Alvin Straight in The Straight Story: „Als meine Kinder noch klein waren, hab ich immer ein Spiel mit ihnen gespielt. Ich hab ihnen einen Stock in die Hand gedrückt, jedem einen. Und dann sollten sie ihn durchbrechen, was natürlich leicht ging. Und dann gab ich ihnen die selben Stöcke in einem Bündel, und den sollten sie auch durchbrechen, was natürlich nicht ging. Dann sagte ich ihnen, dieses Bündel ist die Familie…“

- Erscheinungsjahr: 1999
- Genre: Roadmovie
- Produktionsland: USA
- Regie: David Lynch
- Drehbuch: John E. Roach und Mary Sweeney
- Musik: Angelo Badalamenti
- Besetzung u. a.: Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton
Trailer:
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=lcMyFckt_Hs
Quelle: YouTube Kanal von STUDIOCANAL
Worum geht’s:
„The Straight Story“ erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des 73-jährigen Alvin Straight (Richard Farnsworth), der in Laurens, Iowa, lebt.
Alvin erfährt, dass sein entfremdeter, älterer Bruder Lyle (Harry Dean Stanton), der in Mount Zion, Wisconsin, lebt, einen Schlaganfall erlitten hat. Die Brüder sind seit zehn Jahren zerstritten, und Alvin möchte sich unbedingt mit ihm versöhnen, bevor es zu spät ist. Alvin ist alt, gebrechlich, hat große Probleme mit den Augen und besitzt keinen Führerschein mehr. Er lehnt es außerdem ab, von seiner leicht geistig behinderten Tochter Rose gefahren zu werden oder den Bus zu nehmen. Alvin beschließt, die rund 390 bis 507 Kilometer lange Reise allein auf seine Weise anzutreten: auf seinem Rasenmäher-Traktor mit einem selbstgebauten Anhänger, in dem er schlafen und seine Vorräte lagern kann.
Basiert auf:
Der echten Geschichte des Rentners Alvin Straight, der die fast 400 Kilometer lange Strecke zu seinem Bruder auf einem Aufsitz-Rasenmäher zurücklegte.
Erfolge:
Nominierung für Richard Farnsworth als Bester Hauptdarsteller. Er war zu diesem Zeitpunkt 79 Jahre alt und ist damit einer der ältesten Nominierten in dieser Kategorie.
Kritiker waren beeindruckt, dass David Lynch einen so geradlinigen, warmherzigen und unironischen Film ablieferte, der völlig im Kontrast zu seinen surrealen und mysteriösen Werken wie Twin Peaks oder Blue Velvet stand. Man lobte seine Fähigkeit, mit menschlicher Wärme und Einfühlungsvermögen zu erzählen.
Interessante Hintergrundinfos:
Alvin Straight wurde durch seine Reise auf dem Rasenmäher landesweit in den USA bekannt und in den Nachrichten erwähnt, bevor David Lynch die Geschichte verfilmte.
Was erzählt uns der Film über seine Entstehungszeit:
In einer immer schneller werdenden Welt bietet „The Straight Story“ eine meditative Erfahrung. Er zelebriert die Langsamkeit, die Schönheit der Landschaft und die menschlichen Begegnungen entlang des Weges. The Straight Story ist ein früher und wichtiger Vertreter des „Slow Cinema“ in der amerikanischen Independent-Filmszene.
Warum ist der Film heute noch bedeutend:
„The Straight Story“ ist eine Ode an die Ausdauer, die Familie und die Schönheit der amerikanischen Heartland-Landschaft.
Die Motivation der Reise – die Wiederherstellung des Friedens mit einem geliebten Menschen vor dem Tod – ist eine zutiefst menschliche und ergreifende Motivation, die immer relevant bleibt.
