Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

„Die ganze Wut, man, die erzeugt nur noch größere Wut.“ Pal in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Billboard in Menands, New York
Tyler A. McNeil, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Genre: Drama , schwarze Komödie
  • Produktionsland: USA, GB
  • Regie: Martin McDonagh
  • Drehbuch: Martin McDonagh
  • Musik: Carter Burwell
  • Besetzung u. a.: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Peter Dinklage, Kathryn Newton

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Jit3YhGx5pU

Quelle: YouTube Kanal von SearchlightPictures

Worum geht’s:

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ spielt in der fiktiven Kleinstadt Ebbing, Missouri, und beginnt etwa sieben Monate nach der brutalen Vergewaltigung und dem Mord an der Teenagerin Angela Hayes (Kathryn Newton). Die Mutter des Opfers, Mildred Hayes (Frances McDormand), ist frustriert und wütend, da die örtliche Polizei unter der Leitung des beliebten Chief Bill Willoughby (Woody Harrelson) den Fall nicht lösen konnte und offenbar keine Fortschritte mehr macht. Mildred beschließt, eine Kriegserklärung abzugeben: Sie mietet drei verlassene Werbetafeln an einer wenig befahrenen Straße außerhalb der Stadt und lässt darauf in großen Lettern folgende Botschaften anbringen:

  1. „Raped While Dying“ (Vergewaltigt während sie starb)
  2. „And Still No Arrests?“ (Und immer noch keine Verhaftungen?)
  3. „How Come, Chief Willoughby?“ (Wie kommt das, Chief Willoughby?)

Die Plakate lösen in der Stadt eine Welle von Empörung und Unterstützung aus.

Basiert auf:

Von einem realen Vorfall, den Martin McDonagh während einer Busreise durch die Südstaaten erlebte: Er sah ein Werbeplakat, das einen ungelösten Mordfall anprangerte und sich direkt an die örtliche Polizei richtete. Was ihn am meisten fesselte, war die „Wut und der Schmerz“ der Person, die diese Botschaft auf so öffentliche und dauerhafte Weise formuliert hatte. Er fragte sich sofort, wer diese Person war, und begann, die Figur der Mildred Hayes und ihre Geschichte in seinem Kopf zu entwickeln.[1]

Interessantes zur Besetzung:

Regisseur Martin McDonagh schrieb die Rolle der Mildred Hayes speziell für Frances McDormand. Er wusste, dass sie die nötige Härte und emotionale Tiefe mitbringen würde, um die aggressive, aber zutiefst trauernde Mutter zu spielen.

Erfolge:

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars® gewonnen:[2]

  • Frances McDormand als Beste Hauptdarstellerin
  • Sam Rockwell als Bester Nebendarsteller

Interessante Hintergrundinfos:

Die größte Herausforderung für die Schauspieler war, den schwarzen Humor der Dialoge zu treffen, ohne die zugrundeliegende Tragödie zu verraten. Frances McDormand musste Mildreds unerbittliche Wut beibehalten, während Sam Rockwells Dixon im Verlauf von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ eine unglaubliche Bandbreite von Komik bis hin zu brutaler Gewalt zeigen musste.

Die körperlichen Auseinandersetzungen im Film (wie Dixons Angriff auf den Plakatmieter) waren sehr intensiv. Die Herausforderung für McDonagh bestand darin, diese Gewalt so darzustellen, dass sie schockierend wirkte, aber gleichzeitig die Grundlage für die spätere, unerwartete Allianz der Figuren bildete.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist ein Paradebeispiel für die Schwarze Komödie (Dark Comedy). Er jongliert gekonnt mit extrem ernsten Themen (Mord, Trauer, Rassismus) und bitterbösen, absurden Witzen. Diese Fähigkeit, das Publikum gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen, ist ein Markenzeichen von Martin McDonagh und hat den Film in der Filmgeschichte verankert. Im Gegensatz zu vielen Hollywood-Krimis verweigert der Film eine saubere, kathartische Auflösung des Falles. Diese Weigerung, Gerechtigkeit zu liefern, lenkt den Fokus auf die Verarbeitung von Wut und Schmerz. Das offene Ende und die ungewisse Zukunft der Protagonisten bieten anhaltendes Diskussionsmaterial.

Der Film zeichnet sich dadurch aus, dass er keine klassischen Helden hat. Mildred Hayes ist eine unerbittliche, rachsüchtige und oft gewalttätige Figur. Officer Dixon ist ein rassistischer, aggressiver Polizist. Die Kontroverse und die anhaltende Relevanz von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ rühren daher, dass er die Möglichkeit der Veränderung und Erlösung für extrem fehlerhafte Charaktere erforscht, insbesondere die Entwicklung von Dixon. Dies zwingt das Publikum, über die eigene Moral und die Grenzen der Vergebung nachzudenken.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ thematisiert direkt den Rassismus und die Inkompetenz innerhalb der örtlichen Polizei (verkörpert durch Dixon). Obwohl der Film vor der Hochphase der „Black Lives Matter“-Bewegung veröffentlicht wurde, resonieren diese Themen heute stärker denn je und machen den Film zu einem wichtigen Dokument über systemische Probleme.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt5027774/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2018