Ich hab mich dank Keb‘ Mo‘ angefangen mit Blues zu beschäftigen. Live auf seinem Konzert hat er mich besonders überzeugt. Aber auch, dass Papa mir das wunderbare Gesamtwerk von Chris Rea „Blue Guitars“ geschenkt hat, hat dazu beigetragen – alle die jetzt denken: Hä? Chris Rea wer is‘n das? Ihr kennt ihn alle, weil ihr alle auf jeden Fall seinen Titel „Driving Home for Christmas“ kennt. Chris Rea setzt sich auf 11 CDs mit der Geschichte des Blues und den verschiedenen Einflüssen auseinander – alles nur rein musikalisch in vielen wunderbaren Stücken.
Ich hab mir außerdem die Dokumentarfilmreihe „The Blues“ von Martin Scorsese zugelegt, die sich filmisch mit der Geschichte des Blues auseinandersetzt. Regisseure der Filme sind u. a.: Martin Scorsese, Wim Wenders und Clint Eastwood. Neben historischen Aufnahmen sind auch tolle Neuinterpretationen von Klassikern dabei, z. B. von Taj Mahal, Keb‘ Mo‘, B. B. King, Jeff Beck und Van Morrison.
Die Entstehung des Blues
Blues ist ein wichtiger Grundstein für die Entstehung des Rock. Entstanden ist er wohl so irgendwas um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der afroamerikanischen Gesellschaft der Südstaaten der USA. Er hat seine Ursprünge also strenggenommen in Afrika, von wo aus afrikanische Ureinwohner als Sklaven in die USA verkauft wurden. Blues wird ja oft als traurig bis hin zu depressiv beschrieben, was aber auch kein Wunder ist da er quasi der musikalische Ausdruck eines kollektiven Traumas darstellt – könnte man sagen.
Country Blues
In den Südstaaten der USA entstand um die Jahrhundertwende zunächst der Country Blues – Country Blues da in den ländlichen Gegenden entstanden. Er spiegelte vor allem die Angst der Afroamerikaner wieder, die als Sklaven hart arbeiten mussten und selbst, wenn sie in die Freiheit entlassen wurden weder ein Zuhause noch Arbeit hatten und zunächst ziellos durchs Land zogen.
Die Zeit war außerdem durch einen tiefsitzenden Rassismus geprägt – eine der schlimmsten Ausprägungen war und ist wohl der Ku-Klux-Klan. So fanden die persönlichen Probleme der Menschen Eingang in die Musik und Texte des Blues.
Delta Blues
Mit den Menschen die in den verschiedenen Landstrichen sesshaft wurden, entstanden dann auch unterschiedliche Arten den Blues. Im Mississippi Delta z. B. der Delta Blues. Der bekannteste Vertreter des Delta Blues ist wohl Robert Johnson – genau der, der für seine herausragenden Gitarrenkünste einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sein soll – diese Legende wird übrigens in der Serie Supenatural in Staffel 2 Folge 8 „Kreuzung zur Hölle/Crossroads Blues“ aufgegriffen.
Was aber eigentlich noch interessanter ist als diese Legende, ist die Tatsache, dass Robert Johnson zu Lebzeiten gar nicht so bekannt war, sondern erst nach seinem Tod größere Bekanntheit erlangte. Viel bekannter und auch erfolgreicher für seinen Delta Blues war zur damaligen Zeit Charley Patton.