American History X

Abraham Lincoln in American History X zitiert:

„Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Auch wenn die Leidenschaft unsere Freundschaft strapaziert hat, darf sie unsere Bande der Zuneigung nicht zerreißen. Die geheimnisvollen Saiten der Erinnerung werden wieder erklingen, wenn sie – und das werden sie gewiss – von den besseren Engeln unserer Natur berührt werden.“

Warum man „American History X“ gesehen haben sollte:

Der Film taucht tief in die Ideologie und die Anziehungskraft des Neonazismus ein. Er zeigt nicht nur die gewalttätigen Taten, sondern auch die psychologische und soziale Leere, die Menschen in Hassgruppen treibt – die Suche nach Zugehörigkeit, Identität und einem Sündenbock.

Der Film stellt die wichtige Frage, wie man die eigene Familie und Gemeinschaft vor dem Gift des Hasses schützen kann, wenn dieser Hass tief in der Vergangenheit verwurzelt ist.

  • Erscheinungsjahr: 1998
  • Genre: Drama
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Tony Kaye
  • Drehbuch: David McKenna
  • Musik: Anne Dudley
  • Besetzung u. a.: Edward Norton, Edward Furlong, Beverly D’Angelo, Avery Brooks, Jennifer Lien, Elliott Gould, Stacy Keach

Trailer:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZVAfE5cT59c

Quelle: YouTube Kanal von HD Retro Trailers

Worum geht’s:

„American History X“ erzählt die Geschichte der Brüder Derek (Edward Norton) und Danny Vinyard (Edward Furlong) in Los Angeles und ihren Weg in und aus der Neonazi-Szene.

Die Haupthandlung wird aus der Perspektive des jüngeren Bruders, Danny Vinyard, erzählt. Danny ist ein begabter, aber wütender Teenager, der Dereks Fußstapfen gefolgt ist und nun selbst ein überzeugter Neo-Nazi ist. Er schreibt eine Arbeit über Mein Kampf für die Schule. Sein afroamerikanischer Schuldirektor, Dr. Bob Sweeney (Avery Brooks), ein ehemaliger Mentor von Derek, gibt Danny eine Aufgabe: Er soll einen Bericht über seinen Bruder Derek und seine Bekehrung schreiben. Diesen Bericht nennt er „American History X“. Durch Dannys Bericht und Rückblenden erfahren wir, wie Derek zu einem charismatischen und brutalen Anführer einer Neonazi-Gruppe wurde.

Basiert auf:

Teilweise auf dem Leben von Frank Meeink als ehemaliges Mitglied einer White-Supremacist-Skinhead-Gang in den Vereinigten Staaten, der sich von dieser Bewegung lossagte und nun als Anti-Hass-Aktivist und Redner arbeitet.[1]

Interessantes zur Besetzung:

Neben Edward Norton war auch Joaquin Phoenix im Gespräch für die Rolle als Derek Vinyard.[2]

Edward Norton lehnte für die Rolle des Derek Vinyard eine Rolle in „Saving Private Ryan (Der Soldat James Ryan)“ ab und trainierte sich für seine Rolle ca. 11 kg Muskelmasse an.[3]

Erfolge:

American History X erlangte schnell Kultstatus und wird bis heute in Schulen, Universitäten und gesellschaftspolitischen Diskussionen als Lehrfilm über Rassismus, Radikalisierung und die Mechanismen des Hasses eingesetzt.

Interessante Hintergrundinfos:

Der Film nutzt eine nicht-lineare Erzählstruktur, die hauptsächlich durch Rückblenden (Schwarz-Weiß-Aufnahmen) und die Gegenwart (Farb-Aufnahmen) getrennt wird.

Viele der Szenen in Schwarz-Weiß (die Vergangenheit) wurden chronologisch gedreht. Dies half Edward Norton, die emotionale Eskalation seiner Figur, von der anfänglichen Wut bis zur letztendlichen, entsetzlichen Tat, authentisch darzustellen.

Warum ist der Film heute noch bedeutend:

Der Film erzeugte sofort eine intensive Diskussion über die Darstellung von extremer rassistischer Gewalt. Die Bordsteinkick-Szene gilt als eine der brutalsten und schockierendsten Szenen der Filmgeschichte und wurde zu einem ikonischen, wenn auch verstörenden, Element des Films.

Der Film löste Debatten darüber aus, ob die Figur des Derek Vinyard (trotz seiner Taten) seine Erlösung verdient und ob seine Wandlung glaubhaft dargestellt wurde. Für viele Kritiker war dies die Stärke des Films, da er keine einfachen Antworten bot, während andere die Darstellung der Läuterung als zu schnell oder filmisch bequem empfanden.

Aufgrund der differenzierten und ausdrucksvollen Darstellung wird American History X häufig an Schulen zur pädagogischen Thematisierung von Rechtsextremismus und Rassismus behandelt. In Deutschland gab die Bundeszentrale für politische Bildung Informations- und Lehrmaterial über den Film heraus.[4]

Auch über 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung bleibt „American History X“ relevant, da die Themen Rassismus, Rechtsextremismus und politische Radikalisierung in den USA und weltweit weiterhin aktuell sind. Er wird oft als Referenzpunkt in Diskussionen über die Gefahren ideologisch motivierter Gewalt genannt.

[1] https://web.archive.org/web/20200130172625/http://www.ifc.com/2015/05/15-things-you-probably-didnt-know-about-american-history-x

[2] Vgl. Ebd.

[3] Vgl. Ebd.

[4] https://www.bpb.de/shop/materialien/filmhefte/170920/american-history-x/