Typische schwedische Gerichte

Köttbullar mit Champignon-Rahm-Soße, Kartoffeln und Gurkensalat

Typische schwedische Gerichte: Köttbullar mit Champignon-Rahm-Sauce und Preiselbeermarmelade

 

Die moderne Form der Köttbullar wurde im frühen 18. Jahrhundert von König Karl XII. von Schweden eingeführt. Nach seiner Niederlage gegen die russischen Truppen in der Schlacht von Poltawa 1709 floh er ins Osmanische Reich. Während seines fast fünfjährigen Aufenthalts in Bender (heute Moldawien) lernte er die dortige Küche kennen, die unter anderem Gerichte wie köfte (türkische Fleischbällchen) umfasste. Diese waren oft mit Gewürzen, Zwiebeln und Brot angereichert. Als er 1714 nach Schweden zurückkehrte, brachte er das Rezept und andere kulinarische Innovationen mit.

In Schweden passte man das Rezept an die heimischen Zutaten an. Statt Lamm oder Rind wurde oft eine Mischung aus Schweine- und Rinderhackfleisch verwendet. Die Köttbullar wurden kleiner und wurden in der Regel mit einer cremigen Sauce, Kartoffeln und Preiselbeeren serviert.

Zutaten
  • 300g gemischtes Hackfleisch
  • 200 g braune Champignons
  • 50 g Wildpreiselbeermarmelade
  • 600 g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 25 g Semmelbrösel
  • 5 g Petersilie
  • 5 g Schnittlauch
  • 200 g Sahne
  • ½ Gurke
  • ½ g gemahlener Piment
  • 2 Esslöffel Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Esslöffel Milch
Zubereitung

Enden der Gurke abschneiden, Gurke in dünne Scheiben schneiden, in eine große Schüssel geben, leicht salzen und zuckern. Zwiebel abziehen, Hälfte fein würfeln und den Rest in dünne Streifen schneiden. Champignons je nach Größe halbieren oder vierteln. Petersilie fein hacken. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.

In einer großen Schüssel Rinderhackfleisch, Zwiebelwürfel, Semmelbrösel, Milch, Piment, Salz und Pfeffer gut mit den Händen vermengen und aus der Hackfleischmasse 12 Bällchen formen. In einer großen Pfanne 1 EL Öl bei hoher Hitze erwärmen und Hackbällchen 2 – 3 Min. rundherum scharf anbraten. Anschließend Hackbällchen aus der Pfanne nehmen.

In derselben Pfanne Zwiebelstreifen und Champignonhälften ohne weitere Zugabe von Fett für 2 – 3 Min. braten. 2 EL von der Sahne abnehmen und beiseite stellen (diese brauchst Du später für den Gurkensalat). Mit der restlichen Sahne die Zwiebel-Champignon-Pfanne ablöschen und Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken. Angebratene Hackbällchen in die Soße geben, Hitze reduzieren und alles abgedeckt 5 – 8 Min. gar ziehen lassen.

Gurkenwasser abgießen, 2 EL Sahne und Schnittlauchröllchen zum Gurkensalat geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kartoffeln abgießen und mit 0.5 EL Butter und gehackter Petersilie vermischen.

Petersilienkartoffeln auf Teller verteilen. Köttbullar und Wildpreiselbeermarmelade daneben anrichten und mit Gurkensalat genießen.

Biff a la Lindström mit schwedischen Kartoffeln und Kräuterquark

Es gibt zwei Varianten, wo dieses Gericht hergekommen sein könnte:

Entweder hat es der norwegische Schiffskoch Adolf Hendrik Lindström erfunden, der unter anderem an Amundsens Polarexpedition teilgenommen hat. Während der langen Schiffsreise habe er das Fleisch mit Roter Bete gestreckt.

Oder es wurde vom schwedischen Kapitän Henrik Lindström erfunden, der nach Russland ausgewandert war und 1862 für Freunde Beefsteaks mit einer russischen Note kreiert hat.

Zutaten
      • 500 g Kartoffeln
      • 1 Meersalz
      • 3 EL Butter
      • ¼ Bund Petersilie
      • ¼ Bund Schnittlauch
      • 125 g Speisequark
      • Salz
      • Pfeffer
      • 200 g Zuckerschoten
      • ½ Zwiebel
      • 75 g eingelegte Rote Bete
      • 250 g Rinderhackfleisch
      • 1 Ei
      • 1 EL Paniermehl
      • 1 EL Öl
    Zubereitung
        • Kartoffeln gründlich waschen und quer dünn einschneiden, ohne die Kartoffeln zu durchtrennen. Kartoffeln in eine Auflaufform setzen und mit Meersalz bestreuen. 4 EL Butter in großen Flöckchen auf den Kartoffeln verteilen. Im vorgeheizten Backofen 45–50 Minuten backen.
        • Kräuter waschen, trocken schütteln. Von der Petersilie Blätter abzupfen und fein hacken. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Etwas zum Garnieren beiseitelegen. Kräuter mit Quark verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, kalt stellen. Zuckerschoten waschen, eventuell putzen und klein schneiden
        • Zwiebel schälen und fein würfeln. Rote Bete abtropfen lassen, dabei den Rote Bete Saft auffangen. Rote Bete klein würfeln. Hack, Zwiebel, Rote Bete, Ei, Paniermehl und 5 EL Rote Bete Saft verkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen und 4 Hacksteaks daraus formen.
        • Öl in einer Pfanne erhitzen. Hacksteaks darin unter Wenden 2–3 Minuten bei mittlerer Hitze braten. In eine Auflaufform legen und 15–20 Minuten vor Ende der Backzeit zu den Kartoffeln in den Ofen stellen. Zuckerschoten in kochendem Salzwasser 2–3 Minuten garen. Abgießen, kalt abschrecken. 1 EL Butter in einer Pfanne schmelzen. Zuckerschoten darin schwenken. Mit Salz und Pfeffer würzen. Hacksteaks auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit Kartoffeln und Zuckerschoten anrichten. Kräuterquark dazu reichen, mit beiseitegelegtem Schnittlauch bestreuen.
        • Die Schweden toppen das Ganze dann oft noch mit einem Spiegelei.

      Pyttipanna

      Pyttipanna
      Skivsamlare, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Pyttipanna ist ein traditionelles Reste-Gericht der schwedischen Küche, das in ganz Skandinavien verbreitet ist. Der Name bedeutet wörtlich „winzig in der Pfanne“ (aus dem Schwedischen pytt i panna), was auf die Zubereitungsart hinweist: Die Zutaten werden in kleine Würfel geschnitten und in der Pfanne gebraten.

Zutaten
  • 500g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 200g Fleischwurst
  • 100g Speck- oder Schinkenwürfel
  • 2 Esslöffel Butterschmalz
  • 2 Eier
  • Eingelegte rote Beete
Zubereitung
  1. Kartoffeln waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und die Kartoffel langsam bräunen.
  3. In der Zwischenzeit die Zwiebel in kleine Scheiben schneiden sowie die Fleischwurst in Würfel schneiden.
  4. Die Kartoffeln aus der Pfanne nehmen und jetzt erst die Zwiebel glasig andünsten (ggf. noch etwas Butterschmalz verwenden).
  5. Die Zwiebel ebenfalls herausnehmen und nun die Fleischwurst und Speckwürfel anbraten.
  6. Wenn diese gut gebräunt sind, die Kartoffeln und Zwiebeln wieder hinzufügen und vorsichtig miteinander vermengen.
  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. In einer anderen kleinen Pfanne die Spiegeleier braten.
  9. Die rote Beete könnt ihr entweder in Würfel schneiden und in der Pfanne beigeben oder getrennt servieren.

Schwedische Zimtschnecke

Bread Ahead Bakery Cinnamon Buns
NICOLE TRILIVAS, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Die Zimtschnecke ist in den 1920er Jahren in Schweden entstanden, wurde aber erst in der Nachkriegszeit populär, da die Zutaten Mehl, Zimt, Butter und Zucker bis dahin für viele Menschen noch zu teuer waren.

Zutaten
  • 50 g Butter
  • 250 ml Vollmilch
  • 25 g frische Hefe
  • 75 g Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL Kardamom gemahlen
  • 400-500 g Weizenmehl
  • 80 g Butter
  • 150 g brauner Zucker
  • 1 TL Zimt gemahlen
  • 1 Ei zum Bestreichen
  • Hagelzucker optional
Zubereitung
  1. Erwärme die Butter und die Milch zunächst in einem Topf, bis die Butter geschmolzen ist.
  2. Gib die warme Milch in eine Rührschüssel. Ist die Flüssigkeit fingerwarm, krümelst du die Hefe herein. Achte wirklich darauf, dass die Milch nicht zu heiß ist, da die Hefe sonst absterben könnte.
  3. Gib anschließend Zucker und Salz hinzu und rühre solange um, bis sich alles aufgelöst hat.
  4. Gib den Kardamom und etwa 400 g Mehl hinzu.
  5. Knete den Teig gut durch. Klebt er noch zu sehr, gibst du so lange Mehl hinzu, bis der Teig glatter ist.
  6. Decke die Rührschüssel mit dem Teig ab und lasse sie für 40 Minuten an einem warmen Ort ruhen.
  7. In der Zwischenzeit kannst du die Füllung vorbereiten. Dafür erwärmst du die Butter und rührst den braunen Zucker und den Zimt unter.
  8. Hat der Teig geruht, rollst du ihn auf der bemehlten Arbeitsfläche aus (etwa 20 x 30 cm). Bestreiche ihn anschließend dünn mit der Füllung.
  9. Nun wird der Teig von der langen Seite her aufgerollt und anschließend in etwa fingerdicke Stücke geschnitten.
  10. Lege die rohen Zimtschnecken auf das Blech und decke sie vor dem Backen noch einmal 20 Minuten mit einem sauberen Küchentuch ab.
  11. Wenn die Zeit rum ist, bestreichst du die Rohlinge noch mit verquirltem Ei und gibst sie für 6 bis 8 Minuten bei 225 Grad in den Ofen (Ober-/Unterhitze).
  12.  Anschließend kannst du die Zimtschnecken noch mit Zucker glasieren oder du gibst vor dem Backen Hagelzucker auf die Rohlinge.