West Side Story

„Wir alle haben ihn getötet!“ Maria in „West Side Story“

West Side Story spielt in New York

  • Erscheinungsjahr: 1961
  • Genre: Filmmusical
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Robert Wise und Jerome Robbins
  • Drehbuch: Ernest Lehman
  • Musik: Leonard Bernstein, Bearbeitung: Saul Chaplin
  • Besetzung u. a.: Natalie Wood, Richard Beymer, Russ Tamblyn, Rita Moreno, George Chakiris

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=HpKbrpPiExA

Quelle: YouTube Kanal von Amazon MGM Studios

Worum geht’s:

In „West Side Story“ kämpfen in den Arbeitervierteln der Upper West Side  zwei rivalisierende Jugendbanden um die Vorherrschaft: Die Jets: Einheimische weiße Jugendliche unter der Führung von Riff sowie die Sharks: Puerto-ricanische Einwanderer unter der Führung von Bernardo. Die Spannungen zwischen den Gruppen sind rassistisch und territorial geprägt. Um den Konflikt endgültig zu lösen, fordert Riff die Sharks zu einem alles entscheidenden „Rumble“ (einem heftigen Straßenkampf) heraus.

Riff überzeugt seinen besten Freund und Mitbegründer der Jets, Tony, zum Tanzabend in der Turnhalle zu kommen, um die Herausforderung auszusprechen. Tony hat sich eigentlich von der Bande distanziert und sucht nach einem tieferen Sinn im Leben. Bei dem Tanz treffen Tony und Maria, Bernardos Schwester, aufeinander. Es ist Liebe auf den ersten Blick – doch sie stehen auf den entgegengesetzten Seiten des Konflikts. Trotz der Gefahr treffen sie sich heimlich auf Marias Balkon und schwören sich ewige Treue.

Basiert auf:

Das Musical ist eine moderne Adaption von Shakespeares Romeo und Julia, versetzt in das New York der 1950er Jahre. Der Film ist die Adaption des Bühnenstücks, das zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang erfolgreich lief.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Richard Beymer war u. a. auch Elvis Presley für die Rolle des Tony im Gespräch.

Erfolge:

1997 wurde West Side Story in das National Film Registry (Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden) aufgenommen.[1]

„West Side Story“ hat 10 Oscar® gewonnen:[2]

  • Bester Film
  • Robert Wise und Jerome Robbins für Beste Regie
  • George Chakiris als Bester Nebendarsteller
  • Rita Moreno als Beste Nebendarstellerin
  • Saul Chaplin, Johnny Green, Sid Ramin und Irwin Kostal für die Beste Filmmusik
  • Daniel L. Fapp für die Beste Kamera
  • Beste Kostüme
  • Bestes Szenenbild
  • Bester Sound
  • Bester Schnitt

Interessante Hintergrundinfos:

Obwohl Natalie Wood die Hauptrolle der Maria spielte und alle Lieder am Set einsang, wurde ihre Stimme fast vollständig ersetzt.

Der Regisseur Jerome Robbins wollte, dass die Spannung zwischen den Banden real wirkt, deshalb verbot er den Jets und Sharks, in den Pausen oder beim Essen miteinander zu sprechen oder Zeit zu verbringen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Kernkonflikt der West Side Story ist heute fast noch präsenter als damals. Es geht nicht nur um Banden in New York, sondern um das menschliche Grundproblem der Gruppendynamik und Ausgrenzung. Der Film zeigt schmerzhaft, wie Hass entsteht, wenn Menschen sich nur über ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe definieren. Ob politische Polarisierung, Rassismus oder religiöse Konflikte – das Muster bleibt das gleiche. Marias finaler Schrei („Wir alle haben ihn getötet!“) ist eine zeitlose Warnung vor blindem Hass.

[1]https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[2] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1962

Zootopia (Zoomania)

„Ich werde die Welt verändern.“ Judy Hopps

Zoomania-Logo
[1], Public domain, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Genre: Animationsfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Byron Howard und Rich Moore
  • Drehbuch: Jared Bush und Phil Johnston
  • Musik: Michael Giacchino

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=GIshH9EXIUA

Quelle: YouTube Kanal von Disney Deutschland 

Worum geht’s:

In einer Welt, in der Raub- und Beutetiere friedlich zusammenleben, erfüllt sich die kleine Häsin Judy Hopps ihren Traum: Sie zieht in die Metropole Zootopia, um die erste Hasen-Polizistin der Geschichte zu werden.

Erfolge:

 „Zootopia“ hat einen Oscar® gewonnen:[1]

  • Bester Animationsfilm

Interessante Hintergrundinfos:

Disney hat sich den Spaß erlaubt, den Nachrichtensprecher der „ZNN“ (Zootopia News Network) je nach Land anzupassen, in dem der Film ausgestrahlt wurde.

Im Gegensatz zu vielen anderen Animationsfilmen, in denen Tiere oft ähnlich groß dargestellt werden, hielten sich die Macher strikt an reale Proportionen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Zootopia nutzt Tiere, um über systemische Diskriminierung zu sprechen. Der Film zeigt, dass Vorurteile tief in der Struktur einer Gesellschaft verwurzelt sein können.

Das Kernmotiv des Films: wie eine Politikerin (Bellwether) gezielt Angst vor einer Minderheit schürt, um ihre eigene Macht auszubauen, kann gut auf reale Problematiken übertragen werden.  Der Film dient als leicht verständliches Lehrstück darüber, wie Populismus funktioniert und wie gefährlich es ist, wenn eine Gesellschaft in „Wir gegen Die“ unterteilt wird.

[1] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2017

Die 1910er Jahre: Hollywood wird zum Zentrum der Filmwelt

Hollywood wird neues Zentrum der Filmwelt in den 1910er Jahren

Der Erste Weltkrieg brachte die europäische Filmindustrie in den 1910er Jahren fast vollständig zum Erliegen. Die US-Industrie befand sich damals zunächst noch in New York und New Jersey. Dort hatte u. a. die von Thomas Edison (ja der mit der Glühbirne) geründete Motion Picture Patents Company sämtliche Patente aus Kameras und Projektoren inne und konnte deswegen horrende Gebühren verlangen. Viele unabhängige Filmemacher flohen deswegen gerade zu nach Kalifornien. Kalifornien lag zum einen genau auf der anderen Seite des Landes, zum anderen bot es aber auch viele Vorteile für die Filmproduktion: 300 Tage Sonne ermöglichten 300 Tage Außenaufnahmen im Jahr, die diverse Landschaft um Hollywood bot Wüsten, Berge, Wälder und das Meer und sowohl Land als auch Arbeitskräfte waren damals in Kalifornien recht günstig. Aus all diesen Gründen etablierte sich das Zentrum der Filmwelt zu dieser Zeit in Hollywood und Pathé Frères verlor seine Vormachtstellung an die dort neugegründeten Studios.

Hollywood wird Zentraum der Filmindustrie in den 1910er Jahren

Zu den fliehenden Filmemachern gehörten u. a. die Brüder David und William Horsley, die Gründer (1907) der Centaur Film Company in New Jersey. Diese zogen mit ihrer Firma 1911 nach Hollywood und eröffneten dort mit den Nestor Studios (Nestor Motion Picture Company) das erste Filmstudio in Hollywood. Sie begannen dort in Fließbandarbeit Western, Komödien und Dramen zu drehen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=tmR8-RXtJjg

Quelle: YouTube Kanal von Logo Archive Collection Company

1912 gründete sich mit Paramount Pictures das heute älteste noch seit damals unter demselben Namen existierende Studio Hollywoods. Streng genommen war es ein Zusammenschluss aus drei verschiedenen Firmen. Sie fingen an besonders auch Langfilme zu produzieren. Außerdem etablierten sie das „Block Booking“: wenn ein Kinobesitzer einen Film mit einem Star zeigen wollte, konnte er diesen nur in einem Paket mit 20 anderen (Schrott)Filmen erwerben.

Quelle: YouTube Kanal von Logic Smash

Im selben Jahr gründete sich auch Universal Pictures bzw. war es eigentlich auch eine Fusion aus fünf verschiedenen Firmen, darunter auch die Nestor Studios. 2015 wurde dann auch die Universal City, ein riesiger Studiokomplex und größtes Filmstudio der Welt, im San Fernando Valley eröffnet. Auf dem Gelände gab es auch eine eigene Polizeistation, eine Feuerwehr sowie einen Zoo. Besucher konnten damals für 25 Cent bei Filmdrehs, von einer Tribüne aus, zugucken und bekamen sogar noch eine Lunchbox dazu.

Quelle: YouTube Kanal von The Rejekstan

Als drittes wurden auch die Keystone Studios 1912 gegründet. Obwohl eher ein kleineres Studio, galt es als Talentschmiede für Stars: z. B. Charlie Chaplin drehte hier seine ersten Filme. Hier wurde außerdem die Technik etabliert Actionfilme durch den Schnitt, also das bewusste Herausschneiden von Bildern, schneller wirken zu lassen. 1915 fusionierte es mit zwei anderen Firmen kurzzeitig zusammen in die Triangle Film Corporation, Ziel war quasi eine Art Super-Studio mit vielen Stars. Allerdings übernahmen sich alle etwas: zu teuer, und zu viele kreative Köpfe mit großen Egos, weswegen das Super-Studio zwei Jahre später bereits wieder zerbrach.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bF8LxFitlNU

Quelle: YouTube Kanal von Silver Screen Filmothèque

2015 gründete William Fox die Fox Film Corporation, die zunächst z. B. Hochglanzwestern drehten. Der größte Beitrag innerhalb der Filmindustrie war aber wohl die Entwicklung des Movietone-Systems, welches es ermöglichte Ton direkt auf den Filmstreifen aufzuzeichnen anstatt auf eine separate Schallplatte.

In Berlin entstand 2017 mit der UFA (Universum-Film AG) das sogenannte „Hollywood von Europa“. Das einzige Studio weltweit, was tatsächlich immer mit Hollywood mithalten konnte. Interessant: Die UFA wurde vom Militär gegründet, um der Filmpropaganda der Alliierten im Ersten Weltkrieg etwas entgegensetzen zu können. Ein Studio als Instrument, um die deutschen Interessen im In- und Ausland zu vertreten. Mehrere kleine Firmen wurden dafür zu einem großen Studio verschmolzen. Um nach dem Krieg weiter bestehen zu können, wurde die UFA dann privatisiert.

vor 1910

Erste Kinovorführung

Interessant ist, dass vor 1910 vor allem Frankreich das Zentrum der Filmwelt war. So fand auch die erste Kinovorführung 1895 in Paris statt. Die Brüder Auguste und Louis Lumière zeigten kurze ungeschnittene Alltagsszenen mit einem Kinematographen. Bei dieser Vorführung soll sich auch das denkwürdige Ereignis abgespielt haben, dass Zuschauer vor Schreck aus ihren Sitzen gesprungen sein sollen, weil sie dachten ein Zug fahre von der Leinwand direkt in den Kinosaal.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=1FAj9fJQRZA

Quelle: YouTube Kanal von Andy Myers

Das Erzählkino

Edwin S. Porter leitete 1903 mit seinem Film „The Great Train Robbery“ in den USA den Übergang zum Erzählkino ein. Er benutzte den Parallel-Schnitt um zwei Handlungsstränge gleichzeitig zu erzählen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VRwiwXgN7n0

Quelle: YouTube Kanal von Classic Cinema HD

Erstes Filmzentrum vor 1910 in Frankreich: Pathé

Ab 1905 entwickelte sich aus dem Film als besondere Attraktion dann nach und nach die Filmindustrie als eigener Wirtschaftszweig. In den USA eröffneten zwar erste ortsfeste Kinos, dennoch befand sich das Zentrum der Filmindustrie zu dieser Zeit zunächst in Frankreich. Das Medienimperium Pathé Frères (bereits 1896 in Paris gegründet) entwickelte sich um 1905 herum zu einer Weltmacht. Fast 60 % der Filme die vor dem Ersten Weltkrieg produziert wurden kamen aus ihren Studios. Sie eröffneten Filialen in London, New York, Moskau und Berlin und bauten zudem luxuriöse Kinopaläste überall in Europa.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zNWBZyQBxH8

Quelle: YouTube Kanal von Logo Archive Collection Company

Gone Girl

„Ich werde üben zu glauben, dass mein Mann mich liebt, aber ich könnte mich irren.“ Amy Elliott Dunne in Gone Girl

Gone Girl

  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Genre: Psychothriller
  • Produktionsland: USA
  • Regie: David Fincher
  • Drehbuch: Gillian Flynn
  • Musik: Trent Reznor und Atticus Ross
  • Besetzung u. a.: Ben Affleck, Rosamund Pike, Neil Patrick Harris, Missi Pyle, Kim Dickens, Sela Ward

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=2-_-1nJf8Vg

Quelle: YouTube Kanal von 20th Century Studios

Worum geht’s:

An ihrem fünften Hochzeitstag stellt Nick Dunne (Ben Affleck) fest, dass seine Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwunden ist. Es gibt Anzeichen für einen Kampf im Haus. Nick meldet sie als vermisst, doch schnell gerät er selbst ins Visier der Ermittler.

Basiert auf:

Dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Rosamund Pike waren u. a. auch Reese Witherspoon, Charlize Theron, Natalie Portman, Emily Blunt, Rooney Mara, Jessica Chastain und Olivia Wilde für die Rolle der Amy Dunne im Gespräch.[1] Um die körperlichen Veränderungen von Amy darzustellen, musste Pike während des Drehs dreimal ihr Gewicht drastisch verändern (zunehmen und wieder abnehmen).

Neben Ben Affleck waren auch Brad Pitt und Jon Hamm für die Rolle des Nick Dunne im Gespräch.[2] Fincher wollte Ben Affleck für die Rolle des Nick Dunne, weil Affleck im echten Leben jahrelange Erfahrung mit der Boulevardpresse und öffentlicher Beobachtung hatte. Affleck bereitete sich vor, indem er Männer studierte, die des Mordes an ihren Frauen beschuldigt wurden (wie Scott Peterson).

Neil Patrick Harris  wirkt mit seinem natürlichen Charisma im Kontext von „Gone Girl“ plötzlich unheimlich und bedürftig. Fincher wollte jemanden, bei dem man sich unwohl fühlt, obwohl er eigentlich „nett“ wirkt.

Erfolge:

Das Marketing-Konzept des „unzuverlässigen Erzählers“ wurde durch „Gone Girl“ wieder massentauglich gemacht.

Interessante Hintergrundinfos:

ACHTUNG SPOILER:

Die Szene, in der Amy Desi ermordet, war eine logistische Herausforderung: Es wurden über 130 Liter Kunstblut verbraucht. Da Fincher unzählige Takes macht, mussten das Set und die Schauspieler nach jedem Versuch stundenlang gereinigt werden. Rosamund Pike und Neil Patrick Harris mussten die Szene insgesamt 36 Mal drehen, bis Fincher mit dem Spritzmuster des Blutes und der Intensität der Bewegung zufrieden war.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

Gone Girl war der erste Spielfilm weltweit, der komplett in 6K-Auflösung gedreht wurde.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film löste eine riesige Debatte über Geschlechterrollen, Ehe und den sogenannten „Cool Girl“-Monolog aus. Amy Dunnes Analyse darüber, wie Frauen versuchen, sich den Wünschen von Männern anzupassen, wurde zu einem kulturellen Phänomen und wird bis heute in Essays und sozialen Medien zitiert.

Gone Girl zeigt brillant, wie Medien und die Öffentlichkeit innerhalb von Stunden ein Urteil fällen. Nick wird nicht aufgrund von Beweisen verurteilt, sondern weil er „nicht traurig genug“ aussieht oder „falsch lächelt“. Er zeigt, wie Narrative wichtiger werden als die Wahrheit. Wer die bessere Geschichte erzählt (oder das bessere TV-Interview gibt), gewinnt

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt2267998/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl. Ebd.

Kill Bill: Vol. 2

„Ich nenne dich eine Killerin. Eine geborene Killerin. Das warst du schon immer, das wirst du immer sein“. Bill

Kill Bill Vol. 2

  • Erscheinungsjahr: 2004
  • Genre: Actionfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Quentin Tarantino
  • Drehbuch: Quentin Tarantino
  • Musik: The RZA und Robert Rodriguez
  • Besetzung u. a.: Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Daryl Hannah, Michael Madsen, Samuel L. Jackson

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=q2h6EFk36kI

Quelle: YouTube Kanal von Movieclips

Worum geht’s:

Der Film beginnt mit einer Rückblende zur Hochzeitsprobe in der kleinen Kapelle. Man sieht erstmals das Gesicht von Bill und die Interaktion zwischen ihm und Beatrix. Es wird klar: Bill ist nicht nur ihr ehemaliger Chef, sondern ihr Ex-Geliebter. Trotz des friedlichen Beginns endet die Szene in dem bekannten Massaker durch das Deadly Viper Assassination Squad.

In der Gegenwart reist Beatrix nach Texas, um Bills Bruder Budd zu töten. Doch Budd ist vorbereitet…

Basiert auf:

Den Ideen und Quentin Tarantino. Er hat den Film als „Liebesbrief“ an das Genre-Kino der 70er Jahre konzipiert.

Interessantes zur Besetzung:

Daryl Hannah (Elle Driver) und Uma Thurman (Beatrix) verstanden sich am Set wohl nicht besonders gut – was der Feindschaft ihrer Charaktere zugutekam.

Tarantino schrieb die Rolle von Bills Bruder Budd speziell für Michael Madsen.

Erfolge:

Da Tarantino den Film in zwei Teile spaltete, wurden die DVD-Verkäufe zu einem riesigen Geschäft, da Fans beide Teile besitzen wollten, um das „ganze Bild“ zu sehen.

Interessante Hintergrundinfos:

Uma Thurman litt unter Klaustrophobie, was ihre panische Reaktion im dunklen Sarg extrem authentisch machte.

Während in Vol. 1 Schätzungen zufolge über 95 Menschen sterben, sind es in Vol. 2 lediglich 3.

Da Tarantino und Robert Rodriguez eng befreundet sind, komponierte Rodriguez einen Großteil der Musik für Vol. 2. Als Bezahlung verlangte er lediglich einen US-Dollar. Tarantino revanchierte sich später, indem er für ebenfalls einen Dollar eine Szene in Rodriguez’ Film Sin City inszenierte.

Kill Bill: The Whole Bloody Affair:

Ende 2025 wurde in den Vereinigten Staaten Kill Bill: The Whole Bloody Affair in den Kinos veröffentlicht. Hier sind beide Teile zu einem Film vereinigt. Das direkte Ende von Teil 1 entfällt hier, es gibt einen anderen Übergang, hinzu kommt eine 7-minütige Anime-Sequenz. Die Länge beträgt 253 Minuten.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

Zusammen mit Teil 1 gilt Kill Bill heute als einer der wichtigsten Wegbereiter für starke, komplexe weibliche Hauptfiguren im modernen Action-Genre.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Er ist eine stilisierte Hommage an Spaghetti-Western, Eastern (Wuxia) und den Film Noir.

Lady Bird

„Ich möchte, dass du die allerbeste Version von dir selbst wirst.“ Marion McPherson

„Was, wenn das hier die beste Version ist?“ Lady Bird

Lady Bug Macro
Paulhaberstroh, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Genre: Drama
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Greta Gerwig
  • Drehbuch: Greta Gerwig
  • Musik: Jon Brion
  • Besetzung u. a.: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, Timothée Chalamet, Lois Smith, Stephen Henderson, Odeya Rush, Kathryn Newton

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=cNi_HC839Wo

Quelle: YouTube Kanal von A24

Worum geht’s:

Christine, die sich selbst den Namen „Lady Bird“ gegeben hat, sehnt sich verzweifelt danach, ihre Heimatstadt Sacramento zu verlassen. Sie träumt davon, an der Ostküste der USA zu studieren – dort, wo sie Kultur, Abenteuer und ein „richtiges“ Leben vermutet. Ihr Umfeld ist jedoch geprägt von der wirtschaftlichen Unsicherheit ihrer Familie und der strengen Erziehung an einer katholischen Highschool.

Interessantes zur Besetzung:

Saoirse Ronan (Lady Bird) traf eine bewusste Entscheidung für ihre Rolle: Sie verzichtete komplett auf Make-up, um ihre Akne nicht zu überdecken. Sie wollte, dass das Gesicht eines Teenagers im Film so aussieht wie im echten Leben.

Erfolge:

Greta Gerwig war erst die fünfte Frau in der Geschichte der Oscars, die in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert wurde.

Interessante Hintergrundinfos:

Um den Schauspielern zu helfen, in ihre Rollen zu finden, erstellte Greta Gerwig für jedes wichtige Besetzungsmitglied eine eigene individuelle Playlist.

Greta Gerwig wuchs selbst in Sacramento auf und besuchte eine katholische Schule. Viele der Drehorte sind echte Plätze aus ihrer Kindheit, wie der „Thrift Store“, in dem Lady Bird einkauft, oder das „Blue Hole“ (ein lokaler Treffpunkt).

Um die Atmosphäre des Jahres 2002 perfekt einzufangen, bat Gerwig die gesamte Crew und die Schauspieler, ihre eigenen Highschool-Fotos mit ans Set zu bringen. Diese wurden überall verteilt, um die Räume authentischer wirken zu lassen. Auch die Kostüme wurden oft in echten Second-Hand-Läden gekauft, statt sie teuer anfertigen zu lassen.

Gerwig schrieb einen persönlichen Brief an Dave Matthews, um die Rechte an seinem Song für den Film zu bekommen. Im Brief erklärte sie, was dieser Song für sie als Teenager im Jahr 2002 bedeutete. Dave Matthews war so gerührt, dass er sofort zustimmte, seinen Song Crash into Me für eine der emotionalsten Szenen zur Verfügung zu stellen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Zentrum des Films ist die Liebesgeschichte zwischen Mutter und Tochter, die auch heute noch universell gültig ist.

Was ist „The Volume“?

„The Volume“ ist der Spitzname der Filmtechnologie „StageCraft“: eine riesige kreisförmige 270- bis 360-Grad-LED-Videowand, die als Hintergrund für Filmaufnehmen dient. Die Schauspieler spielen nicht mehr vor einem Green-Screen, sondern einem digital erstellten Hintergrund. Die Perspektive auf den LED-Wänden kann sich dank der Unreal Engine physikalisch korrekt an die Kamerabewegungen anpassen. Das nennt man Echtzeit-Rendering.

Woher kommt der Spitzname „The Volume“?

Der Begriff leitet sich von der Motion-Capture-Technik ab, die z. B. zur Animation von Gollum in Herr der Ringe verwendet wurde. Capture Volume ist dabei der Begriff für den Bereich, den die Kameras und Sensoren vollständig erfassen können.

Durch die Leinwand entsteht quasi ein dreidimensionaler Raum innerhalb dessen gespielt wird: ein Volumen.

Die Entwicklung von „The Volume“

Bereits 2013 bei den Dreharbeiten zu Gravity nutzte der Regisseur Alfonso Cuarón LED-Wände als Hintergrund. Da der digitale Hintergrund damals jedoch noch nicht hochauflösend war und schon gar nicht interaktiv, konnte er nicht als finaler Hintergrund verwendet werden. Der Hintergrund, der letztendlich im Film zu sehen ist, musste dann doch wieder am Computer animiert werden. Dennoch dienten die LED-Wände dazu realistische Lichtreflexionen auf die Schauspieler zu projizieren.

2016 bei den Dreharbeiten zu Rogue One wurden, jedoch noch starre, LED-Wände als Hintergrund für die Weltraumszenen verwendet.

2018 entwickelten Industrial Light & Magic (1975 von George Lucas gegründet), welche die In-Camera Visual Effects sowie die nötige Software (Helios) schuf, Epic Games, welche die Unreal Engine, die Technik für das Echtzeit-Rendering umsetzte sowie Lux Machina, welche die LED-Technik weiterentwickelte, gemeinsam „The Volume“.  Ein Jahr später, wurde diese neue Filmtechnologie dann bei den Dreharbeiten der Serie The Mandalorian verwendet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=gUnxzVOs3rk

Quelle: YouTube Kanal von Industrial Light & Magic

Die Vorteile von „The Volume“

Für Dreharbeiten muss nicht mehr unbedingt an echte Drehorte gereist werden, was nicht nur praktisch ist, weil z. B. unabhängig vom Wetter, sondern auch erheblich Kosten einspart.  Wenn „The Volume“ mit Ökostrom betrieben wird, sind Filmproduktionen, welche diese Filmtechnologie verwenden, insgesamt tatsächlich auch umweltfreundlicher als solche mit Dreharbeiten vor Ort. Der CO2-Fußabdruck von Filmproduktionen verringert sich erheblich. Der Müllverbrauch verringert sich und Eingriffe in Ökosysteme können vermieden werden.

Man sieht das Ergebnis der Aufnahmen nicht erst nach der Bearbeitung am Computer, wie bei Green-Screens, sondern direkt am Set. Das unterstützt vor allem die Schauspieler bei der emotionalen Immersion für ihre Darstellung ihres Charakters und führt zu authentischeren Darstellungen. Der Regisseur kann zudem Änderungen direkt umsetzten lassen.

Der Bildschirm wirft echtes Licht auf die Darsteller und das in der Lichtstimmung, die man für eine Szene benötigt. Reflexionen, die vorher digital reinretuschiert werden mussten, entstehen mit der neuen Technik automatisch.

Die Nachteile von „The Volume“

Wenn die Kamera zu dicht an die LED-Leinwand heranfährt kann es zu Flimmern bzw. Mustern kommen (Moiré-Effekt). Tiefenscharfe Weitwinkelaufnahmen bei denen Vorder- und Hintergrund gleichermaßen scharf sind, sind deswegen leider nicht möglich. Das schränkt die Kreativität der Kameraleute massiv ein.

Um die Pixel unsichtbar zu machen, wird der Hintergrund oft leicht unscharf gehalten. Da der Vordergrund aber scharf dargestellt ist, führt das oft dazu, dass der Hintergrund leblos und der ganze Film etwas flach wirkt.

Es ist recht schwierig mit „The Volume“ harte Schatten zu erzeugen und die LED-Panels können kein echtes Schwarz erzeugen, weswegen oft ein milchiger Eindruck entsteht. Die erzeugten Bilder kommen also nie vollständig an reale Aufnahmen heran.

Der Platz vor der Leinwand ist begrenzt, weswegen große Massenszenen nach wie vor besser an realen Drehorten gedreht werden. Auch längere Strecken können vor „The Volume“ nicht zurückgelegt werden, weil früher oder später die LED-Wand im Weg ist.

Änderungen während des Drehs sind zwar möglich, jedoch recht teuer, weswegen der digitale Hintergrund möglichst vor den Dreharbeiten schon perfekt ausgearbeitet sein muss. Filmproduktionen müssen deswegen schon für die Pre-Produktion hohe Kosten einplanen. Während der Dreharbeiten müssen die Kosten für die Betreibung von „The Volume“ berücksichtig werden. Es wird recht viel Energie benötigt: für den Betrieb, aber durch die vielen LED-Panels entsteht eine große Hitzeentwicklung, wegen der riesige Kühlsysteme nötig sind, welche auch wieder Kosten verursachen.

Filme, die mit „The Volume“ gedreht werden, laufen Gefahr, als „zu perfekt“ bzw. „zu clean“ und damit unauthentisch wahrgenommen zu werden. Es fehlt der echte Schmutz und spannende Zufallselemente von echten Drehorten.

Welche Produktionen sind u. a. bekannt für die Verwendung von „The Volume“?

  • nahezu alle neuen Star Wars Serien, z. B. für Wüstenszenen, Stadtansichten usw.
  • in House of the Dragon für die Aufnahmen mit Drachen
  • die bunten Götter-Welten in Thor: Love and Thunder
  • Ant-Man and the Wasp: Quantumania entstand fast komplett vor „The Volume“
  • Für die verschiedenen Planeten und Raumschiffe in The Marvels
  • die düsteren Sonnenuntergänge von Gotham City im Film The Batman
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=2kQzfng264w

Quelle: YouTube Kanal von HBO Max

  • für Autofahrten in The Fabelmans
  • für die Aussichten aus dem Zug in Bullet Train

Welche Produktionen verzichten u. a. auf die Verwendung von „The Volume“?

  • die Serie Andor verzichtete bewusst für mehr Authentizität
  • Denis Villeneuve verwendet es kaum und dreht die Dune-Filme lieber an realen Drehorten
  • auch Christopher Nolan dreht lieber analog, so z. B. in Tenet oder Oppenheimer

 

Superheldenfatigue: Warum der Begriff eigentlich falsch ist

Wie interessiert bist du noch an Superheldenfilmen? Hast du den letzten Marvel-Film im Kino gesehen? Oder die Filme von James Gunn zur Wiederbelebung des DCU? Hast du sie vielleicht nur zu Hause gesehen? Oder hast du sie ausgelassen? Vielleicht hast du auch überhaupt keine Ahnung mehr was bei Marvel und DC so los ist?

Wenn du viele der Fragen mit „nö oder eher nö“ beantwortet hast oder Superheldenfilme mittlerweile einfach auslässt, betrifft dich wahrscheinlich auch die so genannte „Superheldenfatigue“.

Was ist „Superheldenfatigue“? Der Begriff beschreibt die Superheldenmüdigkeit, die viele mittlerweile ergriffen hat. Besonders relevant natürlich für diejenigen, die zumindest zwischendurch Feuer und Flamme für Superhelden, vor allem auf der großen Leinwand, waren. Denn wer noch nie wirklich viel mit Superhelden anfangen konnte, den betrifft diese Fatigue ja nicht.

Meine These ist ja – ich streite nicht ab, dass es dieses Phänomen gibt – aber das der Begriff eigentlich nicht wirklich passend ist. Warum? Das werde ich im Folgenden erklären, genauso wie die Gründe für die Superheldenfatigue.

Für das bessere Verstehen dieser „Problematik“ ist wieder eine Zeitreise in die Vergangenheit sinnvoll. Reisen wir zunächst an das Ende der 1930er Jahre in das Jahr 1938 in den USA.

Hallo Superman und Batman!

1938 ist quasi das Geburtsjahr der „modernen“ Superhelden, denn in diesem Jahr wurde Superman als Bestandteil der Action Comics (erschienen im Verlag: National Allied Publications, später DC) „geboren“. Damals war er so beliebt, weil er Bedürfnisse vieler Amerikaner aufgriff: Superman entstand während der Weltwirtschaftskrise und legte sich quasi stellvertretend für den „normalen Bürger“ mit korrupten Obrigkeiten an. Er war zudem eine fiktionale Antwort auf die wachsende Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Seine Schöpfer Comicautor Jerry Siegel und Comiczeichner Joe Shuster waren beide Söhne jüdischer Einwanderer. Sie erschufen Superman eigentlich schon 1933, doch kein Verlag wollte seine Geschichten drucken. Selbst in den Action Comics war er zunächst Lückenfüller, um das Heft voll zu kriegen. Doch der Erfolg des Verkaufs etablierte Superman als Hauptserie fest in der Comicreihe. Als Gegenstück zu Superman erschienen ab 1939 dann die Geschichten von Batman in den Detective Comics. Mit ihren Superhelden dominierte National Allied Publications zunächst den Markt für Superheldencomics.

Im selben Jahr wollte Timely Publications (später Marvel) an die Erfolge von National Allied Publications anschließen und veröffentlichte die Comicreihe Marvel Mistery Comics, die den Fokus auf den heldenhaften Androiden Human Torch legte.

Wir springen in unserer Zeitreise in die 1940er Jahre, die Zeit des Goldenen Zeitalters der Superheldencomics (bis 1956).

Das Goldene Zeitalter der Superheldencomics

1940 kam National Allied Publications auf die Idee Superhelden auch zusammen als Team auftreten zu lassen und erschuf die Justice Society of America (JSA), die ihren ersten Auftritt in den All Star Comics hatten. Immer wieder neue Superhelden wurden innerhalb dieser Comicreihe auf ihre Massentauglichkeit überprüft, bevor man ihnen, wie Superman und Batman, dann auch eigene Comicreihen gab.

Nachdem sich Timely Publications in Timely Comics umbenannt und zunächst einige Flops hingelegt hatte, denn zunächst konnte keiner ihrer Superhelden mit Superman und Batman mithalten, gelang ihnen gleicher Erfolg erst 1941 mit Captain America, der es zu Beginn vor allem mit Nazis aufnehmen musste. Auf dem Cover seines ersten Comics ließ man ihn Adolf Hitler sogar direkt ins Gesicht schlagen. Auch seine Schöpfer Comicautor Joe Simon und Comiczeichner Jack Kirby waren Kinder jüdischer Einwanderer. Sie nutzten Captain America bewusst als politisches Statement gegen den Nationalsozialismus und trafen damals mit ihren Comics in besonderem Maße den patriotischen Zeitgeist in den USA.

Während des Zweiten Weltkriegs lasen 70 Mio. Amerikaner Comics (vor allem Superheldencomics); das war die Hälfte der Bevölkerung. 30 % davon wurden an die Soldaten, die in Europa stationiert waren, direkt an die Front geliefert. Anfang der 40er Jahre lasen außerdem schon 90 % der amerikanischen Jugendlichen Comics.

Wir setzten unsere Zeitreise in den 1960er Jahren fort, die Zeit des Silbernen Zeitalters der Superheldencomics (bis 1973).

Das Silberne Zeitalter des Superheldencomics

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ das Interesse an Superhelden in den 1950er Jahren zunächst nach, das änderte sich aber wieder in den 1960er Jahren. National Allied Publications gelang mit der Gründung der Justice League of America der bis dahin größte Erfolg des Verlags mit dem sie in den 1960er Jahren zunächst zum marktdominierenden Comicverlag wurden. In diesem Superheldenteam würfelten sie zunächst Superman, Batman, Green Lantern, Wonder Woman, The Flash, Aquaman und den Martian Hunter zusammen. Über die Jahre wechselten die Mitglieder aber immer wieder.

Nachdem Timley Comics sich zwischendurch in Atlas Comics umbenannt hatte, gab sich der Verlag 1961 den Namen unter dem er noch heute bekannt ist: Marvel. Da der Verlag mit dem Erfolg der Konkurrenz mithalten wollte, schufen Editor und Autor Stan Lee zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko ihr eigens Superheldenteam: die Fantastic Four. Der sich anschließende Erfolg führte zu einem weiteren Ausbau des Marvel Universums und der Schaffung vieler neuer Superhelden: im Jahr 1962 z. B. Hulk und Spider-Man.  Letzterer wurde seit Superman zum erfolgreichsten Superhelden. Marvel setzte bewusst auf nahbare Superhelden mit Charakterentwicklungen und Konflikten mit denen sich die Leser identifizieren konnten. 1963 wurden Iron Man und Doctor Strange geschaffen und mit den X-Men sowie den Avengers gleich zwei neue Superheldenteams der Öffentlichkeit vorgestellt. Letzteres bestand zunächst aus Iron Man, Thor, Ant-Man, the Wasp und Hulk. Doch auch die Mitglieder dieses Teams wechselten über die Jahre immer wieder. Im Jahr 1964 folgten als neu eingeführte Superhelden z. B. noch Hawkeye, Black Widow, Scarlet Witch und Daredevil. Mit diesen ganzen Neuerungen löste Marvel bis zum Ende des Jahrzehnts National Allied Publications als marktdominierenden Comicverlag ab.

Wir machen wieder einen Sprung in unserer Zeitreise in die 1980er Jahre, die Zeit des Bronzenen Zeitalters der Superheldencomics bzw. dem Dark Age (bis Beginn der 1990er Jahre).

Die Zeit des Bronzenen Zeitalters der Superheldencomics bzw. das Dark Age

Nachdem National Allied Publications in den 1970er Jahren Crossover-Geschichten veröffentlichte die sich durch verschiedene Reihen zogen, nannte sich der Verlag 1977 in DC Comics, Inc. (kurz DC) um.

Nach dem Erfolg, den DC mit Crossover-Reihen erreichte, führte Marvel in den 1980er Jahren ebenfalls Crossover-Events ein mit denen der Verlag dann sogar erfolgreicher wurde als seine Konkurrenz. Für die besseren Verkaufszahlen sorgte aber auch die Einführung von Antihelden wie Punisher, Ghostrider, Wolverine und Frank Millers Neuinterpretation von Daredevil.

Da sich DC mit seinen Crossover-Geschichten mit der Zeit etwas verzettelt hatte, schuf der Verlag Mitte der 1980er Jahre die Comicreihe „Crisis on Infinite Earths“, in dem ein konstantes Universum ohne parallele Welten erschaffen wurde. In den einzelnen Comicreihen wurden dann auch die Entstehungsgeschichten der verschiedenen Superhelden neu erzählt. Besonders erfolgreich waren außerdem die eher düsteren Comics wie z. B. Frank Millers Comicreihe „The Dark Knight Returns“ und die Comicreihe „Watchmen“.

Wir springen in unserer Zeitreise wieder weiter in die 2000er Jahre als die Superhelden den Sprung aus den Comics auf die große Leinwand schafften.

Das Moderne Zeitalter der Superheldencomics durch den Sprung auf die Leinwand

In den 2000er Jahren schaffen es die Superheldencomics dann auch erfolgreich auf die große Leinwand: Marvel startete die X-Men Filmreihe (ab 2000) sowie auch die Spider-Man Trilogie (ab 2002) und bei DC läutete „Batman Begins“ die Nolan Batman Trilogie ein. 2008 wird dann mit dem Film „Iron Man“ das Marvel Cinematic Universe (MCU) geboren.

Superheldenfilme waren vor allem deswegen so beliebt, weil sie, obwohl sie oft Bezug auf das aktuelle Weltgeschehen nahmen, auch dem Eskapismus dienten.

Als nächstes springen wir in die 2010er Jahre, da sich hier Franchises etablierten.

Die Franchise Ära

Das MCU hatte 2012 seinen ersten Höhepunkt mit dem Film „Marvel’s The Avengers„, in dem Marvel zum ersten Mal mehrere Superhelden auf der großen Leinwand in Form der Avengers zusammenführte.

Im selben Jahr wird mit der Serie „Arrow“ das Arrowverse von DC geboren, es folgten die Serien „The Flash“ und Constantine (2014), „Supergirl“ (2015), Legends of Tomorrow (2016), Black Lightning (2018) und „Batwoman“ (2019). Da sich DC auch auf der großen Leinwand ähnlichen Erfolg wie den von Marvel erhoffte, wird 2013 mit dem Film „Man of Steel“ das DC Extended Universe (DCEU) geboren. Wie wir heute wissen, ging dieser Plan jedoch nicht so richtig auf.

Den größten Erfolg hatte das MCU an den Kinokassen mit den Filmen „Avengers: Infinity War“ (2018) und „Avengers: Endgame“ (2019), welche die Infinity-Saga abschlossen.

Und damit sind wir im heute, den 2020er Jahren zurück. Und wie sieht es aktuell so aus?

Die Superhelden-Fatigue

Sowohl DC als auch Marvel dümpeln mit ihren Superheldenfilmen aktuell eher so rum.

DC

Die Filme des DCEU waren meistens nicht so erfolgreich wie die Filme des MCU. Am besten kamen noch die Filme Batman v Superman: Dawn of Justice, Suicide Squad, Wonder Woman und Aquaman an. Nachdem das DCEU 2023 quasi eingestampft wurde, startete James Gunn 2025 das neue DCU mit seinem Superman Film. Wir dürfen gespannt bleiben, ob ihm die erfolgreiche Etablierung des neuen DCU gelingt.

Marvel

Marvel konnte seit den 2000er Jahren nur noch selten an den Erfolg von „Avengers: Endgame“ anschließen. Erfolgreich waren danach noch folgende Filme: Spider-Man: No Way Home, Doctor Strange in the Multiverse of Madness, Guardians of the Galaxy Vol. 3 sowie Deadpool & Wolverine. Alle Filme des MCU aus dem Jahr 2025 waren dann eher nicht mehr so richtig erfolgreich an den Kinokassen.

Was sind nun die Gründe für diese Superheldenfatigue?

Gründe für die Superheldenfatigue

Das Angebot an Superheldencontent ist mittlerweile einfach zu groß. Neben mehreren Superheldenfilmen im Jahr auf der großen Leinwand, kommen noch unzählige Superheldenserien dazu. Der Markt und damit auch das Publikum scheint zunehmend übersättigt. Die große Masse führt außerdem zu immer mehr Zeitdruck unter dem die Produktionen leiden, besonders die CGI-Effekte wirken oft nicht mehr so überzeugend. Neben der Qualität leidet damit auch das Gefühl der Immersion.

Nicht nur das Angebot ist zu groß, sondern die einzelnen Franchises sind oft schon viel zu Komplex. Die einzelnen Filme und Serien beziehen sich so sehr aufeinander, dass man für ein wirklich gutes Verständnis der Zusammenhänge eigentlich möglichst alles gesehen haben muss. Die Erschaffung der Multiversen verstärkte diesen Effekt noch. Diese rauben zudem häufig die Konsequenz vieler Handlungsstränge und damit die Spannung, da tote Charaktere oft doch wieder auftauchen.

Die Komplexität der Multiversen führt auch dazu, dass sich innerhalb der Erzählungen immer häufiger verzettelt wird. Die Infinity-Saga des MCU folgte in Gänze einem roten Faden und die einzelnen Handlungsstränge wurden von den Russo-Brüdern elegant zu einem großen Finale zusammengeknüpft. Nach „Avengers: Endgame“ fehlt dieser rote Faden bzw. die eine große Geschichte, die durch die einzelnen Produktionen erzählt wird. Man könnte sagen das Publikum ist zunehmend lost, verloren in einem Wirrwarr aus Filmen, die nicht ausgereift wirken.

Die einzelnen Filme wirken immer öfter formelhaft: Superheldenfilme sind manchmal nicht mehr nur humorvoll, sondern schon albern, wenn auf fast jede ernstere Szene ein Joke folgt. Die Bösewichte sind häufig eine Art Spiegel des Superhelden, teilweise mit fast identischen Kräften. Das Finale ist meistens eine große CGI-Schlacht in einer Großstadt.

All das führt dazu, dass die emotionale Bindung der Zuschauer zu den Charakteren und den Geschichten stark nachlässt. Man hat oft das Gefühl, dass die Produktionen hauptsächlich noch als Teaser für die weiteren Projekte dienen, die demnächst erscheinen sollen. Die Qualität leidet damit sehr unter der Quantität.

So sehr ich diese Beobachtungen teile und dieses Phänomen oft genug selbst erlebe, empfinde ich dennoch den Begriff „Superheldenfatigue“ als nicht wirklich passend.

Warum der Begriff „Superheldenfatigue“ nicht passend ist

Das mit der Müdigkeit stimmt, allerdings sind dabei die Superhelden eigentlich nicht das Problem. Immerhin kam „The Batman“ von DC sehr gut beim Publikum an und Spider-Man: No Way Home, Doctor Strange in the Multiverse of Madness, Guardians of the Galaxy Vol. 3 sowie Deadpool & Wolverine aus dem MCU stießen auch auf große Begeisterung.

Warum konnten gerade diese Filme wieder so viele Menschen begeistern?

Die Filme Spider-Man: No Way Home und Deadpool & Wolverine haben z. B. stark mit dem Nostalgiefaktor gearbeitet. Etwas negativer wird das, was in diesen Filmen gemacht wurde, auch als Fanservice beschrieben. Die Filmemacher bezogen sich auf viele ältere beliebte Projekte wie die Spider-Man-Trilogie oder die X-Men-Filmreihe und ließen dank des Multiversums Charaktere aus diesen Projekten in den Filmen auftreten. Das führte beim Publikum zu vielen Aha-Effekten bis hin zu Begeisterungsapplaus im Kino. Das zeigt das die Zuschauer sich durchaus noch für Superhelden begeistern können. Es zeigt aber auch, dass das besonders gut mit Charakteren funktioniert zu denen das Publikum in der Vergangenheit bereits eine emotionale Verbindung aufgebaut hat.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZYzbalQ6Lg8

„The Batman“, Doctor Strange in the Multiverse of Madness und Guardians of the Galaxy Vol. 3 haben die Zuschauer besonders aufgrund ihrer jeweiligen Besonderheiten begeistert. Diese waren immer eng verknüpft mit den jeweiligen Regisseuren, die es geschafft haben den oft recht starr wirkenden Rahmen innerhalb der Superheldenfilme häufig funktionieren sollen, so zu dehnen, dass sie auch ihre eigene Handschrift unterbringen konnten.

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James Gunn konnte mit Guardians of the Galaxy Vol. 3 seine eigene Trilogie rund zu Ende bringen. Ihm gelang es immer eine gute Balance zwischen dem Marvel-Humor und dem nötigen Ernst seiner Geschichten zu finden. Emotionale Momente haben in seinen drei Filmen immer etwas bedeutet und das Publikum berührt. Das lag auch daran, dass James Gunn sehr gut daran ist Charaktere so zu inszenieren, dass sie nahbar sind und viel Raum für Identifikation bieten. Oder hättet ihr gedacht, dass ihr mal so sehr mit einem „Waschbären“ oder auch einem „Baum“ mitleiden würdet?

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Sam Raimi der eher für düstere Filme bekannt ist, hat diese Düsternis auch in Doctor Strange in the Multiverse of Madness übernehmen können und ihm so, obwohl ein Marvel-Film, seine eigene Handschrift verpasst. Die Zuschauer wurden mit einem eher ernsteren Film, der sich auch visuell sehr von anderen Marvel-Filmen unterschied, überrascht.

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Matt Reeves machte aus „The Batman“ einen Film, der eher an einen Film Noir oder Thriller als an einen Superheldenfilm erinnert. Batman ist hier mehr Detektiv als Superheld und zudem liegt der Fokus auf seiner verletzlichen Seite. Auch optisch ist der Film eher düster, es ist hauptsächlich Nacht und es regnet und selbst die Innenräume sind in dunklen Farben gehalten. Der Film wirkte insgesamt für einen Superheldenfilm überraschend bodenständig.

Gerade die drei zuletzt genannten Filme unterscheiden sich deutlich von den typischen Superheldenfilmen und waren genau deswegen so beliebt.

Zusammengefasst: Die Probleme sind Vielfältig, haben aber eigentlich nicht per se mit der Superheldenthematik an sich zu tun, sondern eher damit, dass sich das Publikum wieder nach besser durchdachten Geschichten sowie Charakteren sehnt mit denen sie emotional bonden und sich im besten Falls sogar identifizieren können. Der Zuschauer möchte wieder mehr Bedeutung in seinen Filmen. Auch optisch will das Publikum wieder mehr überrascht werden und sucht nach mehr Kontrast und abwechslungsreichen Stimmungen. Quasi der Ruf nach wieder mehr Originalität anstatt Einheitsbrei. Dazu müssen sich Filmemacher bzw. eigentlich vor allem die großen Studios aber wieder mehr trauen.

Superhelden sind also gar nicht das Problem, sondern eher die Art und Weise, wie sie präsentiert werden.

Kill Bill: Vol. 1

„Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.“ aus Kill Bill: Vol. 1

Kill Bill: Vol. 1

  • Erscheinungsjahr: 2003
  • Genre: Actionfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Quentin Tarantino
  • Drehbuch: Quentin Tarantino
  • Musik: The RZA
  • Besetzung u. a.: Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Daryl Hannah, Michael Madsen

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=3r3Va6LxFS0

Quelle: YouTube Kanal von MOVIE PREDICTOR

Worum geht’s:

„KIll Bill: Vol. 1“ dreht sich um eine Frau, die nur „Die Braut“ (Uma Thurman) genannt wird. Sie war einst Mitglied des Deadly Viper Assassination Squad, einer Gruppe von Elite-Killerinnen unter der Führung des mysteriösen Bill (David Carradine). Als sie beschließt, aus dem Geschäft auszusteigen und schwanger zu heiraten, spürt Bill sie in einer Hochzeitskapelle in Texas auf. Das Team richtet ein Blutbad an, bei dem die gesamte Hochzeitsgesellschaft stirbt. Bill schießt der Braut persönlich in den Kopf, doch sie überlebt schwer verletzt.

Nach vier Jahren erwacht die Braut aus dem Koma. Als sie feststellt, dass sie ihr Baby verloren hat, kennt sie nur noch ein Ziel: Rache.

Basiert auf:

Den Ideen und Quentin Tarantino. Er hat den Film als „Liebesbrief“ an das Genre-Kino der 70er Jahre konzipiert.

Interessantes zur Besetzung:

Uma Thurman war von Anfang an Quentin Tarantinos erste Wahl für die Rolle der Braut.[1] Beide entwickelten den Charakter gemeinsam während der Dreharbeiten zu Pulp Fiction, weshalb sie im Abspann als „Based on the character by Q & U“ (Quentin & Uma) aufgeführt wird.

Neben David Carradine waren auch Jack Nicholson, Kurt Russell, Mickey Rourke, and Burt Reynolds im Gespräch für die Rolle des Bill.[2]

Erfolge:

Der Film wurde zu einem der meistverkauften Titel auf DVD, was den Kultstatus und die Popularität der „The Bride“-Figur noch Jahre später befeuerte.

Interessante Hintergrundinfos:

Der Film wird nicht chronologisch erzählt.

Der Name der „Braut“ wird im Film bewusst nicht genannt oder weggepiept, er ist aber auf einem Flugticket zu sehen.

Die Schauspieler mussten drei Monate lang täglich acht Stunden trainieren. Tarantino selbst nahm ebenfalls am Training teil, um ein besseres Gefühl für die Rhythmik der Kämpfe zu bekommen.

Es wurden schätzungsweise über 1.700 Liter Kunstblut verwendet. Tarantino legte Wert auf Authentizität: Er weigerte sich, CGI (digitale Effekte) für die Blutspritzer zu nutzen. Stattdessen wurden mit Flüssigkeit gefüllte Kondome und Druckluftpumpen verwendet.

Der knallgelbe Pick-up mit der Aufschrift „Pussy Wagon“, den die Braut aus dem Krankenhaus stiehlt, gehört im echten Leben Quentin Tarantino selbst.

Da der Film fast ohne CGI auskommt und auf echte Stunts sowie praktische Effekte setzt, sieht er heute oft besser und „echter“ aus als moderne, am Computer entstandene Blockbuster.

Fortsetzung:

2004 kam die Fortsetzung: Kill Bill: Vol. 2 ins Kino.

Kill Bill: The Whole Bloody Affair:

Ende 2025 wurde in den Vereinigten Staaten Kill Bill: The Whole Bloody Affair in den Kinos veröffentlicht. Hier sind beide Teile zu einem Film vereinigt. Das direkte Ende von Teil 1 entfällt hier, es gibt einen anderen Übergang, hinzu kommt eine 7-minütige Anime-Sequenz. Die Länge beträgt 253 Minuten.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Er ist eine stilisierte Hommage an das Martial-Arts-Kin

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0266697/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl .Ebd.