Filme in den 50er Jahren

die 50er Jahre waren nicht mehr nur ernst

Kino im Wettbewerb mit dem Fernsehen

In den 50er Jahren zogen in den USA die Fernsehgeräte nach und nach in die Wohnzimmer der Menschen und wurden zunehmend eine echte Konkurrenz für das Kino. Um die Zuschauer aus ihren Wohnzimmern zurück in die Säle zu locken, setzte Hollywood auf Formate, die das kleine TV-Gerät nicht bieten konnte:Formate wie CinemaScope, VistaVision und Cinerama machten das Bild breiter und gewaltiger. Technicolor wurde zum Standard für große Produktionen.

Farbfilm

Im Übergang zu den 60er Jahren gab es nach und nach auch immer mehr Farbfilme.

Filmmusik in den 50er Jahren

Ab den 50er Jahren wurde die Filmmusik auch zunehmend von Rock- und Popmusik beinflusst.

Regisseure werden zu Marken

Ende der 50er Jahre war dann auch das Ende des „Golden Age“ in Hollywood.

In der Zeit des Übergangs von den 50er zu den 60er Jahren waren es außerdem zunehmend nicht mehr die Studios, die entschieden welche Filme gemacht wurden, sondern die Regisseure, die sich entschieden welche Filme sie gerne drehen wollten. Regisseure wurden quasi selbst zu einer Marke. Viele Zuschauer gingen in einem Film, weil er von Regisseur XY gedreht wurde.

Bedeutende Filmgenres dieser Zeit

Goldenes Zeitalter des Science Fiction

Außerdem bestimmte zu dieser Zeit die Angst von Kommunisten unterwandert zu sein das Geschehen in Hollywood. Aus dieser Angst heraus entstanden einige Science-Fiction Filme, wie z. B. 1951 „The Thing from another World (Das Ding aus einer anderen Welt)“. Anstelle von Kommunisten waren es in den Filmen Aliens, die die Menschheit unterwanderten.

Auch die Angst vor Atombomben griffen viele Filmemacher auf. Der Film „Godzilla, King of the Monsters“ von 1956 entstand vor diesem Hintergrund. Anstelle einer Atombombe, war es das Monster Godzilla, welches ganze Städte in Schutt und Asche legte.

Monumentalfilme

Gigantische Epen wie Die zehn Gebote (1956) und Ben Hur (1959) nutzten die neue Technik für Massenszenen und opulente Kulissen.

Filmmusical

Die MGM-Produktionen erreichten ihren künstlerischen Zenit. Die Integration von Tanz in die Erzählstruktur wurde perfektioniert.

Bedeutende Filmemacher aus dieser Zeit (Auswahl):

  • John Ford
  • Stanley Kubrick
  • Akira Kurosawa

Bedeutende Schauspieler aus dieser Zeit (Auswahl):

  • James Dean
  • Cary Grant
  • Tony Curtis
  • James Stewart
  • Kirk Douglas

Quellen:

  • Dokumentation „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“, USA 2019, (produziert u.a. von Tom Hanks für CNN)
  • Dokumentation „Making Waves: The Art of Cinematic Sound“, USA 2019, (produziert für arte)

Filme der 50er Jahre:

Invasion of the Body Snatchers (Invasion der Körperfresser/Die Dämonischen)

„Alle Merkmale fehlen, aber keine Details… kein Charakter, keine Linien.“

Invasion of the Body Snatchers

  • Erscheinungsjahr: 1956
  • Genre: Horrorfilm, Science-Fiction
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Don Siegel
  • Drehbuch: Daniel Mainwarning
  • Musik: Carmen Dragon
  • Besetzung u. a.: Kevin McCarthy, Dana Wynter, Carolyn Jones, Virginia Christine, Tom Fadden, Whit Bissell, Bobby Clark, Larry Gates

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bZDq6ZxGuYE

Quelle: YouTube Kanal von Paramount Movies

Worum geht’s:

„Invasion of the Body Snatchers“ beginnt in einem Krankenhaus. Dr. Miles Bennell (Kevin McCarthy) wird von der Polizei festgehalten. Er wirkt völlig verstört, fast wahnsinnig, und behauptet, eine unglaubliche Geschichte erlebt zu haben. Ein Psychiater, Dr. Hill (Whit Bissell), wird gerufen. Miles beginnt, ihm in einer langen Rückblende die Ereignisse der letzten Tage in seiner Heimatstadt Santa Mira zu schildern.

Miles kehrte vorzeitig von einem Kongress zurück, da ihn beunruhigende Nachrichten von Patienten erreicht hatten. Zunächst wirkte die kalifornische Kleinstadt idyllisch, doch Miles bemerkte bald eine seltsame „Epidemie“.

  • Der kleine Jimmy Grimaldi (Bobby Clark) behauptet unter Tränen, seine Mutter sei nicht mehr seine Mutter.
  • Miles’ Jugendliebe Becky Driscoll (Dana Wynter) berichtet, dass ihre Cousine Wilma glaubt, ihr Onkel Ira sei ein Hochstapler, obwohl er exakt wie er aussieht und alles über ihn weiß.

Miles’ Kollege, der Psychiater Dr. Dan Kauffman, (Larry Gates) tut dies als „Massenhysterie“ ab – eine kollektive Reaktion auf die Ängste der modernen Welt.

Basiert auf:

Dem Roman Die Körperfresser kommen (The Body Snatchers) von Jack Finney.

Erfolge:

1994 wurde Invasion of the Body Snatchers in das National Film Registry (Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden) aufgenommen.[1]

Interessante Hintergrundinfos:

„Invasion of the Body Snatchers“ wurde in nur 23 Tagen mit einem Budget von rund 380.000 US-Dollar gedreht. Trotz der begrenzten Mittel schaffte es Regisseur Don Siegel durch Lichtsetzung und Kameraführung, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die teurere Produktionen oft vermissen ließen.

Die „Pods“ (Samenkapseln) bestanden aus billigem Latex. Die Schauspieler mussten für die Abdrücke der Körperhüllen in Gipsformen liegen, was Kevin McCarthy später als „extrem unangenehm und klaustrophobisch“ beschrieb.

Kameramann Ellsworth Fredericks nutzte extreme Schärfentiefe, um sowohl die Gesichter im Vordergrund als auch die (potenziell bedrohliche) Umgebung im Hintergrund gleichzeitig scharf zu zeigen, was die Paranoia visuell verstärkte.

Neuverfilmungen:

1978 erschien Die Körperfresser kommen von Philip Kaufman mit Donald Sutherland in der Hauptrolle, 1993 Body Snatchers – Angriff der Körperfresser von Abel Ferrara und 2007 die Neuadaption von Oliver Hirschbiegel unter dem Titel Invasion mit Nicole Kidman und Daniel Craig in den Hauptrollen.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

„Invasion of the Body Snatchers“ war einer der wichtigsten Vertreter seines Genres der 1950er Jahre.

„Invasion of the Body Snatchers“ ist ein Spiegelbild der Ära des Kalten Krieges und der sozialen Umbrüche im Amerika der 1950er Jahre. Er thematisiert zentrale Ängste dieser Zeit:

Viele sahen in den gefühlskalten Duplikaten eine Metapher für die „Rote Gefahr“ – die Angst, dass Kommunisten unbemerkt die amerikanische Gesellschaft infiltrieren und den Individualismus zerstören könnten. Der Regisseur selbst betonte oft, dass es ihm weniger um Politik als um die allgemeine „Menschliche Gleichgültigkeit“ ging – die Sorge, dass Menschen im Alltag ihre Menschlichkeit verlieren.[2]

Die Angst vor biologischen Gefahren und außerirdischen Bedrohungen spiegelte die allgemeine Verunsicherung durch das Atomzeitalter wider.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Dr. Miles Bennell wird in „Invasion of the Body Snatchers“ als „verrückt“ abgestempelt, obwohl er die Wahrheit sieht. Dieses Motiv der systematischen Verunsicherung („Gaslighting“) durch eine Mehrheit, die eine falsche Realität behauptet, ist heute relevanter denn je.

„Invasion of the Body Snatchers“ erfand quasi den „Body Horror“ und den psychologischen Verfolgungsterror mit. Ohne diesen Film gäbe es keine Werke wie The Thing (John Carpenter), Alien oder moderne Hits wie Get Out und Us von Jordan Peele, die ebenfalls soziale Ängste in körperlichen Horror übersetzen.

[1] https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[2] Thomas Koebner: Filmgenres. Sciene Fiction, Stuttgart, 2003, S. 96-97.

Snow White and the Seven Dwarfs (Schneewittchen und die sieben Zwerge)

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ die böse Königoin in Snow White and the Seven Dwarfs

Snow White Walk of Fame
kulo, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

  • Erscheinungsjahr: 1937
  • Genre: Zeichentrickfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: David D. Hand
  • Drehbuch: Ted Sears und Richard Creedon
  • Musik: Leigh Harline, Paul J. Smith, Frank Churchill, Orchestration: Oliver Wallace

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=TFbxd7PVIOw

Quelle: YouTube Kanal von Disney Kids

Worum geht’s:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ beginnt mit einer eitlen und bösen Königin, die Schneewittchen, ihre wunderschöne Stieftochter, aus Eifersucht als einfache Magd am Hof arbeiten lässt. Die Königin befragt täglich ihren Magischen Spiegel: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Eines Tages antwortet der Spiegel jedoch, dass Schneewittchen nun die Schönste sei.

Kurz darauf trifft Schneewittchen an einem Brunnen auf einen jungen Prinzen, und beide verlieben sich sofort ineinander…

Basiert auf:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ liegt das Märchen Schneewittchen der Brüder Grimm zugrunde.

Erfolge:

Mit einem damaligen Einspielergebnis von rund acht Millionen US-Dollar war er zu jener Zeit der weltweit erfolgreichste Tonfilm, bis er von Vom Winde verweht abgelöst wurde.

Aufgrund seiner kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung wurde der Film 1989 als einer der ersten Filme in das National Film Registry der USA aufgenommen.[1]

1939 erhielt Walt Disney einen Ehren-Oscar für seine „bedeutende filmische Innovation“. Um die sieben Zwerge zu symbolisieren, bestand der Preis aus einer großen Statue und sieben kleinen Miniatur-Oscars, überreicht von Shirley Temple.[2]

Interessante Hintergrundinfos:

Für den Film wurden insgesamt etwa 1,5 Millionen einzelne Zeichnungen angefertigt. Rund 750 Künstler waren an der dreijährigen Produktionszeit beteiligt.

Um die Bewegungen von Schneewittchen so realistisch wie möglich zu gestalten, wurden Realfilm-Aufnahmen der Tänzerin Marge Champion (damals Marge Belcher) als Vorlage für die Animatoren genutzt. Auch für den Prinzen und die Königin gab es menschliche Vorbilder.

Um die Illusion von Tiefe zu erzeugen, wurde die von Bill Garity entwickelte Multiplan-Kamera eingesetzt. Dabei wurden verschiedene Ebenen der Animation (Vordergrund, Charaktere, Hintergrund) in unterschiedlichen Abständen zur Linse platziert und unabhängig voneinander bewegt. Dies war eine technische Revolution.

Klassiker wie „Hei-ho“ oder „Someday My Prince Will Come“ machten den Film auch musikalisch zu einem Meilenstein. Er war zudem der erste Film, zu dem ein offizieller Soundtrack-Alben veröffentlicht wurde.

Nach 74 Jahren feierte der Film am 22. April 2011 auf Sat.1 seine deutsche Free-TV-Premiere.

Im Jahr 2025 brachte die Disney Company eine Realverfilmung mit computeranimierten Elementen heraus.

Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:

„Snow White and the Seven Dwarfs“vwar der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„Snow White and the Seven Dwarfs“ bildete aufgrund seines großen Erfolges den Grundstein für eine Vielzahl von weiteren Familien-Zeichentrickfilmen aus dem Hause Disney. Nahezu alle modernen Animationsfilme folgen noch heute der von Schneewittchen etablierten Formel: die Verbindung von Märchenmotiven, Sidekicks zur komödiantischen Auflockerung und eingängigen Musical-Nummern.

[1] https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[2] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1939

Marriage Story

„Ich möchte, dass Sie wissen, dass das alles irgendwann vorbei sein wird und egal was wir gewinnen oder verlieren… es werden Sie zwei sein, die das gemeinsam herausfinden müssen.“ Bert Spitz in Marriage Story

Marriage Story

    • Erscheinungsjahr: 2019
    • Genre: Tragikomödie
    • Produktionsland: USA
    • Regie: Noah Baumbach
    • Drehbuch: Noah Baumbach
    • Musik: Randy Newman
    • Besetzung u. a.: Scarlett Johansson, Adam Driver, Laura Dern, Alan Alda, Wallace Shawn, Azhy Robertson

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BHi-a1n8t7M

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

Worum geht’s:

„Marriage Story“ beginnt mit zwei Voice-Over-Monologen: Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johansson) zählen auf, was sie am jeweils anderen lieben. Diese Texte wurden im Rahmen einer Mediation geschrieben, da sich das Paar in einer Trennungsphase befindet.

Das Paar lebt in Brooklyn, New York. Charlie ist ein erfolgreicher, avantgardistischer Theaterregisseur, und Nicole ist die Hauptdarstellerin seiner Stücke. Sie haben einen gemeinsamen achtjährigen Sohn, Henry (Azhy Robertson).

Basiert auf:

„Marriage Story“ gilt als semi-autobiografisch in Bezug auf Noah Baumbachs Scheidung von der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh im Jahr 2013. Viele Parallelen sind erkennbar, etwa dass Leigh ebenfalls eine gebürtige Kalifornierin ist, die mit Baumbach in New York lebte und für Filmprojekte nach Los Angeles zurückkehrte. Auch sie reichte die Scheidung in L.A. ein. Baumbach zeigte Leigh das Drehbuch und den fertigen Film, was sie als sehr respektvolle Geste empfand.

Interessantes zur Besetzung:

Regisseur Noah Baumbach schrieb die Hauptrollen speziell für Adam Driver und Scarlett Johansson. Als er sich zum ersten Mal mit Johansson traf, um über die Rolle zu sprechen, wusste er nicht, dass sie sich gerade selbst mitten in ihrer zweiten Scheidung befand. Ihre persönlichen Erfahrungen flossen stark in die Figur der Nicole ein.

Erfolge:

„Marriage Story“ hat einen Oscar® gewonnen:[1]

      • Laura Dern als Beste Nebendarstellerin

Interessante Hintergrundinfos:

Laura Derns Charakter, die Anwältin Nora Fanshaw, ist inspiriert von der berühmten Hollywood-Scheidungsanwältin Laura Wasser. Wasser vertrat nicht nur Noah Baumbach bei dessen Scheidung von Jennifer Jason Leigh, sondern auch Laura Dern selbst sowie Scarlett Johansson. Einige Szenen wurden sogar in Wassers echter Kanzlei gedreht.[2]

Für die Szene, in der Charlie aus Frustration gegen eine Wand schlägt, benötigte Driver etwa 15 Takes – und schlug dabei fast durch die echte Wand hinter der Kulisse.[3]

Da beide Hauptfiguren aus der Theaterwelt kommen, ist der Film voll von theatralischen Elementen. Die Scheidungsverhandlungen wirken oft wie eine Inszenierung, in der die Anwälte die „Regie“ übernehmen und die Partner nur noch Rollen spielen, die sie eigentlich nicht wollen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film ist heute aktueller denn je, da er zeigt, wie externe Systeme (wie das Rechtssystem oder soziale Erwartungen) authentische menschliche Beziehungen korrumpieren.

Als einer der ersten großen Netflix-Filme, der bei den Oscars ernst genommen wurde, markierte „Marriage Story“ einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Heimkino-Produktionen als qualitativ hochwertiges Kino.

[1] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2020

[2] https://www.imdb.com/de/title/tt7653254/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[3] Vgl. Ebd.

The Irishman

„Wenn ich jemanden bitte, etwas für mich zu erledigen, erwarte ich, dass er es selbst erledigt. Ich brauche keine zwei Wege zurück zu mir.“ Russell Bufalinos in The Irishman

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Ypehmish, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    • Erscheinungsjahr: 2019
    • Genre: Mafiafilm, Gangsterfilm
    • Produktionsland: USA
    • Regie: Martin Scorsese
    • Drehbuch: Steven Zaillian
    • Musik: Robbie Robertson
    • Besetzung u. a.: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Anna Paquin, Jesse Plemons, Harvey Keitel, Bobby Cannavale

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=RS3aHkkfuEI

Quelle: YouTube Kanal von Netflix

Worum geht’s:

„The Irishman“ konzentriert sich hauptsächlich auf das Leben von Frank Sheeran (Robert De Niro), einen Lastwagenfahrer irischer Abstammung, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Auftragsmörder für die amerikanische Cosa Nostra aufsteigt.

Sheeran lernt in den 1950er Jahren den Mafiaboss Russell Bufalino (Joe Pesci) kennen und steigt durch dessen Kontakte und „schmutzige Aufträge“ in die organisierte Kriminalität ein. Das euphemistische Codewort für Mord lautet: „Häuser streichen“. Bufalino stellt Sheeran dem mächtigen und mit der Mafia verbandelten Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa (Al Pacino) vor. Sheeran wird Hoffas Leibwächter und enger Vertrauter, wodurch eine tiefe Freundschaft entsteht.

Basiert auf:

Der Autobiografie von Frank „The Irishman“ Sheeran.

Interessantes zur Besetzung:

Martin Scorsese holte Joe Pesci für die Rolle des Russell Bufalino aus dem Ruhestand zurück.

Interessante Hintergrundinfos:

Die Entwicklung von „The Irishman“ dauerte fast ein ganzes Jahrzehnt. Robert De Niro war es, der Martin Scorsese den Stoff (das Buch I Heard You Paint Houses) Anfang der 2000er Jahre vorstellte, aber die Komplexität und die Kosten hielten das Projekt lange auf.

Da sich die Geschichte des Films über einen Zeitraum von 30 beziehungsweise 60 Jahren erstreckt, so in Erinnerungsrückblenden von Frank Sheeran, wurden die Schauspieler teilweise durch CGI-Effekte des Unternehmens Industrial Light & Magic verjüngt.[1]

Aufgrund des hohen Budgets – insbesondere wegen der teuren digitalen Verjüngungstechnologie – weigerten sich traditionelle Hollywood-Studios, das Projekt zu finanzieren. Erst Netflix bot die benötigten Ressourcen an, was dem Streamingdienst zum ersten Mal die Arbeit mit einem Regisseur von Scorseses Kaliber ermöglichte.

Zu Beginn des Films werden viele der Nebenfiguren vorgestellt, indem ihre Namen im Untertitel eingeblendet werden, gefolgt von der Art und Weise, wie sie später sterben werden. Dies ist ein sehr dunkler, metaphysischer Kniff von Scorsese, der den Zuschauer von Anfang an daran erinnert, dass es in dieser Welt keinen Ruhm, sondern nur den Tod und die Vergänglichkeit gibt – ein zentrales Thema des Films.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„The Irishman“ dekonstruiert bewusst den Mythos des coolen, glamourösen Gangsters. Statt um den Aufstieg geht es um den melancholischen Verfall und die Reue. Die Gangster sind am Ende alte, einsame Männer in Pflegeheimen, die ihre Taten nicht beichten können (oder wollen) und deren wahre Bestrafung die Entfremdung von ihren Liebsten (symbolisiert durch Peggy) ist.

[1] https://www.indiewire.com/features/general/the-irishman-details-martin-scorsese-robert-de-niro-al-pacino-joe-pesci-everything-you-must-know-1201856631/2/

 

The Prestige – Die Meister der Magie

„Nun suchen Sie nach dem Geheimnis. Aber Sie werden es nicht finden. Denn natürlich ist es so, dass Sie nicht wirklich hinsehen. Sie wollen es eigentlich gar nicht wissen. Sie wollen sich täuschen lassen.“ John Cutter in The Prestige

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    • Erscheinungsjahr: 2006
    • Genre: Thriller
    • Produktionsland: USA, GB
    • Regie: Christopher Nolan
    • Drehbuch: Jonathan Nolan und Christopher Nolan
    • Musik: David Julyan
    • Besetzung u. a.: Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine, Piper Perabo, Rebecca Hall, Scarlett Johansson, David Bowie, Andy Serkis

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zV9BRcgOrO8

Quelle: YouTube Kanal von HD Retro Trailers

Worum geht’s:

Zu Beginn von „The Prestige“ erklärt der erfahrene Zaubertechniker Cutter (Michael Caine), dass jeder Zaubertrick aus drei Akten besteht:

      1. The Pledge (Das Versprechen): Der Magier zeigt dem Publikum etwas ganz Normales (einen Vogel, eine Frau, einen Mann).
      2. The Turn (Die Wendung): Der Magier lässt das Gezeigte auf wundersame Weise verschwinden.
      3. The Prestige (Das Ansehen): Der schwierigste Teil, bei dem der Magier das Verschwundene wieder erscheinen lässt.

Die Handlung des Films folgt dieser Struktur.

Die beiden jungen, angehenden Zauberkünstler Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) arbeiten zunächst als Assistenten desselben Mentors. Sie sind von der Magie fasziniert, aber grundverschieden: Borden: Ein innovativer, risikofreudiger Magier aus der Arbeiterklasse, der der Illusion alles unterordnet. Angier: Ein glamouröser Showman aus der Oberschicht, der das Rampenlicht mehr liebt als das Handwerk.

Die Partnerschaft zerbricht, als Angiers Frau, Julia (Piper Perabo), bei einem gefährlichen Wassertrick ums Leben kommt. Angier gibt Borden die Schuld, weil er eine unsichere Art von Knoten verwendete. Die Rivalität eskaliert von da an zu einer tödlichen Fehde.

Basiert auf:

Dem Roman Das Kabinett des Magiers (1995) von Christopher Priest.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Hugh Jackman war auch Josh Hartnett im Gespräch für die Rolle des Robert Angier.[1]

Die Rolle des exzentrischen Wissenschaftlers Nikola Tesla wird von David Bowie verkörpert. Bowie lehnte die Rolle zunächst ab, aber Nolan flog extra zu ihm, um ihn persönlich zu treffen und zu überzeugen.

Interessante Hintergrundinfos:

Christopher Nolan sieht die Zauberkunst als Metapher für das Filmemachen. Der Regisseur erschafft eine Illusion, von der das Publikum weiß, dass sie nicht echt ist, aber trotzdem bereit ist, sich täuschen zu lassen und staunen will.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Kern von „The Prestige“ ist eine Charakterstudie über die Obsession und den Preis der Perfektion.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0482571/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

Casino

„Die Hauptregel im Casino lautet: Veranlasse sie zu spielen, und sorge dafür, dass sie wiederkommen. Je länger sie spielen, desto mehr verlieren sie. Am Ende kriegen wir Alles.“

Las Vegas Strip at night, 2012
Clément Bardot, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    • Erscheinungsjahr: 1995
    • Genre: Mafiafilm/Drama
    • Produktionsland: USA, Frankreich
    • Regie: Martin Scorsese
    • Drehbuch: Nicholas Pileggi und Martin Scorsese
    • Besetzung u. a.: Robert De Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Catherine Scorses

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VJ22ZlNarpY

Quelle: YouTube Kanal von Universal Pictures

Worum geht’s:

Im Film geht es um den Niedergang des von der Mafia kontrollierten Las Vegas in den 1970er und frühen 1980er Jahren. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um drei zentrale Figuren:

Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro): Ein hochintelligenter, perfektionistischer Sportwetten-Experte, der von der Italo-Mafia damit beauftragt wird, das fiktive Tangiers Casino in Las Vegas inoffiziell zu leiten und die Gewinne zu maximieren. Trotz seiner fehlenden offiziellen Casino-Lizenz führt er das Geschäft zu enormem Erfolg.

Nicky Santoro (Joe Pesci): Sams Jugendfreund und ein brutaler, skrupelloser Mafia-Vollstrecker. Er wird nach Las Vegas geschickt, um Sam zu schützen und die illegalen Geschäfte abzusichern, gerät aber durch seine unkontrollierte Gewaltbereitschaft und öffentlichen Auftritte zunehmend mit der lokalen Polizei, den Behörden und später auch mit der Mafia in Konflikt.

Ginger McKenna (Sharon Stone): Eine schöne, aber drogenabhängige und geldgierige ehemalige Prostituierte und Trickbetrügerin, die Sam heiratet. Ihre turbulente, selbstzerstörerische Beziehung zu Sam – und ihre Affäre mit Nicky – wird zu einem wesentlichen Faktor für Sams Fall.

Basiert auf:

Dem gleichnamigen Buch von Martin Scorsese und Nicholas Pileggi, basierend auf dem Leben von Frank „Lefty“ Rosenthal, der tatsächlich der inoffizielle Leiter von vier Mafia-kontrollierten Casinos (The Stardust, Fremont, Marina und Hacienda) in den 1970er und frühen 1980er Jahren in Las Vegas war. Er war ein bekannter Sportwetten-Experte und Buchmacher. Er überlebte 1982 ebenfalls einen Autobombenanschlag.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Sharon Stone waren u. a. auch Nicole Kidman, Michelle Pfeiffer, Melanie Griffith, Rene Russo, Cameron Diaz, Uma Thurman und Madonna im Gespräch für die Rolle der Ginger McKenna.[1]

Interessante Hintergrundinfos:

Die Hauptfiguren des Films, Sam Rothstein (Robert De Niro) und Nicky Santoro (Joe Pesci), erzählen und erläutern aus der Retrospektive das Geschehen im Film, entweder als Voice-over oder Off camera.

De Niro und Pesci haben ihre Dialoge in vielen Szenen improvisiert.[2]

Der Film wurde komplett in Las Vegas gedreht.

Das Wort „fuck“ (Abwandlungen wie „fucking“, „fucked“ usw. mitgerechnet) wurde 398 Mal im Film verwendet, womit im Jahr der Veröffentlichung dieser Spielfilm die höchste Anzahl solcher Ausdrücke vorweisen konnte.[3]

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film gilt als ein zeitloser Klassiker und ein Eckpfeiler des modernen Mafia- und Gangster-Genres.

„Casino“ dokumentiert, wie die organisierte Kriminalität Las Vegas kontrollierte und wie die Gier der Mafia letztendlich zu ihrer eigenen Zerstörung führte. Der Film schließt mit der Feststellung, dass die Mafia-Ära endete und von anonymen, sauberen Konzernen abgelöst wurde – was für Las Vegas den Wechsel von einer rauen Glücksspielhölle zu einer „familienfreundlichen“ Touristenattraktion markierte.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0112641/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl. Ebd.

[3] https://web.archive.org/web/20070506055732/http://www.familymediaguide.com/media/onDVD/media-396959.html

Historienfilme

Historienfilme sind Filme, die eine Vergangenheit vergegenwärtigen, welche nicht der Zeitgeschichte angehört und nur noch über Medien der Gedächtnisbildung zugänglich ist. Die Ereignisse können dabei auch aus Sicht derer erzählt werden, die nicht im Zentrum der Macht stehen. Wenn aus der Sicht der Mächtigen erzählt wird interessiert vor allem das Private und Menschliche.[1]

Weltgeschichtliche Ereignisse bilden oft eher den Hintergrund vor dem Protagonisten und Antagonisten agieren. So z. B. auch in Quo Vadis (1951) und Ben Hur (1959).[2]

Epochen im Historienfilm

Die Antike: 3000 v. Chr. – 500 n. Chr.
  • Themen: Götter, Mythen, Schlachten, Aufstieg und Fall von Imperien, Sklavenaufstände
  • Subgenres: Sandalenfilm und Monumentalfilm, z. B. Spartacus oder Gladiator, goldene Ära der Sandalenfilme lag in den 1950er und frühen 1960er Jahren: Reaktion der Hollywood-Studios auf das aufkommende Fernsehen à farbenprächtige Spektakel in den Breitbildformaten Cinemascope oder Technicolor, ab 2000 Renaissance des Sandalenfilms, die oft durch modernere, realistischere (und blutigere) Inszenierungen sowie verbesserte digitale Spezialeffekte gekennzeichnet war
  • Motive: Der Kampf Gut gegen Böse, Freiheit und Sklaverei
  • Merkmale: prunkvolle Sets und Massenszenen

Filme

Das Mittelalter: 500 n. Chr. – 1500 n. Chr.
  • Themen: Ritter, Kreuzzüge, Pestepidemien
  • die filmische Darstellung schwankt oft zwischen düsterem Realismus und romantisiertem Abenteuer
  • Ritter und Helden: König Arthur, Robin Hood oder William Wallace

Filme

  • Ivanhoe (1952)
  • Der Name der Rose (1986)
  • Braveheart (1995)
  • King Arthur (2004)
  • Königreich der Himmel (2005)
Die frühe Neuzeit: 1500 – 1789
  • Themen: Entdeckungsreisen, Reformation, Absolutismus
  • Subgenres: Kostümdramen und Biopics von Königen, Königinnen und Komponisten, z. B. Elisabeth I., Heinrich VIII. oder Ludwig XIV

Filme

  • 1492 – Die Eroberung des Paradieses (1992)
  • Elizabeth (1998)
Das 19. Jahrhundert: 1789 – 1914
  • Themen: Französische Revolution, Napoleonische Kriege, Amerikanischer Bürgerkrieg, Kolonialismus, Industrialisierung
  • starker Kontrast zwischen technologischem Fortschritt und tiefgreifenden sozialen Ungleichheiten

Filme

Zeitgeschichte: 1914 – heute
  • Themen: Erster und Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Kalter Krieg und Spionage, Politische Biopics: Filme über prägende politische Führer, Aktivisten und historische Persönlichkeiten, z. B. Churchill, Gandhi, Mandela
  • Motive: Schicksal und Leid im Krieg

Filme

Erster Weltkrieg (1914–1918)

Zwischenkriegszeit & 1930er

Zweiter Weltkrieg (1939–1945)

Kalter Krieg (1947–1991)

Spätes 20. Jh. & Gegenwart

[1] Fabienne Liptay und Matthias Bauer: Filmgenres. Historien- und Kostümfilm, Stuttgart, 2013, S. 9 f.

[2] Ebd., S. 10 f.

Spartacus

„Ich bin Spartacus!“

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„Wenn ein freier Mann stirbt, verliert er die Freude am Leben. Ein Sklave verliert seinen Schmerz. Der Tod ist die einzige Freiheit, die ein Sklave kennt. Deshalb hat er keine Angst davor. Deshalb werden wir siegen!“ Spartacus, zu Tigranes Levantus

Spartacus

  • Erscheinungsjahr: 1960
  • Genre: Monumental– und Historienfilm
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Stanley Kubrick
  • Drehbuch: Dalton Trumbo
  • Musik: Alex North
  • Besetzung u. a.: Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov, Laurence Olivier, Woody Strode

Trailer:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=n-iElbJd8TA

Quelle: YouTube Kanal von Universal Pictures

Worum geht’s:

Spartacus (Kirk Douglas), ein thrakischer Sklave, arbeitet unter unmenschlichen Bedingungen in einem Steinbruch in Libyen. Nach einem Wutausbruch wird er fast getötet. Doch er wird von Lanista Lentulus Batiatus (Peter Ustinov) gekauft, der eine Gladiatorenschule in Capua betreibt. Dort lernt er die Sklavin Varinia (Jean Simmons) kennen, die ihm von Batiatus zum „Vergnügen“ zugeteilt wird. Spartacus lehnt dies ab, wodurch eine tiefe, respektvolle Bindung zwischen ihnen entsteht.

Als der reiche und ehrgeizige Senator Marcus Licinius Crassus (Laurence Olivier) und seine Begleiter die Schule besuchen, fordern sie einen Gladiatorenkampf auf Leben und Tod zur Unterhaltung. Spartacus‘ Freund Draba (Woody Strode) gewinnt, weigert sich aber, den besiegten Gegner zu töten. Stattdessen wirft er seinen Dreizack in die Loge von Crassus und wird daraufhin getötet. Drabas Tod und die grausamen Umstände lösen bei Spartacus und den anderen Gladiatoren die Rebellion aus. Sie entkommen, töten ihre Wachen und fliehen.

Basiert auf:

Der Film ist eine Adaption des 1951 veröffentlichten Romans Spartacus von Schriftsteller Howard Fast. Dieses basiert auf der wahren Begebenheit eines Sklavenaufstands im antiken Rom: Spartacus war der Anführer der aufständischen Sklaven im dritten Sklavenkrieg (73–71 v. Chr.).

Interessantes zur Besetzung:

Neben Jean Simmons waren u. a. auch Ingrid Bergman und Audrey Hepburn im Gespräch für die Rolle der Varinia.[1]

Das Mädchen, welches Jean Simmons, als Baby im Arm hielt, arbeitete später als Stuntfrau.[2]

Erfolge:

2017 wurde Spartacus in das National Film Registry (Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden) aufgenommen.[3]

 „Spartacus“ hat vier Oscars® gewonnen:[4]

  • Peter Ustinov als Bester Nebendarsteller
  • Beste Kamera
  • Bestes Szenenbild
  • Bestes Kostümdesign

Interessante Hintergrundinfos:

Stanley Kubrick war mit dem Film nie ganz zufrieden, da es die einzige Produktion war, bei der er nicht die volle künstlerische Kontrolle hatte. Die Spannungen zwischen dem perfektionistischen, methodischen Kubrick und dem temperamentvollen, gleichzeitig als Star und Produzent agierenden Douglas waren so stark, dass Douglas später in Interviews bestätigte, dass er und Kubrick gemeinsam einen Therapeuten aufsuchten, um die Produktion fortsetzen zu können.

Der Film war Stanley Kubricks erster Farbfilm.[5]

Für die monumentale Endschlacht wurden in der Nähe von Madrid 8.000 bis 10.000 Soldaten der spanischen Armee als Statisten eingesetzt, um die römischen Legionen darzustellen.[6]

187 Stuntman wirkten im Film mit.[7]

Das Set des Gladiatorencamps kostete 40.000 $.[8]

Der berühmte Massenruf „Ich bin Spartacus!“ wurde nicht von den Statisten am Set aufgezeichnet. Stattdessen wurden 76.000 Zuschauer eines Footballspiels (zwischen Michigan State University und Notre Dame) im Spartan Stadium instruiert, den Ausruf auf Kommando zu brüllen, um die beeindruckende Akustik für den Film zu erzeugen.

Der Film wurde im Breitwandformat Super 70 Technirama produziert.[9]

Während des Drehs kamen Kranfahrten und bewusste Achsensprünge zum Einsatz.[10]

2004 wurde von Robert Dornhelm die Neuverfilmung Spartacus veröffentlicht.

Einige Unterschiede zu den historischen Fakten:

Eine Sklavin namens Varinia hat es nicht gegeben.

Spartacus starb tatsächlich schon während der Schlacht.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film ist ein starkes Plädoyer gegen Sklaverei und Unterdrückung. Der Film thematisiert nicht nur den Aufstand, sondern die universelle Sehnsucht nach Freiheit und Würde im Angesicht totalitärer Unterdrückung.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0054331/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl. Ebd.

[3] https://www.loc.gov/programs/national-film-preservation-board/film-registry/complete-national-film-registry-listing/

[4] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1961

[5] Fabienne Liptay und Matthias Bauer: Filmgenres. Historien- und Kostümfilm, Stuttgart, 2013, S. 189.

[6] https://www.imdb.com/de/title/tt0054331/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[7] Vgl. Ebd.

[8] Vgl. Ebd.

[9] Vgl. Ebd.

[10] Fabienne Liptay und Matthias Bauer: Filmgenres. Historien- und Kostümfilm, Stuttgart, 2013, S. 191.

The Green Mile

„Ich habe in meinem Leben ein paar Dinge getan, auf die ich nicht stolz bin. Aber ich habe zum ersten Mal richtig Angst davor, für etwas in die Hölle zu kommen.“ Paul Edgecomb in The Green Mile

The Green Mile
  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Genre: Literaturverfilmung, Drama
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Frank Darabont
  • Drehbuch: Frank Darabont
  • Musik: Thomas Newman
  • Besetzung u. a.: Tom Hanks, Michael Clark Duncan, David Morse, James Cromwell, Graham Green, Sam Rockwell, Barry Pepper, Jeffrey DeMunn, Harry Dean Stanton, Gary Sinise, William Sadler

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Bg7epsq0OIQ

Quelle: YouTube Kanal von Warner Bros. Entertainment

Worum geht’s:

„The Green Mile“ wird als Rückblende erzählt: Der über hundertjährige Paul Edgecomb (gespielt von Tom Hanks in der Haupthandlung) lebt in einem Seniorenheim und beginnt, einer Freundin von seinen traumatischsten Erlebnissen als Gefängnisaufseher zu berichten.

Die Haupthandlung spielt im Jahr 1935 im E-Block des Staatsgefängnisses von Louisiana, dem Trakt für zum Tode Verurteilte. Der Gang zu den Zellen, der zur Hinrichtungskammer führt, ist mit einem Boden aus grünem Linoleum ausgelegt – daher der Name „The Green Mile“ (Die Grüne Meile). Paul Edgecomb ist der verantwortliche Hauptaufseher, der großen Wert auf Menschlichkeit und Würde legt, selbst angesichts der schrecklichen Aufgabe, die er und sein Team ausführen müssen. Ihre Routijedoch immer wieder durch den sadistischen Wärter Percy Wetmore gestört.

Eines Tages wird der Riese John Coffey eingeliefert, verurteilt wegen der brutalen Vergewaltigung und Ermordung zweier kleiner Mädchen. Trotz seiner imposanten Größe und der schrecklichen Anklage wirkt Coffey sanftmütig, kindlich und hat eine tiefe Angst vor der Dunkelheit. Er weint ständig und sagt, er sei bestraft worden, weil er „es nicht aufhalten konnte“.

Basiert auf:

Dem gleichnamigen Roman des berühmten US-amerikanischen Autors Stephen King. Das Drehbuch ist extrem nah am Buch, was ungewöhnlich für eine King-Adaption ist.

Interessantes zur Besetzung:

Neben Tom Hanks waren auch John Travolta, Kevin Costner, Michael Douglas, Richard Gere, William Hurt und Jeff Bridges im Gespräch für die Rolle des Paul Edgecomb.[1]

Für Michael Clark Duncan bedeutete die Rolle des John Coffey den Durchbruch.

Neben Sam Rockwell war auch Josh Brolin im Gespräch für die Rolle des William „Billy the Kid“ Wharton.[2]

Erfolge:

„The Green Mile“  ist eines der erfolgreichsten Dramen der späten 1990er Jahre.

Interessante Hintergrundinfos:

Die Initialen von John Coffey (J.C.) sind offensichtlich eine bewusste Anspielung auf Jesus Christus. Er ist ein unschuldig Verurteilter mit der Gabe der Heilung, der das Leid der Welt auf sich nimmt und sein eigenes Opfer akzeptiert. Dies ist ein häufig diskutiertes Motiv im Film.

Um den Größenunterschied zwischen dem Riesen John Coffey (Michael Clarke Duncan) und dem mittelgroßen Paul Edgecomb (Tom Hanks) zu betonen, wurden Tricks wie die Zwangsperspektive und Spezialbauten angewandt.

In „The Green Mile“ wurden 15 verschiedene Mäuse verwendet.[3]

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„The Green Mile“ thematisiert das Gefühl der Ohnmacht, wenn man die Wahrheit kennt, aber nicht in der Lage ist, eine Katastrophe zu verhindern. Das Trauma, das Paul Edgecomb in seinem langen Leben trägt, ist ein starkes Bild für die Last moralischer Kompromisse.

Der Film ist für mich außerdem ein vor allem ein Plädoyer gegen die Todesstrafe und für die Menschlichkeit.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0120689/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3 [2] Vgl. Ebd. [3] Vgl. Ebd.