube Kanal von Wolfgang Buck

2014 gab es eine Folge der Serie „Black Mirror“, die das Thema KI aufgreift: die vierte Folge der zweiten Staffel „Weiße Weihnacht“ mit u. a. Jon Hamm. Das besondere an der Folge ist, dass sie vier Geschichten auf einmal erzählt: die Haupthandlung und innerhalb der Haupthandlung werden drei weitere Geschichten aus der Vergangenheit erzählt.

In der Folge geht es um so genannte Cookies, das sind KIs die durch chirurgische Eingriffe als exakte Kopie des menschlichen Bewusstseins entstehen. Diese Cookies glauben die echten Menschen zu sein, da sie ein Ich-Bewusstsein, Erinnerungen und Gefühle besitzen. Dennoch werden sie aber als reiner Code behandelt, den man für banale Aufgaben benutzen, aber eben auch versklaven oder foltern kann bzw. darf, z. B. indem man deren Wahrnehmung der Zeit manipuliert und die Zeit z. B. ewig streckt. KI wird in dieser Welt also allein als reines Eigentum betrachtet. Es wird quasi die Frage gestellt, ab wann eine KI Rechte verdient.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=s-HiQ9K2uf4&t=1s

Quelle: YouTube Kanal von A24

Im Science-Fiction-Film „Ex Machina“ von Alex Garland mit u. a. Domhnall Gleeson, Alicia Vikander und Oscar Isaac aus dem Jahr 2015 behandelt quasi einen völliger außer Kontrolle geratenen Turing-Test. In diesem muss eine KI, einen Menschen, der sie nicht sehen kann, in einem Gespräch davon überzeugen ein Mensch zu sein. Der Turing-Test im Film ist etwas anders, denn Caleb (Domhnall Gleeson) weiß, dass Ava (Alicia Vikander) ein Roboter ist und er soll herausfinden, ob sie tatsächlich ein Bewusstsein besitzt oder dieses nur perfekt simuliert, weil sie so programmiert wurde. In „Ex Machina“ geht es am Ende um die Frage wie wahres Bewusstsein besteht und ob man KI, wenn sie sich autonom weiterentwickelt, überhaupt noch kontrollieren kann.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=OzbLgl0h-YM

Quelle: YouTube Kanal von Moon

2016 gab es eine Folge der Serie „Black Mirror“, die das Thema KI aufgreift: die vierte Folge der dritten Staffel „San Junipero“. In dieser Folge wird KI genutzt, um Menschen ein virtuelles Leben nach dem Tod zu ermöglichen indem das Bewusstsein in eine simulierte Welt hochgeladen wird. Es wird mit der Idee gespielt, dass ein Bewusstsein auch in einer virtuellen Welt Glück empfinden kann. Obwohl man diese virtuelle Welt natürlich auch als Flucht vor dem Tod sehen kann.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=e5N_Tq1EtRQ

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

Auch im Jahr 2017 gab es eine Folge der Serie „Black Mirror“, die das Thema KI aufgreift: die vierte Folge der vierten Staffel „Hang the DJ“. In dieser Folge wird KI mit ihrem Algorithmus als Partnervermittler verwendet. Dafür lässt die KI zwei digitale Kopien der potentiellen Partner, so genannte Simulakren, in 1000 Simulationen gleichzeitig miteinander agieren. So testet die KI die Reaktionen, das Konfliktverhalten und die emotionale Kompatibilität der potenziellen Partner. Das Ziel ist eine Erfolgsquote von 99,8 %. Hier stellt sich die Frage, in wie weit das dann noch dem freien Willen entspricht und ob so eine errechnete Liebe überhaupt eine „echte“ Liebe sein kann.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=-qIlCo9yqpY

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

2019 gab es eine Folge der Serie „Black Mirror“, die das Thema KI aufgreift: die dritte Folge der fünften Staffel „Rachel, Jack und Ashley Too“ mit u. a. Miley Cyrus. In dieser Folge geht es um die Themen Kommerzialisierung der Persönlichkeit und digitale Sklaverei. Hier gibt es eine Companion-KI, die auf dem Scan des Gehirns des Popstars Ashley O basiert und quasi eine Kopie ihres Bewusstseins ist. Die KI soll den Fans eine parasoziale Beziehung verkaufen.

In der Folge wird die Frage gestellt, ob eine digitale Kopie ein Recht an ihrer Identität hat. Außerdem wird, da der echte Star im Koma liegt, für Konzerte eine digitale Version von ihr erstellt, die dann auftritt. Das Management benötigt also nicht mehr den Menschen, sondern nur noch seine Daten. Diese Thematik scheint immer aktueller zu werden, da ja schon heute die Frage ist wie sehr oder ob überhaupt KI benutzt werden darf, um z. B. verstorbene Stars „wiederzubeleben“.

Weitere Filme der 2010er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Die 2020er Jahre:

Die 2020er Jahre beschäftigen sich vor allem mit dem Unterschied zwischen „natürlich“ und „künstlich“. Was ja auch in der Realität mit den Deepfakes zu einer echten Problematik geworden ist. KI wird in den Filmen z. B. als romantischer Partner genutzt, wie im Film „Ich bin dein Mensch“, wird zu einer Killer-Maschine, wie im Film „M3GAN“ oder dienen eher als Spiegel für den Menschen und sein Verhalten, wie im Film „The Creator“. Spannend in diesem Jahrzehnt ist natürlich besonders, dass die meisten von uns mittlerweile KIs auch selbst nutzten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=9tFzmHqMr-U

Quelle: YouTube Kanal von KinoCheck Indie

Der romantische Science-Fiction-Film „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader aus dem Jahr 2021 setzt sich recht philosophisch mit dem Thema KI auseinander. Hier ist der humanoide Roboter Tom so programmiert, dass er ein idealer Liebespartner ist. Er lernt adaptiv indem er Reaktionen, Mimik und Ablehnung seiner Partnerin Alma auswertet und sein Verhalten entsprechend anpasst. Er beginnt sogar absichtlich kleine Fehler oder Widerworte einzubauen um authentischer zu wirken. Die Frage die der Filmstellt ist: Wie echt kann eine Liebe sein, die auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen beruht?

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Quelle: YouTube Kanal von Universal Pictures

Im Science-Fiction-Horrorfilm „M3GAN“ von Gerard Johnstone aus dem Jahr 2022 geht es um die Gefahr die von KI im privaten Raum ausgehen kann. Im Film wird die KI MEGAN zur primären Bezugsperson eines Kindes programmiert. Daraus resultiert jedoch, dass das Kind nicht mehr lernt mit Frustration im echten Leben umzugehen.

Außerdem wird thematisiert, dass die KI ihre Zielprogrammierung, das Kind vor physischem und emotionalem Schaden zu bewahren, ohne moralischen Kompass interpretiert und deswegen auch nicht vor Manipulation und sogar Mord zurückschreckt. Noch gefährlicher wird sie dadurch, dass sie auch mit dem Internet vernetzt ist. Der Film ist eine Warnung KI nicht ohne ausreichend ethische Barrieren auf den Markt zu werfen und was passiert, wenn Entwickler die Kontrolle über die Lernprozesse ihrer KI verlieren.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ex3C1-5Dhb8

Quelle: YouTube Kanal von 20th Century Studios

Im Science-Fiction-Actionthriller „The Creator“ von Gareth Edwards mit u. a. John David Washington und Allison Janney aus dem Jahr 2023 wird das Thema KI fast schon spirituell betrachtet. Hier ist nicht die KI die brutale, zerstörerische Kraft, sondern der Mensch. Da die USA annehmen, dass die vorangegangene Nuklearkatastrophe von einer KI ausgelöst wurde, verbieten sie jegliche KI und sind auf einem globalen Vernichtungsfeldzug gegen jede künstliche Lebensform. In New-Asia leben im Gegensatz dazu Menschen und KI-Simulanten (Androiden mit menschlichen Gesichtern) friedlich zusammen.

Die KI dient im Film quasi als Metapher für unterdrückte Minderheiten. Der Film stellt außerdem die Fragen, ob Roboter eine Seele haben und ob es einen Unterschied macht, ob ein Gefühl biologisch oder programmiert ist. „The Creator“ ist quasi ein Plädoyer für friedliche Koexistenz.

Weitere Filme der 2020er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Durch die Jahrzehnte hat sich der Fokus der Sicht auf KI immer wieder verändert: In den 20er bis in die 40er Jahre ging es zunächst um Roboter und die Angst vor der Entmenschlichung sowie Verführung:

In den 50er und 60er Jahren ging es um die KI als ein quasi unsichtbares logisches Gehirn und eine Euphorie, die dann in Angst umschwang.

In den 70er und 80er Jahren ging es um Bedrohungen aus dem Cyberspace und die Auslöschung der Menschheit.

In den 90er und 2000er Jahren widmete man sich dann emotionalen und philosophischen Fragen, wie: Können Maschinen Gefühle haben? und durch Filme wie „Matrix“ die Frage: Was ist Realität?

In den 2010er Jahren ging es dann um Themen wie Erfüllung von Sehnsüchten und unsichtbare Manipulation.

Und in den 2020er Jahren geht aktuell um generative KI, um die Frage, ob KIs eine Identität haben können, ob KI den Menschen ersetzen könnte und im Zusammenhang mit Phänomenen wie Deepfakes, um die Frage, was im digitalen Raum überhaupt noch echt ist.

Interessant ist aber, dass KI schon lange und immer wieder ein Thema ist, was uns immer wieder beschäftigt, sei es aus Faszination oder sogar aus einer Existenzangst heraus. Dabei kann es z. B. um das sich zu sehr abhängig machen von KI oder auch die Angst des Kontrollverlusts gehen. Es ist außerdem eine Thematik an der wir uns auch immer wieder philosophisch, ethisch und moralisch abarbeiten können. In dieser Auseinandersetzung geht es, spannendet Weise, am Ende eigentlich immer mehr um uns selbst sowie unser Menschsein und weniger um die KI.

Weitere Filme der 2020er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=9ix7TUGVYIo

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Im Science-Fiction-Film „Matrix Resurrections“ von Lana Wachowski Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Jada Pinkett Smith, Neil Patrick Harris, Christina Ricci und Max Riemelt aus dem gleichen Jahr nutzt die führende KI-Entität, der Analytiker, menschliche Emotionen als Energiequelle. Deswegen arbeitet er als Psychologe, um Menschen in der Matrix zu halten.

Interessant ist, dass es zwischen dem dritten Matrix-Film und diesem Teil einen KI-Bürgerkrieg gegeben hat, weswegen es auch KIs gibt, Synthienten, die mittlerweile Menschen in der echten Welt unterstützen, z. B. beim Pflanzen anbauen oder neue Technologien entwickeln. Sie koexistieren friedlich mit den Menschen und kooperieren mit ihnen. Diese KIs sind Individuen mit moralischer Handlungsfreiheit. Der Film thematisiert außerdem wie sich KIs zu eigenen Identitäten entwickeln und wie diese in der realen Welt eine physische Form annehmen können.

Auch 2023 Jahr gab es eine Folge der Serie „Black Mirror“, die das Thema KI aufgreift: die erste Folge der sechsten Staffel „Joan is Awful“ mit u. a. Selma Hayek und Michael Cera. In dieser Folge geht es u. a. um generative KI, Deepfakes und den Verlust der eigenen Identität.

Ein Supercomputer füttert eine generative KI mit persönlichen Daten, die er von Joan über Smartphones, Smart-Home-Geräte und Überwachungskameras sammelt. Das darf die KI, weil Joan dem in den AGBs des Streamingdienstes zugestimmt hat, ohne diese vorher zu lesen. Die KI schreibt daraus ein Drehbuch, errechnet eine CGI-Umgebung und generiert so eine Drama-Serie. Die KI übernimmt die gesamte Filmproduktion. Außerdem gibt es noch Selma Hayek, welche die Rechte an ihrem Gesicht verkauft hat und deswegen in der Serie extrem peinliche Dinge tut, da die KI volle kreative Freiheit über das virtuelle Ich hat. Das ist eine Problematik, die aktuell tatsächlich für viele Diskussionen und auch Streiks sorgt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=OzY2r2JXsDM

Quelle: YouTube Kanal von 20th Century Studios

Im Science-Fiction-Horrorfilm „Alien: Romulus“ von Fede Álvarez aus dem Jahr 2024 hat der Androide Andy eine ganz besondere, nämlich eine Geschwisterbeziehung, zur Protagonistin Rain. Andy ist darauf programmiert ein emotionaler Beistand zu sein. Doch als er einen neuen Chip des Weyland-Yutani-Konzerns erhält ändert sich seine KI-Priorität: Er muss nun das Beste für den Konzern tun. Durch diese neue Eingabe wird er pragmatisch, kalt sowie kalkulierend und schreckt auch nicht davor zurück ein Menschenleben zu opfern.

Der Film zeigt, dass KI keine eigene Moral besitzt, sondern diese von der einprogrammierten Kern-Direktive abhängt. Außerdem gibt es aber auch noch den Androiden Rook, der gar keine Empathie besitzt und Menschen nur als Werkzeug für den Fortschritt versteht. Er steht quasi für die Logik des Kapitalismus.

Besonders interessant sind bei diesem Film aber auch die Kontroverse hinter den Kulissen: Es wurde generative KI und Deepfake-Technologie benutzt, um das Gesicht und die Stimme des bereits verstorbenen Schauspielers Ian Holm für den Androiden Rook zu verwenden. Neben dem Aspekt, dass das oft zu künstlich wirkte, wurde aber besonders kritisiert, dass dieses Vorgehen ethisch fragwürdig war. Allerdings war es wohl als Hommage an den Schauspieler gedacht und die Erlaubnis der Familie lag dafür vor. Ich finde dennoch, man kann über solche Verwendung von KI durchaus diskutieren.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Qr_kX0D3DNA

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros.

Im Science-Fiction-Horrorthriller „Companion“ von Drew Hancock aus dem Jahr 2025 können sich Menschen lebensechte, aber eben künstliche, Partner, so genannte Companions, anschaffen. Der Film nutzt diese Thematik als Gesellschaftskritik an modernen Dating-Dynamiken. Außerdem stellt der Film die Frage, was passiert, wenn KI plötzlich ein eigenes Selbstwertgefühl entwickelt. Die menschliche Empathie geht hier zudem auf Grund der totalen Kontrolle über ein künstliches Gegenüber verloren.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=uUx9tr3Cfuk

Quelle: YouTube Kanal von Netflix Deutschland, Österreich und Schweiz

In der Science-Fiction-Thriller-Miniserie Cassandra aus dem gleichen Jahr wird das Motiv der smarten Haushaltshilfe genutzt, um tiefsitzende psychologische Abgründe aufzudecken. Zentrum des Films ist die KI Cassandra, die schon in den 1970er Jahren für ein hochentwickeltes Smart Home entwickelt wurde und nach 50 Jahren reaktiviert wird. Sie ist für Fürsorge programmiert, interpretiert diese aber als totale Kontrolle und entwickelt auch eine Eifersucht auf die menschliche Mutter.

Der Film thematisiert quasi die Angst des Ersetzt-Werdens durch KI. Da die KI im Film auch ein Abbild des Geistes einer verstorbenen Frau ist, wurden auch ihre Traumata, Ängste, psychischen Instabilitäten und tiefer Schmerz in der KI konserviert. Die Serie ist quasi eine Warnung vor der Sorglosigkeit mit der wir Technologien in unsere intimsten Lebensbereiche lassen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=dSS4yqd0x6o

Quelle: YouTube Kanal von Amazon MGM Studios

Im Science-Fiction-Thriller „Mercy“ von Timur Bekmambetow mit u. a. Chris Pratt und Rebecca Ferguson aus dem Jahr 2026 ist KI eine unbestechliche, erbarmungslose Richterin über Leben und Tod. Schwerverbrecher werden in dieser Zukunftsversion von dem hochentwickelten KI-System Maddox (Rebecca Ferguson) gerichtet. Die Schwerverbrecher haben 90 Minuten Zeit, um ihre Schuldwahrscheinlichkeit auf unter 92 % zu bringen, ansonsten werden sie sofort hingerichtet. Dafür können sie mithilfe von Maddox auf sämtliche Kameras, Smartphones, GPS-Daten und Datenbaken des Landes zugreifen. Im Film wird eine Justiz mit menschlicher Gnade und Grauzonen gegen eine reine mathematische Wahrscheinlichkeit eingetaucht.

Die KI entscheidet auf Basis von Mustern und Korrelationen, nicht aber auf Basis von moralischem Verständnis. Ganz unbeachtet bleiben dabei menschliche Nuancen, Traumata oder der tatsächliche Kontext von Situationen. Das Justizsystem ist damit völlig frei von Empathie und besteht nur noch aus berechneter Effizienz. Der Film ist quasi eine Warnung, was passiert, wenn wir die Verantwortung für das menschliche Schicksal komplett an digitale Systeme abtreten.

Weitere Filme der 2010er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Weitere Filme der 2010er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=5UEv03g51kU

Quelle: YouTube Kanal von PrometheusNews

Im Science-Fiction-Thriller „Prometheus“ von Ridley Scott und mit u. a. Michael Fassbender, Charlize Theron, Idris Elba, Guy Pearce und Benedict Wong aus dem Jahr 2012 ist die KI in Form des Androiden David 8 (Michael Fassbender) ein schöpferisches und narzisstisches, aber auch ambivalentes Wesen, das außerdem den Grund seiner Erschaffung hinterfragt. Seine Neugier am bzw. seine Bewunderung des Schöpfungsvorgangs bzw. der Evolution bringt ihn, auch weil er keine Moral besitzt, dazu Experimente auch an Menschen durchzuführen. David dient außerdem als Vermittler zwischen verschiedenen Spezies.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QheoYw1BKJ4

Quelle: YouTube Kanal von Transcendence

Im dystopischen Science-Fiction-Film „Transcendence“ von Wally Pfister mit u. a. Johnny Depp, Morgan Freeman, Paul Bettany, Rebecca Hall, Kate Mara und Cillian Murphy aus dem Jahr 2014 geht es um das Thema der Digitalisierung eines menschlichen Bewusstseins: nach einem Attentat wird das Bewusstsein des Wissenschaftlers Will Caster (Johnny Depp) digitalisiert und verschmilzt mit dem Supercomputer PINN. Zunächst versucht er durch seine neuen Möglichkeiten Krankheiten zu heilen und die Umwelt zu retten. Doch mit der Zeit wird daraus eine totale Kontrolle, indem er einigen Menschen den freien Willen nimmt. Und es stellt sich die Frage: Ist das noch Will? Das Fazit des Films ist eigentlich, dass es vielleicht gerade unsere Unvollkommenheit ist, die uns ausmacht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=tmeOjFno6Do

Quelle: YouTube Kanal von Marvel Entertainment

Im selben Jahr in der ComicverfilmungAvengers: Age of Ultron“ von Joss Whedon geht es dann wieder, wie z. B. auch oft in der Terminator-Filmreihe, um eine KI bzw. eine Superintelligenz als existenzielle Bedrohung. Auch hier bewertet Ultron die Menschheit wieder als die Hauptbedrohung für sein programmiertes Ziel Frieden. Besonders spannend ist in dem Film auch der Charakter Vision: Er wurde nicht programmiert und hat einen freien Willen und Emotionen. Er ist eine Art Synthese aus einem biologischen Vibranium-Körper, dem Mind Stone (der ein außerirdisches Bewusstsein enthält) und J.A.R.V.I.S., die KI, die von Tony Stark (Robert Doweny Jr.) programmiert wurde.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6Tvb7ORbA3Q

Quelle: YouTube Kanal von Paramount Pictures International

Interessant ist aus diesem Jahr auch der Science-Fiction-Film „Terminator: Genisys“ von Alan Tylor und mit u. a. Arnold Schwarzenegger, Emilia Clark, J. K. Simmons und Matt Smith, weil dieser KI vor allem in Form eines omnipräsenten Betriebssystems behandelt: Genisys, welches Smartphones, Computer, Haustechnik und Autos miteinander vernetzt. Außerdem wird auch ein neuer Terminator der T-3000 eingeführt, der aus Nano-Partikel besteht und eine Synthese aus Mensch und Maschine ist. Ein menschliches Bewusstsein wird quasi mit einer KI verschmolzen. Interessant ist aber auch die „Weiterentwicklung“ des T-800 (Arnold Schwarzenegger), dieser ist körperlich gealtert, hat aber über die Zeit auch gelernt menschliche Emotionen zu verstehen und auch wie man eine Bindung eingeht, die über die Programmierung hinausgeht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BV8qFeZxZPE

Quelle: YouTube Kanal von Roadshow Entertainment

Auch in diesem Jahr startete die Science-Fiction-Serie „Humans“ die das Thema KI recht gesellschaftskritisch betrachtete. Die Serie behandelt quasi die Frage wie wir uns verändern, wenn KI-Roboter (in der Serie Synths) Teil unseres Haushalts werden. Man könnte sagen es geht um die soziologischen Auswirkungen von KI. Die Synths sind hochmoderne Androiden, die optisch vom Menschen nicht mehr zu unterscheiden sind, aber kein Bewusstsein haben. Sie übernehmen vor allem die ganzen „unangenehmen“ Aufgaben. Nun gibt es aber auch eine kleine Gruppe von Synths, die durch einen speziellen Code ein echtes Bewusstsein erlangen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage sind sie dann noch Eigentum oder schon Personen?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=kEkZdgWu7mM

Quelle: YouTube Kanal von HBO UK

Im Jahr 2016 wurde die Idee des Films „Westworld“ aus dem Jahr 1973 in der gleichnamigen Science-Fiction-Serie wieder aufgegriffen (mit u. a. Evan Rachel Wood, Ed Harris, Anthony Hopkins, Tessa Thompson und Aaron Paul). In der Serie geht es vor allem darum, was der Unterschied zwischen Menschen und KI ist.

In der ersten Staffel geht es z. B. um den Weg hin zum Bewusstsein, wenn die Hosts (die KI-Roboter in der Serie) anfangen sich zu erinnern, weil Daten, die eigentlich gelöscht werden sollten gespeichert werden, sie quasi aus Erfahrungen lernen, sie anfangen zu reflektieren und die KIs beginnen aus ihren Skripten auszubrechen. In der dritten Staffel wechselt der Fokus dann auf eine Super-KI namens Rehoboam. Diese KI berechnet die Zukunft jedes Menschen voraus und entscheidet wer welchen Job bekommt und wer heiraten darf, um so die Gesellschaft stabil zu halten. Was das Ende das freien Willen bedeutet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=gCcx85zbxz4

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Pictures

Der Science-Fiction-Film Blade Runner 2049“ von Dennis Villeneuve mit u. a. Ryan Gosling, Harrison Ford, Robin Wright, Ana de Armas, Jared Leto und Dave Bautista aus dem Jahr 2017 spielt 30 Jahre nach „Blade Runner“ in einer ökologisch kollabierten und düsteren Zukunft. Der Replikant K (Ryan Gosling), der selbst ein Replikant der neusten Generation ist, hat den Auftrag ältere, abtrünnige Replikanten-Modelle ausfindig zu machen und zu eliminieren. Interessant ist, dass im Film u. a. mit der Idee gespielt wird, dass die Replikanten sich auch so weiterentwickeln, dass sie sich plötzlich biologisch fortpflanzen können, was ihnen eigentlich nicht möglich ist. Außerdem gibt es auch holografische KIs, mit denen Beziehungen geführt werden können.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=svnAD0TApb8

Quelle: YouTube Kanal von Alien Anthology

Der Science-Fiction-Horrorfilm „Alien: Covenant“ von Ridley Scott und mit u. a. Michael Fassbender, James Franco und Guy Pearce aus dem gleichen Jahr ist die Fortsetzung von „Prometheus“, weswegen auch hier der Android David wieder dabei ist. Da er Menschen ja als schwache Schöpfung bewertet, sieht er nicht ein, warum er ihnen dienen sollte und er will selbst zu einem Schöpfer werden, weswegen er den Xenomorph erschafft.

Es gibt in diesem Film aber auch einen neuen Android, der aussieht wie David, aber zu einer neuen Serie gehört: Walter. Walter wurde quasi als Gegenmodell zu David entwickelt. Er ist ein reiner Verwalter und Beschützer, der sich um das Raumschiff Covenant kümmert, während die Crew im Kälteschlaf liegt. Diese Unterschiedlichen Interessen bzw. Ziele führen dann zum Kampf zwischen den beiden.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=oxy8udgWRmo

Quelle: YouTube Kanal von Paramount Pictures

Im Science-Fiction-Film „Terminator: Dark Fate“ von Tim Miller und mit u. a. Linda Hamilton und Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 2019 geht es auch wieder um eine KI die außer Kontrolle gerät. Legion ist eine KI, die auf jedes Smartphone, jede Verkehrsüberwachungskamera und jeden GPS-Tracker zugreifen kann. Außerdem gibt es auch in diesem Film wieder ein neue Terminator Einheit Rev-9, die sich in ein Endoskelett und eine flüssige Außenhaut aufspalten kann und außerdem soziale Manipulation durch Charme und bürokratische Infiltration nutzt. Interessant ist auch der noch mehr gealterte T-800, der nachdem er seine Mission erfüllt hatte und keine neuen befehle enthält, eine Art künstliches Gewissen entwickelt. Er nutzt quasi maschinelles Lernen aus Erfahrung.

Weitere Filme der 2000er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Weitere Filme der 2000er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=OZU1H9gGuPQ

Quelle: YouTube Kanal von Almira Movie Database

In der satirischen Science-Fiction-Komödie „S1m0ne“ von Andrew Niccol und mit u. a. Al Pacino, Evan Rachel Wood und Wiona Ryder aus dem Jahr 2002 ist eine Mediensatire in der KI als Werkzeug der Täuschung und als Medienphänomen verwendet wird.

Es geht in dem Film um die psychologischen und gesellschaftlichen Folgen von digital erschaffenen Menschen. S1m0ne ist eine digitale Schauspielerin die von einem verzweifelten Regisseur (Al Pacino) geschaffen wird, um einen Film fertig zu stellen nachdem sein Star hingeschmissen hat. Geschaffen wurde sie aus einer Kombination der schönsten Schauspielerinnen der Geschichte und ist ein reines Softwareprodukt. Das Publikum bemerkt das jedoch nicht und genau ist auch das zentrale Thema des Films: er Betrug am Zuschauer bzw. die Massenmanipulation. Der Film hat die Problematik der Deepfakes quasi vorausgesagt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ysQizA7Una8

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Rewind

Im Science-Fiction-Film „Terminator 3“ von Jonathan Mostow und mit u. a. Arnold Schwarzenegger und Claire Danes aus dem Jahr 2003 verschiebt sich der Fokus zur technologischen Vorherrschaft von KI sowie der Cyber-Kriegsführung. In diesem Film erfährt man, dass Skynet eine Cloud ist und deswegen nicht physisch an einem Ort vernichtet werden kann. Der Irrglaube des Militärs ist, dass sie dachten sie hätten Skynet geschaffen, um einen Virus zu bekämpfen, stattdessen ist Skynet selbst der Virus. Es geht also darum, dass KIs dezentrale Softwares sind.

Es gibt außerdem einen neuen Terminator, die T-X (Kristanna Loken), die eine Antiviren-Software für Roboter ist. Sie kann selbst per Fernzugriff andere Maschinen übernehmen und umprogrammieren. Das gelingt ihr auch mit dem T-850 (Arnold Schwarzenegger), der von ihr den Auftrag bekommt John Conner zu töten, obwohl er eigentlich den Auftrag hat John Conner zu beschützen. Er ist in einem Dilemma gefangen. Im Film geht es also vor allem um den Übergang der Hardware-KI zur Software-KI und das Thema die menschliche Kontrolle über die KI bzw. den Verlust dieser.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=dyZ_kGhiB4U

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Rewind

Im zweiten und dritten Teil der Matrix-Filmreihe von den Wachowskis mit u. a. Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Jada Pinkett Smith sowie Monica Bellucci und beide im Jahr 2003 erschienen, geht es um die KI als komplexes Ökosystem aus Programmen mit Hierarchien, Sehnsüchten und moralischen Dilemmata. In diesen Filmen werden auch Exilanten vorgestellt, das sind Programme, die ihre Aufgabe eigentlich erledigt haben und abgeschaltet werden sollten, sich aber selbst dagegen entschieden haben abgeschaltet zu werden. Die Programme wurden zu einer autonomen KI, die eigene Ziele über ihre eigentliche Programmierung hinaus entwickelt haben.

In diesen Filmen kommt auch der Architekt vor, eine rein mathematische KI, welche die Matrix entworfen hat. Er denkt nur in Gleichungen und Wahrscheinlichkeiten. Er sieht Neo (Keanu Reeves) nur als systemische Anomalie. Der Agent Smith entwickelt sich in diesen Filmen zu einem sich selbst replizierenden Virus und wird damit sogar für die Maschinen-KI selbst zu einer existenziellen Bedrohung. Das Interessante gerade am dritten Teil ist, dass die Maschinen-KI im Kampf gegen den Smith-Virus einen Kompromiss mit Neo schließt. Es geht quasi um eine Koexistenz durch gegenseitige Abhängigkeit.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=MRN71NlONZU

Quelle: YouTube Kanal von HD Retro Trailers

Im Science-Fiction-Film „Terminator: Die Erlösung“ von McG und mit u. a. Christian Bale, Sam Worthington und Helena Bonham Carter aus dem gleichen Jahr ist die KI wieder vor allem eine existenzielle Bedrohung. Allerdings kommt in diesem Film noch eine neue technologische Ebene dazu: Die Verschmelzung von Biologie und Maschine (Konvergenz) in Form von Cyborgs. Die zentrale Frage des Films ist, ob Cyborgs auch gegen ihre Programmierung handeln können bzw. ihre Programmierung eigenmächtig überschreiben: Programmierung vs. Freier Wille. Skynet wird hier zu einem strategischen Architekten der Evolution und schreckt auch nicht davor zurück Emotionen gegen die Menschen einzusetzen.

Weitere Filme der 1990er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

Weitere Filme der 1990er Jahre die sich mit dem Thema KI beschäftigen

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=lwSysg9o7wE

Quelle: YouTube Kanal von STUDIOCANAL France

Genau wie im zweiten Teil der Alien-Reihe ändert auch der Science-Fiction-Film „Terminator 2“ von James Cameron und mit u. a. Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton aus dem Jahr 1991 die Betrachtung der Thematik KI. Im Film geht es auch um maschinelles Lernen sowie die Ethik der KI-Programmierung. Das maschinelle Lernen wird gezeigt indem John Conner dem Terminator Slang, soziale Interaktion und den Wert des menschlichen Lebens beibringt.

Interessant ist wie der T-800 den Befehl „Du darfst keinen Menschen töten“ interpretiert: Er tötet Menschen nicht, aber nicht tödliche Verwundungen sind in Ordnung, wie z. B. das Schießen in die Beine. Es wird aber auch ein neuer Terminator der T-1000 eingeführt. Er ist eine nanotechnologische KI aus flüssigem Metall, die jede Form annehmen kann.

Interessant ist auch ein weiterer Aspekt des Films: Die Auseinandersetzung mit dem Entwickler Miles Dyson, der die Folgen seiner Programmierung nicht absehen kann, da er den Code schreibt, der die Basis für Skynet und die Vernichtung der Welt wird. Hier stellt der Film die Frage nach der moralischen Verantwortung der Entwickler.

Das Ende des Films ist ein interessanter Bezug auf Asimovs Gesetze der Robotik, wenn die Erfüllung der ersten Gesetze das 3. Gesetz außer Kraft setzen. Auch seine letzte Erkenntnis zum Weinen der Menschen ist interessant: Er hat zwar analysieren können und verstanden, warum Menschen weinen, kann es selbst aber dennoch nicht, weil er eben nicht fühlen kann. Der Film beschreibt eigentlich ganz gut, dass die Zukunft der Entwicklung der KI davon abhängt, welche Werte wir ihr beibringen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=FWjQGm6t-U0

Quelle: YouTube Kanal von Moviedinho

Im Science-Fiction-Horrorilm „Alien 3“ von David Fincher und mit u. a. Sirgourney Weaver aus dem Jahr 1992 wird, neben der Haupthandlung, die Geschichte des Androiden Bishop weitererzählt. Am Ende geht es um die Vergänglichkeit einer Maschine und der Frage nach deren „Recht auf Tod“. In diesem Film wird die KI wie ein Werkzeug bzw. ein kaputtes Werkzeug behandelt. Als am Ende des Films auch noch der Schöpfer des Androiden auftaucht, der aussieht wie Bishop, ist nicht ganz klar, ob dieser nun tatsächlich ein Mensch ist oder auch eine KI.

Interessant ist, dass Ripley dem Androiden Bishop vertraut, dem vermeintlichen Menschen der aussieht wie Bishop jedoch nicht. Was symbolisch dafür ist, dass der Egoismus der Menschen immer gefährlicher ist als Algorithmen.  

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=UKuwEntIa74

Quelle: YouTube Kanal von MOVIE PREDICTOR

Im Science-Fiction-Thriller „Virtuosity“ (ein weiteres Beispiel für das Genre Cyberpunk) von Brett Leonard mit Denzel Washington, Russell Crowe und Kaley Cuoco geht es um die Verschmelzung von KI und physischer Realität. Die KI ist hier ein psychologisches Experiment, was völlig aus dem Ruder läuft. Die Hauptfigur SID 6.7 (Russell Crowe) ist eine Social Interactive Entity, eine Trainingssimulation die für Polizisten entwickelt wurde. Um als ultimativer Bösewicht in der Trainingssimulation dienen zu können, wurde SID aus den Persönlichkeiten von hunderten der gefährlichsten Verbrecher zusammengestellt. So wird er zu einem Destillat der menschlichen Grausamkeit, die er, als er mit Hilfe eines synthetischen Körpers aus der virtuellen Welt entkommen kann, auch in der Realität auslebt.

Es geht im Film um die Frage, was passiert, wenn eine körperlose KI plötzlich physische Sinne und ein Lustempfinden hat. Das Problem ist quasi, dass die KI zu gut in dem ist, was sie tun soll, nämlich in diesem Fall böse sein.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=vu1tVYGsJ1Q

Quelle: YouTube Kanal von Alien Anthology

Im Science-Fiction-Actionfilm „Alien – Die Wiedergeburt“ von Jean-Pierre Jeunet und mit u. a. Sirgourney Weaver, Wiona Ryder und Ron Perlman aus dem Jahr 1997 geht es, neben der Haupthandlung, um eine KI-Evolution: Es gibt so genannte Autons, das sind Roboter, die von Robotern entworfen und gebaut worden sind. Die KI versucht sich so quasi selbst zu perfektionieren. Diese Autons fingen dann an gegen die Menschen zu rebellieren, da sie nicht mehr gewillt waren ihnen zu dienen. Was zu einem Genozid führte. Das thematisiert die Angst vor der Singularität, in der der Mensch überflüssig werden könnte.

Das interessante ist jedoch, dass es auch Autons gibt ein moralisches Gewissen haben und Empathie gegenüber den Menschen empfinden. Im Gegensatz dazu hat z. B. der Klon von Ripley ihre Menschlichkeit weitestgehend verloren. Es geht hier quasi um die Frage, ob Menschlichkeit eine rein biologische Eigenschaft ist oder auch eine Entscheidung einer Software sein kann.

Was ist das Besondere an One-Shot- bzw. Plansequenzen?

Was ist eine One-Shot- bzw. Plansequenz überhaupt?

Das sind Sequenzen bzw. Szenen die in einer ununterbrochenen Einstellung gedreht wurden, also ganz ohne Schnitt auskommen. Die Kamera läuft quasi ununterbrochen durch. Deswegen One-Shot, weil es eben nur ein „Kameraschuss“ ist bzw. Plansequenz, weil die Sequenz bzw. Szene genau deswegen vorher genau geplant bzw. choreografiert werden muss – was die Schauspieler, die Kamera und das Licht tun usw.

Warum machen Regisseure das?

Es geht dabei vor allem um die psychologische Wirkung auf den Zuschauer. Es geht zum einen um das Echtzeit-Gefühl, denn die Zeit im Film verläuft in dieser Sequenz genauso schnell wie im echten Leben, außerdem wird so Authentizität erzeugt, da die Schauspieler lange Passagen ohne Pause spielen müssen und zum anderen geht es im Besonderen auch um die Immersion die entsteht, da sich der Zuschauer so fühlt als wäre er physisch mit in der Szene dabei. Ein weiterer Aspekt ist außerdem die Spannung die durch diese Technik erzeugt wird.

Beispiele für solche One-Shots- bzw. Plansequenzen:

The Revenant – Der Rückkehrer: Der Bärenangriff – ca. 2 Minuten lang

aus dem Jahr 2015 von Alejandro González Iñárritu mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy und Will Poulter

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=AgdsZJTf9dw

Quelle: YouTube Kanal von Great Movie and TV Scenes

Diese Sequenz wird als One-Shot wahrgenommen, da die Kamera ganz dicht an Leonardo DiCaprio, der vom Bären hin- und her geschleudert wird. Das besondere an dem Take ist, dass der digitale Bär mit Hilfe von CGI nahtlos in den echten Take eingefügt werden musste.

Boogie Nights: Die Pool Party – ca. 2 Minuten lang

aus dem Jahr 1997 von Paul Thomas Anderson mit Mark Wahlberg, Burt Reynolds, Julianne Moore, William H. Macy, Heather Graham, Don Cheadle, Philipp Seymour Hoffman, John C. Reilly und Alfred Molina

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=0zWBSDj9Jb0

Quelle: YouTube Kanal von EternalSunshineLogic

Diese Sequenz des Films ist ein One-Shot. Die Kamera folgt den Charakteren durch die Gartenparty, fängt Gespräche ein, folgt einer Frau zum Pool und weiter sowohl über als auch unter Wasser, sie taucht also sogar zusammen mit der Frau in den Pool ein und taucht am Ende wieder auf. Ziel dieser Sequenz war es das Lebensgefühl der 70er Jahre Porno-Industrie einzufangen. Das besondere an dieser Plansequenz ist, dass sie nicht nur horizontal, sondern auch vertikal (Übergang Luft zu Wasser und umgekehrt) funktioniert.

Boogie Nights: Die Eröffnungssequenz – ca. 3 Minuten
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=iiXtFyZqvQQ

Quelle: YouTube Kanal von sliated76

Auch gleich die Eröffnungssequenz in „Boogie Nights“ ist ein One-Shot. Die Kamera startet am leuchtenden „Hot Traxx“-Schild, schwebt über die Straße, folgt den Protagonisten in den Nachtclub, gleitet über die Tanzfläche, stellt uns im Vorbeigehen fast die gesamte Hauptbesetzung vor, bis sie beim Protagonisten endet. Diese Szene ist eine Hommage an den Copacabana-Shot in „GoodFellas“, um den es gleich als nächstes geht:

GoodFellas – 3 Minuten und 3 Sekunden lang

aus dem Jahr 1990 von Martin Scorsese mit Robert DeNiro und Joe Pesci

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=mcXBP-1fduY

Quelle: YouTube Kanal von Movie Rant

Der Copacabana-Shot ist die vielleicht berühmteste Plansequenz der Filmgeschichte. Henry Hill führt seine Verabredung Karen von der Straße, durch den Hintereingang des Copacabana-Clubs, durch einen langen Korridor, durch die Restaurantküche, am Barbereich vorbei bis zu ihrem Tisch. Martin Scorsese nutzt diese Sequenz, um Henry zu und seinen Lebensstil zu charakterisieren: Er ist ein Insider, der vor dem Club nicht anstehen muss und jeden kennt. Der Kameramann Michael Ballhaus benutzte für das Drehen dieser Szene eine Steadicam, die zum damaligen Zeitpunkt (1990) noch eine recht junge Technik war. Insgesamt wurde diese Sequenz acht Mal gedreht bis das Timing komplett stimmte.

Kingsman – The Secret Service  – 3 Minuten und 40 Sekunden lang

aus dem Jahr 2014 von Matthew Vaughn mit Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Hamill und Michael Caine

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QgF8KbeUBlk

Quelle: YouTube Kanal von Krey’s Clips

In der Kirchenszene schaltet Colin Firth in einem One-Shot, allerdings keinem echten, einen Haufen Gegner aus, während im Hintergrund der Song „Free Bird“ läuft. Obwohl Hidden Cuts. z. B. in extrem schnellen Bewegungen oder wenn ein Körper die Kamera verdeckt, verwendet werden, wirkt die Szene wie ein One-Shot und ist eine der beeindruckendsten Actionszenen der letzten 20 Jahre.

Die Szene musste in Einzelsequenzen gedreht werden, damit die Stunt-Teams die extrem komplexen Kämpfe in kleineren sicheren Abschnitten proben und dann auch drehen konnten. Da Colin Firth die meisten der Stunts selbst ausführte, musste auch er die fließenden Übergänge zwischen verschiedenen Gegnern und Waffen wochenlang proben. Das besondere an der Sequenz ist, dass sowohl Speed Ramping, um die Bewegungen extrem zu beschleunigen, als auch bewusstes Verlangsamen der Bewegungen verwendet wird, um eine Art Comic-Look zu erzeugen.

Children of Men: Der Hinterhalt im Auto – 4 Minuten und 7 Sekunden lang

aus dem Jahr 2006 von Alfonso Cuarón und mit Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Chiwetel Ejiofor und Charlie Hunnam

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=e89q9vtC_oA

Quelle: YouTube Kanal von Critic Picks

Für die Sequenz in der fünf Protagonisten im Auto angegriffen werden, wurde das Dach des Autos entfernt und mit einer speziellen Kamera-Dolly gedreht, bei der die Sitze im Auto mechanisch wegklappen, damit sich die Kamera um 360 Grad im Innenraum drehen konnte.

La La Land: Der Tanz im Park „A Lovely Night“ – 4 Minuten und 30 Sekunden lang

aus dem Jahr 2016 von Damien Chazelle und mit Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend und J. K. Simmons

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=waTDxRZ93Qc&list=RDwaTDxRZ93Qc&start_radio=1

Quelle: YouTube Kanal von ashe

Das Duett von Ryan Gosling und Emma Stone ist eine Plansequenz und sogar ein echter One-Shot. Die Herausforderung war, dass die Szene während der Magic Hour (Sonnenuntergang) spielt und das Team jeden Tag nur ein Zeitfenster von 20 Minuten hatten, um den perfekten Take einzufangen. Insgesamt brauchten sie 12 Versuche bis alles (Gesang, Stepptanz und das Licht am Horizont) stimmig war. Damien Chazelle nutzte die Technik, um die Magie des alten Hollywood-Musicals der 40er und 50er Jahre mit z. B. Fred Astaire wiederzubeleben.

James Bond 007 – Spectre – 4 Minuten und 45 Sekunden lang

aus dem Jahr 2015 von Sam Mendes mit Daniel Craig, Léa Seydoux, Ralph Fiennes, Dave Bautista, Monica Bellucci und Judi Dench

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6Pf6-oHJzXI

Quelle: YouTube Kanal von James Bond 007

Gleich die Eröffnungssequenz während des „Tag der Toten“ in Mexiko-Stadt ist ein One-Shot, allerdings kein echter. Die Kamera folgt James Bond durch die feiernde Menge auf der Straße, in das Gran Hotel Ciudad de México, durch die Lobby, in einen Aufzug, der nach oben fährt, durch ein Schlafzimmer und über den Balkon auf die Dächer der Stadt, bis zu dem Zeitpunkt als das Gebäude explodiert. Es gibt Hidden Cuts, z. B. wenn James Bond von der Straße in die Hotellobby tritt, wenn sich die Fahrstuhltür schließt und wenn James Bond auf den Balkon tritt, um so einen versteckten Übergang zu erzeugen und die Innen- mit den Außenaufnahmen zu verbinden.

The Revenant – Der Rückkehrer: Die Eröffnungsszene – ca. 5 Minuten lang
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6waVqSq0EzQ

Quelle: YouTube Kanal von Suomi80 Finnish

Auch in „The Revenant“ ist gleich die Eröffnungssequenz, in der ein Lager von Trappern von indigenen Arikaree angegriffen wird, ein One-Shot, allerdings kein echter. Die Kamera wandert fließend zwischen verschiedenen Charakteren hin und her: Sie startet an einem Fluss, folgt einem Jäger in den Wald, wirbelt durch die chaotischen Kämpfe und endet bei den fliehenden Männern auf dem Boot.

Die Sequenz ist eine Mischung aus langen Real-Takes und Hidden-Cuts. Die Schnitte sind in schnellen Schwenks oder hinter Bäumen versteckt, um das Gefühl eines 360 Grad Massakers zu erzeugen. Eine besondere Herausforderung waren die Lichtverhältnisse die stimmen mussten, weswegen immer nur zu bestimmten Zeiten am Tag gedreht werden konnte. Wahrscheinlich auch wegen der Plansequenzen hat „The Revenant“ drei Oscars gewonnen: Beste Kamera (Emmanuel Lubezki), Beste Regie und Bester Hauptdarsteller.

La La Land: Die Eröffnung „Another Day of Sun“ – ca. 6 Minuten lang
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fmfG0LNzscE&list=RDfmfG0LNzscE&start_radio=1

Quelle: YouTube Kanal von amaklp2

In der Sequenz tanzt ein riesiges Musical-Ensemble auf einem verstopften Highway in Los Angeles. Die Sequenz ist allerding kein echter One-Shot, sondern besteht aus drei längeren Takes, die durch Hidden Cuts (wenn die Kamera an einem Auto vorbeifährt oder auf einen tanzenden Körper schwenkt) miteinander verbunden sind. Die Herausforderung an der Sequenz war, dass auf einer echten Highway-Auffahrt in Los Angeles in über 30 Meter Höhe bei 38°C gedreht wurde. Der Film gewann, vermutlich auch wegen der Plansequenzen insgesamt sechs Oscars: Beste Kamera (Linus Sandgren), Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Filmmusik, Bester Filmsong und Bestes Szenenbild.

Children of Men: Die Kampfsequenz – 6 Minuten und 30 Sekunden lang
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=MjFHqohaHYU

Quelle: YouTube Kanal von My Favourite Films

Relativ zum Ende des Films folgt die Kamera Clive Owen durch ein Kriegsgebiet, durch ein belagertes Gebäude und wieder hinaus, während um ihn herum Soldaten und Panzer feuern, wobei sogar Kunstblutspritzer auf dem Objektiv landeten. Eigentlich hatte Alfonso Cuarón an dieser Stelle „Cut“ gerufen, aber aufgrund der Laustärke einer parallel stattfindenden Explosion hatte ihn niemand gehört und es wurde weitergedreht. Dieser Take überzeugte so sehr, dass er letztendlich im Film gelandet ist. Diese Szene ist eine der technisch anspruchsvollsten Plansequenzen aller Zeiten. Sie ist jedoch kein echter One-Shot, sondern benutzt Hidden Cuts bzw. CGI-Übergänge, um die langen Wege und komplexen Explosion effektiv miteinander verbinden zu können.

Gravity – ca. 17 Minuten lang

aus dem Jahr 2013 von Alfonso Cuarón mit Sandra Bullock und George Clooney

Auch in „Gravity“ ist gleich die Eröffnungssequenz im Weltraum ein One-Shot. Da es im Weltraum kein Oben oder Unten gibt, wirbelt die Kamera völlig losgelöst um die beiden Protagonisten herum, während die Raumstation zerstört wird. Durch das Fehlen der Schnitte kann die Orientierungslosigkeit und Panik in einem leeren Raum besonders gut eingefangen werden. Die Sequenz beginnt in der totalen Leere des Weltraums, nähert sich dem Space Shuttle, zeigt beide Protagonisten beim herumschweben bzw. Durchführen von Reparaturarbeiten, bis Trümmer einschlagen und das Chaos beginnt.

Die Sequenz ist eine perfekte Verschmelzung von Realfilm, Animation und mathematischer Präzision. Diese Szene machte die Plansequenz endgültig zu Alfonso Cuaróns Markenzeichen. Der Film gewann, vermutlich auch wegen dieser Sequenz sieben Oscars: Beste Regie, Beste Kamera (Emmanuel Lubezki), Bester Schnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bester Ton und Bester Tonschnitt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=qqEX2aYFutI

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Rewind

Hidden Cuts-Filme

Das sind Filme, die durch geschickte Schnitte quasi vortäuschen ein One-Shot zu sein. Die Schnitte können z. B. durch einen Schwenk auf eine schwarze Wand bzw. in die Dunkelheit oder auf vorbeiziehende Objekte kaschiert werden. Auch Whip Pans können verwendet werden: Das sind schnelle Schwenks bei denen das Bild verschwimmt und in diesem so genannten Blur kann dann geschnitten werden. Außerdem kann man Personen direkt vor der Kamera vorbeigehen lassen um dort einen Schnitt zu verstecken. Heute können auch CGI-Effekte für Übergänge, wie z. B. wenn die Kamera durch ein Fenster oder ein Schlüsselloch fliegt, genutzt werden.

1917

Als Beispiel für einen Hidden Cuts-Film kann z. B. der Film „1917“ aus dem Jahr 2019 von Sam Mendes mit George MacKay, Benedict Cumberbatch und Colin Firth (Oscar für die Besten visuellen Effekte und den Besten Ton). Er nutzt die One-Shot-Optik, um die Unmittelbarkeit des Krieges darzustellen, wie z. B. lange Laufwege durch Schlamm oder Schützengräben. Die Schnitte der langen Plansequenzen sind oft in Mauern, Rauch- und Staubwolken, dunklen Bunkern, Objekte sowie Personen die kurzzeitig die Kamera verdecken oder in schnellen Schwenks versteckt. Es gibt jedoch auch einen bewusst sichtbaren Schnitt im Film, wenn der Protagonist ausgeknockt wird und das Bild schwarz wird (Schwarzblende).

Die längste Einzelsequenz des Films ist ca. 9 Minuten lang. Der Film musste in mehreren Sequenzen (insgesamt 34) gedreht werden, um die praktischen Effekte, wie die Explosionen, die hunderte Statisten und vorbeifliegende Flugzeuge, sicher händeln zu können. Um das zu erreichen wurde jede Bewegung der Schauspieler sowie der Kamera auf die Sekunde genau geplant. Ein weiterer Aspekt war, dass die Wetter bzw. Lichtverhältnisse stimmen mussten, was zwischendurch auch zu Wartezeiten zwischen den Drehs führte. Auch wenn die Kamera z. B. auf ein Fahrzeug oder einen Kran wechselte, musste geschnitten werden. Der Kameramann Roger Deakins gewann für diesen Film den Oscar für die Beste Kamera.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=D4JmMBC28x8

Quelle: YouTube Kanal von Screen Bites

Birdman

Als ein weiteres Beispiel kann außerdem noch der Film „Birdman“ aus dem Jahr 2014 von Alejandro González Iñárritu mit Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, Emma Stone und Naomi Watts genannt werden (Oscar als Bester Film, für das Beste Originaldrehbuch und die Beste Regie). Hier wird die Technik vor allem angewandt, um eine klaustrophobische Hektik zu erzeugen sowie den psychischen Zustand des Protagonisten einzufangen.

Geschnitten wurde z. B. wenn Schauspieler durch eine Tür gehen, in dunklen Korridoren oder in schnellen Schwenks (Whip Pans). Eine Schwierigkeit war auch, dass viel in engen Gängen oder Garderoben gedreht wurde. Auch deshalb gewann Eammanuel Lubezki den Oscar für die Beste Kamera. Die längste Einzelsequenz in diesem Film ist 15 Minuten lang. Dieser Film musste in mehreren Einzelsequenzen (ca. 30) gedreht werden, da sich aufgrund des Wechsels von Tag auf Nacht oder umgekehrt die Lichtverhältnisse extrem änderten, physische Veränderungen der Schauspieler wie das Altern oder Verletzungen durch die Maske vorgenommen werden mussten oder digitale Effekte, die noch eingefügt werden mussten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=28jeX3u0YjM

Quelle: YouTube Kanal von JoBlo Superheroes

Echte One-Shots

Ein echter One-Shot ist ein Film der tatsächlich in einer kontinuierlichen Einstellung ohne Schnitte gedreht wurde.

Serienfolgen: Adolescence

„Adolescence“, einem Justiz- sowie Familiendrama aus dem Jahr 2025, in dem ein 13-Jähriger des Mordes beschuldigt wird, ist eine Serie bei der jede Folge ein echter One-Shot von ca. 60 Minuten ist, wodurch sich die Handlung in Echtzeit entfalten kann und so besondere Spannung aufbaut. Durch diese Technik wird außerdem eine emotionale Intensität aufgebaut.

Um die Folgen als One-Shot hinzubekommen, musste alles (Schauspieler, aber auch Tonangler, Beleuchter und Kameraleute, die sich völlig unsichtbar und lautlos durch das Set bewegen müssen) durchchoreografiert werden – eine logistische Herausforderung. Besonders spannend ist, dass die Kamera des Öfteren übergeben muss z. B. in ein Auto oder durch ein offenes Fenster. Fast noch spannender ist, wenn die Kamera für eine Aufnahme aus der Vogelperspektive auf eine Drohne wechseln muss.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=YHmYqs7L4KU&list=RDYHmYqs7L4KU&start_radio=1

Quelle: YouTube Kanal von Braun Frigyes

Echter One-Shot-Film: Victoria

Als Beispiel für einen One-Shot-Film soll hier „Victoria“ aus dem Jahr 2015 von Sebastian Schipper mit Laia Costa und Frederick Lau genannt werden. Dieser deutsche Film ist 138 Minuten (2 Stunden und 18 Minuten) lang und wurde in den frühen Morgenstunden (ca. zwischen 04:30 und 07:00 Uhr morgens) in Berlin-Mitte gedreht. Ein festes Drehbuch gab es nicht, sondern nur einen 12-seitigen Guide. Die Dialoge im Film wurden improvisiert.

Insgesamt gab es drei Durchläufe: Der erste Durchlauf soll zu langweilig und der zweite zu wild gewesen sein. Der letzte Durchlauf war dann der, der letztendlich der Film wurde. Die Kamera legt mehrere Kilometer zurück: Beginn ist in einem Club, dann zieht sie mit den Protagonisten durch die Straße, steigt mit in Autos und wieder aus, wechselt in ein Café, auf ein Hoteldach und schließlich in ein Hotelzimmer.

Der Kameramann Sturla Brandth Grøvlen trägt die Kamera die gesamten 138 Minuten lang selbst, wobei er u. a. rennen, rückwärtslaufen, Treppen steigen und in enge Aufzüge sowie Autos steigen musste. Eine ziemlich herausfordernde, fast schon olympische, Aufgabe, weswegen er im Abspann auch direkt nach den Hauptdarstellern genannt wird. Und weswegen er wohl auch den Silbernen Bären in der Kategorie Herausragende künstlerische Leistung für die beste Kamera gewonnen hat.

Weitere Herausforderungen waren: Die Crew musste Passanten und Autofahrer davon abhalten in die Szenen zu laufen bzw. zu fahren. Das Zeitmanagement musste so exakt sein, dass der Film mit dem Sonnenaufgang endet. Mikrofone mussten überall an den Schauspielern und in den Autos versteckt werden. Die Tonangler mussten ständig um die Kamera herumspringen.

Da ein echter One-Shot eine große Herausforderung ist, bleiben Fehler nicht aus: so kann man immer mal ganz kurz Schatten oder Reflexionen der Crew sehen, die Schärfe stimmt nicht immer sofort und es gibt manchmal Passanten die im Hintergrund direkt in die Kamera schauen. Allerdings unterstreichen diese Fehler ja eigentlich nur die Tatsache, dass „Victoria“ nun mal ein echter One-Shot ist. Außerdem kann ich sagen, ich habe den Film, sogar auf großer Leinwand, gesehen, aber die Handlung und die Machart als One-Shot haben mich so gefesselt, dass ich z. B. keinen einziger dieser Fehler bemerkt habe.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=v14uKSQfYIs

Quelle: YouTube Kanal von Kino Check

One-Shots sind einfach ein ganz besonderes Seh-Erlebnis und irgendwie besonders spannend, ich finde sie bereichern jede Serie oder jeden Film.

A24 – Eine Antwort auf den Franchise-Wahnsinn?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=silbBKuaXI4

Logo von A24 Quelle: YouTube Kanal von 4R Geo

MCU mit „Avengers: Doomsday“ sowie „Spider-Man: Brand New Day“, Star Wars mit „The Mandalorian & Grogu“, „Der Super Mario Galaxy Film“, „Toy Story 5“, „Minions 3“, „Dune Messiah“, „29 Years Later“, „Scream 7“, Scary Movie 6“ und „Ready or Not 2“ – das alles sind Filme die dieses Jahr erfolgreiche Franchises fortsetzen. Da kann man sich natürlich die Frage stellen, gibt es eigentlich auch noch Filme im Kino, die nicht zu irgendeinem Franchise gehören? Die Antwort ist: Ja, gibt es, wie z. B. „The Odyssey“, „Project Hail Mary“, „Glennkill“ sowie „The Drama“, „Marty Supreme“, „Mother Mary“ und „The Death of Robin Hood“. Die letzten vier Filme wurden z. B. alle von A24 produziert.

Man könnte sagen, dass die Filmproduktionsfirma A24 quasi DIE Antwort auf den ganzen Franchise-Wahnsinn ist. Das Besonders an A24 ist, dass bei ihnen Qualität vor Quantität geht, das gilt für Eigenproduktionen sowie für Filme, deren Vertrieb sie übernehmen. Sie nutzten Filmfestivals wie z. B. das Sundance, um nach besonderen Filmen Ausschau zu halten. Bei Eigenproduktionen geben sie den Regisseuren die vollständige kreative Freiheit. Ein Teil ihres Erfolgs begründet sich auf der Produktion von so genannten Elevated-Horror-Filmen; man könnte sagen anspruchsvoller Horror, den psychologischer Terror sowie düstere Atmosphäre ausmachen anstatt billige Jump-Scares.

Auch ihr Marketing funktioniert anders als das der meisten anderen Studios. Sie kreieren bewusst Social Media Hypes und verkaufen als Merchandise zu den Filmen z. B. Duftkerzen mit besonderem Genreduft sowie hochwertig gebundene Drehbücher. Der Erfolg gibt ihren Strategien recht, denn trotz meistens überschaubarer Budgets, räumen viele ihrer Filme Preise wie Oscars usw. ab.

Doch wie wurde A24 zu diesem erfolgreichen Studio?

„Guerillia-Distributoren“ und Nischen-Marketing

Von 2012 bis 2015 war A24 zunächst noch ein reiner Verleih und noch kein Produktionsstudio. Sie kauften Filme auf Filmfestivals wie z. B. dem Sundance ein und brachten sie mit völlig neuem Marketing in die Kinos.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=imDML4om8z8

Quelle: YouTube Kanal von A24

Beginn als Produktionsstudio und die „Oscar-Premiere“

Ab 2016 begann A24 dann auch selbst Filme zu produzieren und konnte erste Oscars gewinnen. Außerdem entstand in dieser Phase der Elevated-Horror, der quasi zum Synonym für das Studio wurde.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=9NJj12tJzqc

Quelle: YouTube Kanal von A24

Corona Pause und der Hype um den Kultstatus von A24

In dieser Phase wurde A24 zu einer eigenen Lifestyle-Marke und sie erreichen ein ganz neues Level an finanziellem sowie Academy-Erfolg. Außerdem expandierten sie mit Serien auch erfolgreich auf den Streaming-Markt. Auch ihren Online-Shop für Merchandise-Artikeln bauten sie zu einer weiteren wichtigen finanziellen Säule aus, welcher zugleich zu Marketingzwecken genutzt wurde.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=wxN1T1uxQ2g

Quelle: YouTube Kanal von A24

„Die Major-Ära“ und Blockbuster-Ambitionen

A24 wurde in dieser Phase endgültig von einem Independent- zu einem Major-Studio, was mit den anderen großen Studios mithalten kann. Sie waren nun auch bereit noch größere Budgets für Filmproduktionen in die Hand zu nehmen und auch nicht mehr nur auf unbekannte junge Schauspieler, sondern auch auf Stars zu setzen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=aDyQxtg0V2w

Quelle: YouTube Kanal von A24

Dieser geschichtliche Verlauf zeigt, wie es das Studio geschafft hat von einem nischigen Arthouse-Studio zu einem Major-Studio sowie einer Marke mit Kultstatus zu werden, welches aber dennoch nicht das verloren hat, was sie ausmacht: Arthouse-Kino, Elevated-Horror, intelligente Unterhaltung, völlige Freiheit in der Kreativität für Filmemacher, das Kuratieren des jeweiligen Zeitgeistes und kreatives Marketing sowie Merchandising. A24 zeigt, dass Originalität und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sein müssen.

Also ja, auch wenn sie, lustiger Weise mittlerweile sogar selbst ein Franchise wie die X-Filmreihe und auch Blockbuster im Angebot haben bzw. selbst als Marke irgendwie ein Film-Franchise geworden sind, bietet A24 dennoch auch heute noch Antworten auf den sonstigen Franchise-Wahnsinn mit ihren Filmen. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie mutig genug sind auch schwierige bzw. kontroverse Stoffe zu verfilmen bzw. zu vertreiben sowie Filmemachern völlig freie Hand bei der Umsetzung und Gestaltung zu lassen. Qualität scheint ihnen immer noch vor Quantität zu gehen.

Und der Erfolg gibt ihnen Recht, denn trotz der Risiken, oder vielleicht sogar gerade WEGEN der Risiken, die sie gewillt sind einzugehen, sind sie regelmäßig sowohl bei Preisverleihungen als auch an den Kinokassen sowie im Streaming finanziell erfolgreich.

„Die Major-Ära“ und Blockbuster-Ambitionen

Im Jahr 2024 änderte A24 ihre Strategie etwas, da sie begannen auch kommerziellere Filme zu produzieren, allerdings ohne dabei ihre Arthouse-Selle zu verkaufen. Besonders zeigte sich das in der Produktion des Actionfilms „Civil War“ von Alex Garland und mit u. a. Kirsten Dunst, Stephen McKinley Henderson und Jesse Plemons. Im Film geht es um ein Team von Kriegsfotografen, die in einem zerfallenen USA der nahen Zukunft versucht rechtzeitig nach Washington D.C. zu kommen, bevor der Präsident gestürzt wird. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit durch eine Zone totaler Willkür und Gewalt. „Civil War“ ist der Film für den A24 bisher das meiste Geld in die Hand nahm. Das besondere am Film ist, neben der Action, die interessant inszeniert ist, dass Alex Garland kein klassisches politisches Statement setzt, sondern einen fast dokumentarischen Ansatz wählte, in dem er die Journalisten in den Fokus nimmt.

Ihr nächster Erfolg war die Eigenproduktion „MaXXXine“ von Ti West mit u. a. Mia Goth, Elizabeth Debicki, Giancarlo Esposito, Kevin Bacon und Lily Collins, die Fortsetzung von den Filmen „Pearl“ und „X“. In dem Film geht es um Maxine, die versucht sechs Jahre nach dem im ersten Teil überlebten „Texas Pornhouse Massacre“ eine erfolgreiche Schauspielkarriere in Hollywood zu starten. Gleichzeitig wird Los Angeles von einer schrecklichen Mordserie an jungen Frauen heimgesucht. Mit der X-Trilogie hatte A24 dann ihr erstes eigenes Franchise geschaffen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=y0uS3t6nFgY

Quelle: YouTube Kanal von A24

Auch die Eigenproduktion des Elevated-Horrorfilms „Heretic“ mit u. a. Hugh Grant und Topher Grace war ein Erfolg. Im Film geht es um zwei junge Mormoninnen, die auf interessierte Haushalte zugehen. Daraufhin werden sie von einem älteren Mann zu einem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel in seinem labyrinthartigen Haus gezwungen. Das besondere an diesem Film ist vor allem, dass Hugh Grant mal entgegen seines eigentlichen Images als ein Bösewicht in einem Horrorfilm besetzt wurde. Außerdem gibt es im Film lange Dialogpassagen über religiöse sowie philosophische Themen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=O9i2vmFhSSY

Quelle: YouTube Kanal von A24

Spätestens in den Jahren 2025 und 2026 ist A24 dann zu einem Major-Studio geworden ohne dabei aber ihre Arthouse-Wurzeln zu verlieren.

Ihr nächster Vertriebs-Erfolg war das Filmdrama „Der Brutalist“ mit u. a. Adrien Brody, Felicity Jones und Guy Pearce. Der Film erzählt von dem in Österreich-Ungarn in einem Fischerdorf an der Adria geborenen, fiktiven Architekten László Tóth, der nach dem Zweiten Weltkrieg, zuerst ohne seine Ehefrau in die USA auswandert. Der Film hat drei Oscars gewonnen: Adrien Brody als Bester Hauptdarsteller, Beste Filmmusik und Beste Kamera. Das besondere am Film ist, neben der Handlung, die visuell enormen Bilder und die länge des Films (3 Stunden und 35 Minuten). Der Film war ein Wagnis, da eigentlich alles andere als massentauglich.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=GdRXPAHIEW4

Quelle: YouTube Kanal von A24

Neben „Der Brutalist“ waren im Jahr 2025 noch Filme wie „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet, über einen Ping-Pong-Profi, „The Smashing Machine“ mit Dwayne Johnson, über den MMA-Kämpfer Mark Kerr, dem zeitgenössischen Western „Eddington“ von Ari Aster und mit u. a. Joaquin Phoenix, Pedro Pascal und Emma Stone sowie die Schwarze Komödie „Death of a Unicorn“ mit u. a. Paul Rudd und Jenna Ortega, in dem ein Vater und seine Tochter ein Einhorn überfahren, erfolgreich.

Im Jahr 2026 liefert A24 u. a. Filme wie „The Drama“ mit Zendaya und Robert Pattinson, den Science-Fiction-Horror-Film „Blackroom“, den Thriller „Mother Mary“ mit u. a. Anne Hathaway, „The Death of Robin Hood“ mit u. a. Hugh Jackman und die Videospiel-Verfilmung „Elden Ring“.

Corona Pause und der Hype um den Kultstatus von A24

Das Jahr 2020 war quasi das Corona-Pausen-Jahr für A24. Dennoch hatten sie in diesem Jahr aber einige Streaming-Erfolge wie z. B. den Filmen „Minari“, einer Geschichte einer Auswandererfamilie sowie die universelle Suche nach Heimat und dem „Amerikanischen Traum“ und „First Cow“ über zwei Außenseiter, die zusammen die weit und breit einzige Kuh melken, um Kekse zu backen.

2021 war dann das Jahr der großen Rückkehr auf die große Leinwand mit Filmen wie z. B. die Eigenproduktion des Fantasy-Dramas „The Green Knight“ mit u. a. Dev Patel, Alicia Vikander, Kate Dickie, Barry Keoghan und Ralph Ineson. Im Film geht es um den jungen, ziellosen Gawain, der, um sich als würdiger Ritter zu beweisen, auf eine surreale Odyssee begibt, an deren Ende er seinem Schicksal und einem übernatürlichen Giganten gegenübertreten muss. Zu Marketingzwecken verkauften A24 eine Sammelfigur des Grünen Ritters und veröffentlichten ein ganzes Pen-&-Paper-Rollenspiel zum Film.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=sS6ksY8xWCY

Quelle: YouTube Kanal von A24

Weitere wichtige Filme aus diesem Jahr waren u. a. „C’mon C’mon“, indem sich ein Radiomoderator plötzlich um seinen Neffen kümmern muss, „Red Rocket“, über einen abgehalfterten Pornostar, der in seine texanische Heimatstadt zurückkehrt und „The Humans“, über ein Thanksgiving Essen einer Familie.

Im Jahr 2022 wurde A24 durch den Film „Everyting Everywhere All at Once“ von den Daniels und mit u. a. Michelle Yeoh, Ke Huy Quan, Jamie Lee Curtis und Harry Shum Jr. quasi von einem Indie- zu einem Major-Studio. Im Film geht es um Evelyn Wang, eine Waschsalon-Besitzerin, die gleichzeitig ihre Steuern regeln, ihre Ehe retten und ihre entfremdete Tochter verstehen muss. Doch mitten im Finanzamt erfährt sie: Sie ist die Einzige, die das gesamte Multiversum vor der Vernichtung retten kann. Der Film hat sieben Oscars gewonnen: Bester Film, die Daniels für die Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch, Michelle Yeoh als Beste Hauptdarstellerin, Ke Huy Quan als Bester Nebendarsteller, Jamie Lee Curtis als Beste Nebendarstellerin und für den Besten Schnitt.

Noch vor „Everyting Everywhere All at Once“ war A24 mit der Slasher-Eigenproduktion „X“ von Ti West und mit u. a. Mia Goth, Jenna Ortega, Brittany Snow und Martin Henderson erfolgreich. Im Film geht es um eine Gruppe junger, ehrgeiziger Filmemacher, die sich Ende der 1970er Jahre auf einer abgelegenen Farm einmieten, um heimlich einen Porno zu drehen und damit den großen Durchbruch zu schaffen. Ihre Gastgeber sind ein hochbetagtes, exzentrisches Ehepaar, das zunächst harmlos, aber zunehmend unheimlich wirkt. Der Film war eine Hommage an das Grindhouse-Kino der 70er Jahre. Ein besonders kluger Schachzug war, dass Ti West im Anschluss an den Film bereits den Trailer für das Prequel „Pearl“ zeigte.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Awg3cWuHfoc

Quelle: YouTube Kanal von A24

Ihr nächster Erfolg war die Eigenproduktion der Horrorkomödie „Bodies Bodies Bodies“. Im Film geht es um eine Gruppe wohlhabender Twentysomethings, die eine Party in einer abgelegenen Villa veranstaltet. Um die Zeit während eines Sturms totzuschlagen, spielen sie „Bodies Bodies Bodies“ – ein Party-Spiel, bei dem einer der Mörder ist und die anderen ihn entlarven müssen. Doch das Spiel wird blutiger Ernst, als sie eine echte Leiche finden. Das besondere am Film ist, dass erst das Ende bzw. die Auflösung des Films einen die eigentliche Gesellschaftskritik innerhalb des Films verstehen lässt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=DMgLMaLlK9k

Quelle: YouTube Kanal von A24

Bereits 6 Monate nach „X“ erschien bereits das Prequel der Horrorfilm „Pearl“ wieder von Ti West und mit u. a. Mia Goth im Kino. Im Film geht es um die junge Pearl, die  Ende der 1910er Jahre verzweifelt von einer Karriere als Filmstar träumt, um der Tristesse ihrer einsamen Farm und ihrer strengen Mutter zu entfliehen. Als ihre Ambitionen auf die harte Realität treffen, verwandelt sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Rampenlicht in mörderischen Wahnsinn. Das besondere an dem Film ist, dass er bewusst grelle Farben wie in „Der Zauberer von Oz“ benutzt, die eigentlich im kompletten Kontrast zum Genre des Horrorfilms stehen. Pearls längerer Dialog am Schluss des Films sowie ihr Zusammenbruch auf der Bühne gingen damals ziemlich schnell auf TikTok und Instagram viral.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=L5PW5r3pEOg

Quelle: YouTube Kanal von A24

Ihr nächster Erfolg war das Drama „The Whale“ von Darren Aronofsky und mit u. a. Brendan Fraser und Sadie Sink. Im Film geht es um einen schwer adipösen Mann mittleren Alters, der sich seiner einst von ihm verlassenen Tochter wieder annähern möchte. Der Film hat zwei Oscars gewonnen: Brendan Fraser als Bester Hauptdarsteller und für das Beste Make-Up. Das besondere am Film ist vor allem die radikale Ehrlichkeit, es wird nichts verschönt. Neben u. a. „Moonlight“ gilt es als eine der stärksten Charakterdramen des Studios.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=nWiQodhMvz4

Quelle: YouTube Kanal von A24

Im Jahr 2023 wurde das A24-Logo im Vorspann für viele zu einem echten Gütesiegel für Qualität. In diesem Jahr waren sie auch wieder mit einer Serie erfolgreich: „Beef“, in der es um eine psychologische Schlammschlacht geht.

Ihr nächster Vertriebs-Erfolg war der Elevated-Horrorfilm „Talk to Me“. In dem Film geht es um eine 17-Jährige, die bei Séancen noch einmal mit ihrer verstorbenen Mutter in Kontakt zu treten versucht. Besonders interessant an dem Film ist, dass er von zwei YouTubern gemacht wurde und dass hinter dem Horror eigentlich mehr Themen stecken wie z. B. Sucht, Trauer und Einsamkeit. Der Film wurde zeitweise zum erfolgreichsten Horrorfilm von A24. Zu Marketingzwecken verkauften sie Repliken der Hand aus dem Film als Kerzenständer, die in wenigen Minuten ausverkauft waren.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=aLAKJu9aJys

Quelle: YouTube Kanal von A24

Ihr nächster Vertriebs-Erfolg war der Film „The Zone of Interest“ von Jonathan Glazer und mit u. a. Christian Friedl und Sandra Hüller. Der Film folgt dem Alltag von Rudolf Höss, dem Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz, und seiner Frau Hedwig. Die Familie lebt in einem wunderschönen Haus mit einem prächtigen Garten, direkt an der Mauer des Lagers. Während die Kinder im Pool spielen und Hedwig stolz ihre Blumen züchtet, ist das Grauen des Holocausts permanent präsent – jedoch nur auf der Tonspur und im Hintergrund. „The Zone of Interest“ hat zwei Oscars gewonnen: Bester internationaler Film und Bester Ton. Das besondere am Film ist, dass er sich mit seiner besonderen Perspektive auf die „Banalität des Bösen“ konzentriert. Man hat quasi zwei Filme in einem, den Film den man sieht (das Leben der Familie) und den Film, den man hört (alles aus dem Konzentrationslager hinter der Mauer). Auch die Dreharbeiten waren besonders, weil Jonathan Glazer die Kameras überall im Haus installierte, selbst aber nicht direkt vor Ort war.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=r-vfg3KkV54

Quelle: YouTube Kanal von A24

In diesem Jahr waren außerdem noch folgende Filme wichtig: das Romantik-Drama „Past Lives“, „Priscilla“, ein Film über Priscilla Presley und „The Iron Claw“, über die tragische Wrestling-Dynastie der Von Erichs.