Der Untergang

„Wenn der Krieg verloren geht, ist es vollkommen egal, wenn das Volk mit untergeht. Ich könnte darüber noch keine Träne weinen, denn es hätte nichts anderes verdient.“ Adolf Hitler in Der Untergang

Warum man „Der Untergang“ gesehen haben sollte:

Der Film brach ein Tabu in der deutschen Filmlandschaft, indem er Adolf Hitler nicht als Karikatur oder als dämonische Metapher darstellte, sondern als einen historisch komplexen Menschen (gespielt von Bruno Ganz). Ganz‘ Darstellung ist vielschichtig: Er zeigt den gebrechlichen, manisch-depressiven Diktator, der einerseits charmant zu seiner Sekretärin sein kann und andererseits kaltherzig Millionen in den Tod schickt.

Der Film beleuchtet die Mentalität der Mittäter und Mitläufer – von fanatischen Ideologen (wie Goebbels) bis hin zu opportunistischen Ärzten und treuen Mitarbeitern. Er zeigt, wie normale Menschen zu Handlangern und Zeugen des Massenmords wurden und am Ende unfähig waren, sich der Wahrheit zu stellen.

Der Untergang - wichtiger Film der Erinnerungskultur

  • Erscheinungsjahr: 2004
  • Genre: Historienfilm
  • Produktionsland: Deutschland, Italien, Österreich
  • Regie: Oliver Hirschbiegel
  • Drehbuch: Bernd Eichinger
  • Musik: Stephan Zacharias
  • Besetzung u. a.: Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Juliane Köhler, Heino Ferch, Christian Berkel, Matthias Habich, Thomas Kretschmann, Michael Mendel, Ulrich Noethen, Rolf Kanies, Justus von Dohnányi, Götz Otto, Thomas Thieme, Michael Brandner, Anna Thalbach, Julia Jentsch, Jürgen Tonkel, Devid Striesow

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=8Z63cvd3daw

Quelle: YouTubes eigener Film und Serien Kanal

Worum geht’s:

„Der Untergang“ thematisiert die letzten Tage des Nationalsozialistischen Regimes in Deutschland, vor allem die Ereignisse im Führerbunker in Berlin. Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Hitlers Privatsekretärin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara) erzählt.

Die deutsche Armee steht kurz vor der Kapitulation, die Rote Armee belagert Berlin. Adolf Hitler (Bruno Ganz) und sein engster Kreis haben sich in den Führerbunker unter der Reichskanzlei zurückgezogen. Im Bunker herrscht eine Mischung aus Chaos, Verzweiflung und dem Wahn Hitlers vom „Endsieg“. Er klammert sich an Illusionen, verschiebt nicht-existente Armeen und reagiert mit fanatischen Wutausbrüchen auf die Realität der militärischen Niederlage.

Interessantes zur Besetzung:

Bruno Ganz widmete sich der Rolle mit äußerster Akribie. Um die Stimme und den spezifischen Akzent Hitlers nachzuahmen, hörte er Originaltonaufnahmen Hitlers ab. Außerdem studierte er intensiv die Berichte und Filmmaterialien über Hitlers letzten Tage, um die Parkinson-ähnlichen Symptome (das Zittern der Hand) und die körperliche Gebrechlichkeit des Diktators authentisch darzustellen.[1]

Justus Von Dohnanyi, der General Wilhelm Burgdorf spielt, ist der Enkel vom Widerstandskämpfer Hans Von Dohnanyi, der wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus im September 1944 in Sachsenhausen hingerichtet wurde. Er ist außerdem der Großneffe von dem Widerstandskämpfer Pastor Dietrich Bonhoeffer, der wegen seiner Tätigkeit im Widerstand ebenfalls hingerichtet wurde.[2]

Basiert auf:

Unter anderem den Erinnerungen von Traudl Junge („Bis zur letzten Stunde“) und dem Buch „Der Untergang – Hitler und das Ende des Dritten Reichs“ von Joachim Fest. Als weitere Vorlage diente die Darstellung 1945. Als Arzt in Hitlers Reichskanzlei von Ernst Günther Schenck.

Erfolge:

„Der Untergang“ war sowohl ein großer Kassenerfolg als auch ein international beachteter und ausgezeichneter Film, der durch seinen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die letzten Tage Hitlers Kontroversen auslöste (Menschen, die böses tun, sind dennoch Menschen, was der Film eindrücklich zeigt).

Interessante Hintergrundinfos:

Im Film wurde erstmals in der deutschen Filmgeschichte Adolf Hitler als szenisch zentrale Figur eines Historienfilms dargestellt.

Von den 37 Personen im Film, die real existierten, war zum Zeitpunkt des Erscheinens des Films nur noch Rochus Misch (Oberscharführer der SS) am Leben.[3]

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Wenn man sich die heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen so anguckt, kann es eigentlich gar nicht genug Filme zu diesem Thema geben.

„Der Untergang“ ist eine historische Aufbereitung der letzten Tage des Dritten Reiches und spielt eine wichtige Rolle in der Erinnerungskultur. Der Film dient in vielen Ländern als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit den letzten Kriegstagen.

Durch die Fokussierung auf die letzten Stunden wird auch das Dilemma der Mitläufer und Befehlsempfänger sichtbar, was auch heute noch relevant ist für die Frage, wie sich Menschen in autoritären Systemen verhalten.

„Der Untergang“ der erste deutsche Nachkriegsfilm, der Adolf Hitler als zentrale, szenische Figur darstellte. Zuvor war er meist nur als Randfigur, in Propagandafilmen oder als Karikatur (z. B. in Charlie Chaplins „Der große Diktator“) erschienen.

[1] https://www.imdb.com/de/title/tt0363163/trivia/?ref_=tt_ov_ql_3

[2] Vgl. Ebd.

[3] Vgl. Ebd.