
Finnische Küche – Geschichte
Jahrhundertelang stand das Überleben in Finnland im Vordergrund. Die langen, kalten Winter erforderten eine Ernährung, die energiereich war und aus haltbaren Zutaten bestand, deshalb gab es in Finnland traditionell nahrhafte Hausmannskost, z. B. Kartoffeln, Brot, Fisch und Fleisch.
Da Finnland jahrhundertelang zum schwedischen Königreich gehörte, wurde auch die finnische Küche lange durch die schwedische Küche beeinflusst. Viele Gerichte, wie die Erbsensuppe (Hernekeitto), die traditionell donnerstags serviert wird, oder das Reste-Gericht Pyttipanna (Pyttipannu auf Finnisch) sind auf schwedische Traditionen zurückzuführen. Die westfinnische Küche ist oft von süßlichem Brot und Gerichten geprägt, die denen in Schweden ähneln.
Als Finnland nach den napoleonischen Kriegen vom russischen Zaren regiert wurde, hatte dann auch die russische Küche Einfluss auf die finnische Küche. In Ostfinnland, insbesondere in der Region Karelien, sind russische Einflüsse deutlich spürbar. Der zentrale, große Ofen im Haus diente nicht nur zum Kochen, sondern auch zum Heizen, was zu einer Tradition von lange gekochten und geschmorten Ofengerichten führte. Die berühmte Karjalanpiirakka (karelische Pirogge) ist ein Beispiel für ein Gericht, das aus dieser Region stammt und sich im ganzen Land verbreitet hat.
Während der russischen Revolution wurde Finnland dann unabhängig. Zu dieser Zeit hatte der Präsident Carl Gustaf Emil Mannerheim u. a. einen großen Einfluss auch auf die finnische Küche. Su wurde z. B. sein Lieblingsgericht „Vorschmack“ ein Bestanteil der finnischen Küche. Hackfleisch, Hering und Zwiebeln werden zusammen durch den Fleischwolf gedreht und anschließend gebraten. Als Beilage werden Pellkartoffeln, Rote Bete, saure Gurken und Schmand gereicht. Dazu trank er außerdem gerne seinen Lieblingsschnaps den „Marskin Ryyppy“. Er besteht aus Aquavit, französischem Wermut und Gin.
Typische finnische Gerichte
Wichtige Gewürze
Wichtige Gewürze sind z. B. Salz, Piment (in Fleisch- und Fischgerichten), Lorbeer, Dill (in Fischgerichten, Dips sowie Salaten), Kardamon (in Gebäck), Kümmel (in Brot, Käse, Fleischgerichten sowie Eintöpfen) und Moltebeeren.
Beliebtes Gemüse
Die beliebtesten Gemüsesorten sind Kartoffeln, Erbsen (in Suppen), Karotten (in Suppen und Eintöpfen), Rote Bete (eingelegt und in Salaten), Steckrüben, Tomaten, Gurken, Kohl, Zwiebeln, Bohnen, Blumenkohl, Spinat und Salat.
Beliebtes Obst
Beliebte Obstsorten sind Himbeeren (in Kuchen oder Desserts), Brombeeren, Blaubeeren (in Kuchen, Suppen, Joghurt und Desserts), Preiselbeeren (als Marmelade, Saft oder Kompott), Äpfel (als Kompott, Saft oder in Kuchen), Sanddorn (als Saft oder Marmelade), Erdbeeren, Johannisbeeren und Rhabarber (in Kuchen, Desserts oder Kompott).
Beilagen
Typische finnische Beilagen sind Kartoffeln sowie diverses Brot, insbesondere das säuerliche Roggenbrot (Ruisleipä), das das Nationalgericht ist. Auch Karelische Piroggen (Karjalanpiirakka) mit Kartoffel- oder Reis-Füllung.
Fleisch
Die Finnen essen gerne Schweine-, Rind-, Lamm-, Elch- und Rentierfleisch.
Fisch
Beliebte Speisefische sind z. B. Lachs, Forelle, Hecht, Barsch, Zander und Hering.
Einflüsse auf die finnische Küche
Die finnische Küche wird auch durch verschiedene Länder und Regionen, wie z. B. Schweden und Russland beeinflusst.
